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Wissenschaft
Das Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) hat der Professorin Elisabeth Kalko einen Trail auf Barro Colorado Island in Panama gewidmet. Die 2011 überraschend verstorbene Ulmer Wissenschaftlerin hat dort viele Jahre lang zum Jagdverhalten und zur Echoortung tropischer Fledermäuse geforscht. Im Gedenken an die herausragende Naturforscherin wurde einer der Wege auf der Insel für nach ihr benannt.
„Endlich wieder draußen im Wald …. Regenzeit, die Feuchtigkeit glänzt auf den Blättern, oft steigt Nebel aus den Baumkronen auf. Doch dazwischen immer wieder die Sonne“, schreibt Elisabeth Kalko 1991 als junge Wissenschaftlerin in einem Brief über ihre Forschung auf Barro Colorado Island. Die Faszination für den tropischen Regenwald sowie das Staunen über die wundersame Vielfalt an Formen und Farben in der Tier- und Pflanzenwelt Panamas haben sie bis zu ihrem abrupten Lebensende begleitet. Die Fledermausexpertin war seit 2000 Inhaberin des Lehrstuhls für Experimentelle Ökologie an der Universität Ulm und wurde im gleichen Jahr auch Staff Scientist des Smithsonian Tropical Research Institute (STRI), das auf Barro Colorado Island in Panama eine Forschungsstation unterhält. Über Jahrzehnte hat Elisabeth Kalko dort geforscht. „Dieser besondere Ort war ihr Labor, ihr Klassenzimmer und ihr zweites Zuhause. Hier hat sie Generationen von Studierenden für Fledermäuse für Naturgeschichte und die Tropen begeistert“, erzählt Professor Marco Tschapka. Der Ulmer Biologe vom Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik war einer ihrer engsten wissenschaftlichen Weggefährten.
In Würdigung ihrer Person und ihrer wissenschaftlichen Errungenschaften hat das STRI einen Urwald-Pfad auf ihrer Lieblingsinsel Barro Colorado Island nach ihr benannt. Ende August 2025 wurde – gefeiert mit einem Umwidmungsfest – aus dem Harvard-Trail der „Elisabeth K.V. Kalko Trail“. Professor Joshua Tewksbury, Direktor des STRI aus Washington D.C., nennt die Forscherin in seinem Würdigungsschreiben eine exzellente Wissenschaftlerin, visionäre Denkerin und begnadete Kommunikatorin. Sie konnte Menschen für die Wissenschaft begeistern und war neugierig auf alles, was die Natur hervorbrachte. Elisabeth Kalko war eine ausgezeichnete Dozentin, die den Austausch mit ihren Studierenden geliebt hat, und sie war eine leidenschaftliche Forscherin.
Elisabeth Kalko hat bereits mit ihren frühen Arbeiten neue Maßstäbe für die Freilandforschung gesetzt, sie war Drittmittel-stark und publizierte sehr erfolgreich. Großes internationales Renommee erwarb sie sich auf dem Gebiet der Tropenökologie und Bioakustik-Forschung. Sie forschte zur Diversität neotropischer Fledermausgemeinschaften und untersuchte beispielsweise den Zusammenhang zwischen Echoortung und ökologischer Einnischung. Die Tropenökologin befasste sich außerdem mit den Auswirkungen der menschlichen Landnutzung auf die Artenvielfalt, und sie war eine Pionierin der Zoonosen-Forschung, die das Überspringen von Krankheitserregern von Tieren auf den Menschen untersucht.
„Jane Goodall“ der Fledermäuse
Elisabeth Kalko war ein starkes Vorbild für Frauen in der Wissenschaft. Sie liebte die Freilandforschung und auch in der experimentellen Arbeit war sie äußerst hartnäckig und ausdauernd. Ihr liebstes Forschungsobjekt waren Fledermäuse. Sie hat sie im Flug fotografiert und ihre Echoortungsrufe erfasst: mit einem Multi-Flashsystem aus 12 kombinierten Blitzgeräten, das 50 Millisekunden Fledermausflug mit 36 Momentaufnahmen festhalten konnte; hinzu kam ein Gerät, das die Ultraschallsignale der Tiere erfasste und in Frequenzbereiche umwandeln konnte, die für den Menschen hörbar sind. Apparaturen wie diese, die von Kalkos Tübinger Doktorvater Hans-Ulrich Schnitzler entwickelt und von der Wissenschaftlerin perfektioniert wurde, sind heute Standard in der Fledermausforschung. Damals beeindruckte die junge deutsche Doktorandin damit die US-amerikanischen Koryphäen im Feld. Der Zoologe Donald Griffin – einer der Pioniere der Echoortung bei Tieren – bezeichnete Eli, wie sie im Kollegen- und Freundeskreis hieß, als „Jane Goodall“ der Fledermäuse. In einer US-amerikanischen Fernsehproduktion wurde Kalko als eine von drei „Bat Women of Panama“ portraitiert, und auch ein amerikanisches Kinderbuch hat sich mit der deutschen Zoologin und ihrer Forschung befasst.
Elisabeth Kalko ist am 26. September 2011 im Alter von 49 Jahren auf einer Forschungsreise in Tansania am Kilimandscharo völlig unerwartet über Nacht verstorben. Mit der Widmung eines Trails auf Barro Colorado Island in Panama und einem Symposium zollte ihr das Smithsonian Tropical Research Institute einen letzten Tribut, der ihr Andenken auch in Zukunft bewahren wird.
Lebenslauf Elisabeth Kalko
Elisabeth Klara Viktoria Kalko wurde am 10. April 1962 in Berlin geboren und ist in Heilbronn aufgewachsen. Nach ihrem Studium zur Diplom-Biologin an der Universität Tübingen hat sie dort auch promoviert und sich habilitiert. Sie war als Studentin und Doktorandin Stipendiatin der Deutschen Studienstiftung. Mit einem Post-Doc-Stipendium der NATO (1991-1993) forschte sie in Washington D. C. am National Museum of Natural History (Smithsonian Institution) sowie am Smithsonian Tropical Research Institute (STRI) in Panama. Danach wurde sie viele Jahre lange von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und bekam 1999 für die Habilitation ein Heisenberg-Stipendium. Im Jahr 2000 übernahm sie den Lehrstuhl für Experimentelle Ökologie an der Universität Ulm und wurde „staff scientist“ des STRI.
Sie war Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Vizepräsidentin der Gesellschaft für Tropenökologie sowie Mitglied der DFG-Senatskommission für Biodiversität. Außerdem wurde sie mit dem Lehrpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Am 26. September 2011 verstarb Elisabeth Kalko im Alter von 49 Jahren auf einer Forschungsreise in Tansania.
Prof. Dr. Marco Tschapka, Institut für Evolutionsökologie und Naturschutzgenomik, Universität Ulm, E-Mail: marco.tschapka@uni-ulm.de
Die Ulmer Fledermaus-Forscherin Prof. Elisabeth Kalko bei einem Forschungsaufenthalt in Costa Rica
Source: Marco Tschapka
Copyright: Universität Ulm
Ein Trail auf Barro Colorado Island in Panama trägt jetzt den Namen von Elisabeth Kalko. Auf der Weg ...
Copyright: STRI
Criteria of this press release:
Journalists
Biology, Environment / ecology, Zoology / agricultural and forest sciences
transregional, national
Contests / awards, Miscellaneous scientific news/publications
German

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