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Universität Bielefeld wird im Wettbewerb „Futureversities“ ausgezeichnet
Kritisches Denken gerät zunehmend unter Spannung – durch Informationsflut, KI und digitale Routinen. Ein neues Projekt der Universität Bielefeld soll zeigen, wie diese Fähigkeit als Zukunftskompetenz gestärkt werden kann. Gefördert wird es mit 100.000 Euro vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung im Programm „Futureversities“.
Das Projekt „Critical Thinkers“ (kritische Denker*innen) richtet sich an Lehramtsstudierende und setzt bei ihnen als zukünftigen Multiplikator*innen an. Sie sollen lernen, kritisches Denken nicht nur selbst auszuüben, sondern es im Unterricht systematisch anzuregen und bei Schüler*innen zu verankern.
Das Programm verbindet daher Fertigkeiten mit Haltung. Im Zentrum steht die Fähigkeit, Argumente zu prüfen, Perspektiven zu wechseln und Informationen zu bewerten. Dazu gehört die Bereitschaft, diese Anstrengung immer wieder einzugehen. „Wir wollen angehende Lehrkräfte darin stärken, kritisches Denken unter Druck zu praktizieren und ihren Schüler*innen vorzuleben, dass Nachdenken keine lästige Pflicht, sondern eine demokratische Kernkompetenz ist“, sagt die Projektleiterin Professorin Dr. Kirsten Berthold von der Abteilung für Psychologie und der Bielefeld School of Education (BiSEd). Entwickelt hat sie das Konzept gemeinsam mit den Bielefelder Professor*innen Dr. Susanne Miller (Erziehungswissenschaft), Dr. Matthias Wilde (Biologie) und Dr. Fabian Wolff (Psychologie).
Inhaltlich knüpft das Vorhaben an den Fokusbereich REFLECT der Universität Bielefeld an. Das Forschungsnetzwerk treibt Studien und praktische Maßnahmen dazu voran, wie Kinder und Jugendliche Informationen prüfen, Argumente abwägen und Perspektiven wechseln können. REFLECT arbeitet dafür mit einem Rahmenmodell, das zeigt, unter welchen Bedingungen kritisches Denken in Schule, Familie und Freizeit entstehen und gefördert werden kann.
Studierende erproben neue Unterrichtsformate
Die Erfahrungen aus REFLECT fließen nun ins Projekt „Critical Thinkers“ ein. Lehramtsstudierende erproben in Seminaren und Schulprojekten konkrete Unterrichtsformate, in denen etwa mit Fake News, KI-generierten Texten oder kontroversen Online-Debatten gearbeitet wird. Das Ziel ist es, praxistaugliche Konzepte zu entwickeln, die sich in unterschiedlichen Fächern einsetzen lassen und die Urteilsfähigkeit der Schüler*innen langfristig stärken.
Beispiel für institutionelle Transformation
Insgesamt werden fünf Hochschulen im Wettbewerb „Futureversities – Skalieren, verankern, Zukunft gestalten“ ausgezeichnet. Sie haben sich unter 144 Bewerbungen durchgesetzt. „Die ausgezeichneten Hochschulen zeigen, wie institutionelle Transformation gelingen kann – mutig, anschlussfähig und mit Blick über den eigenen Campus hinaus“, sagt Volker Meyer-Guckel, Generalsekretär des Stifterverbandes. Horst Nasko, Vorstand der Heinz Nixdorf Stiftung, sagt: „Mit der Förderung schaffen wir Raum für mutige Veränderungen – und vor allem für gemeinsames Handeln. Denn zukunftsfähige Hochschulentwicklung entsteht im Zusammenspiel zwischen Hochschulen sowie mit Partnern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.“
Prof’in Dr. Kirsten Berthold, Universität Bielefeld
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Telefon: 0521 106-3102
E-Mail: kirsten.berthold@uni-bielefeld.de
https://www.stifterverband.org/pressemitteilungen/2026_01_15_futureversities Pressemitteilung des Stifterverbandes
https://www.uni-bielefeld.de/forschung/profil/fokusbereiche/reflect/ Fokusbereich REFLECT
https://aktuell.uni-bielefeld.de/2025/11/11/schuelerinnen-fit-machen-fuer-die-in... Artikel über REFLECT
Sie verantworten das Projekt zum kritischen Denken (v. li.): die Professor*innen Dr. Kirsten Berthol ...
Source: Lisa Janowski
Copyright: Universität Bielefeld
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Media and communication sciences, Politics, Psychology, Social studies, Teaching / education
transregional, national
Research projects
German

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