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Wissenschaft
Positionspapier aus der Data- und Digital-Science Community veröffentlicht
Die Bedeutung daten- und digitalgestützter Forschung wächst in allen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Disziplinen. Um den Anschluss an die internationale Forschung und technologische Entwicklung nicht zu verlieren, ist eine Förderung der Initiativen zu datengestützter Forschung essenziell. In einem jetzt veröffentlichten Positionspapier der Data- und Digital-Science Community fordern die Wissenschaftler*innen diesem Trend mit Förderungen und dem Ausbau der Data- und Digital-Science Zentren Rechnung zu tragen.
Das Papier entstand in einem gemeinschaftlichen Bottom-up-Prozess und wurde von 42 Wissenschaftler*innen unterzeichnet, die repräsentativ für 21 Data- und Digital-Science-Zentren und Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Österreich stehen und unterschiedliche institutionelle Kontexte abbilden.
Das Positionspapier verdeutlicht die zentrale Rolle von Data und Digital Science für ein leistungsfähiges und zukunftsfähiges Wissenschaftssystem. Es zeigt auf, dass datenintensive Methoden längst nicht mehr auf einzelne Fachgebiete beschränkt sind, sondern als Querschnittsthema nahezu alle Disziplinen betreffen: von den Natur- und Ingenieurwissenschaften bis hin zu den Sozial-, Kultur- und Geisteswissenschaften.
Dauerhafte Strukturen für datenintensive Forschung
Angesichts des fortschreitenden digitalen Wandels und der zunehmenden Verfügbarkeit digitaler Daten formuliert das Positionspapier klare strukturelle Bedarfe. Gefordert wird insbesondere der dauerhafte institutionelle Ausbau von Data- und Digital-Science-Zentren, um Forschende langfristig bei datengetriebener und digital gestützter Forschung zu unterstützen. Projektbasierte Fördermodelle allein werden als nicht ausreichend angesehen, um nachhaltige Kompetenz-, Service- und Vernetzungsangebote zu etablieren.
Darüber hinaus wird betont, dass Data und Digital Science explizit in die Forschungs-, Digital- und Innovationsstrategien von Bund und Ländern integriert und durch verlässliche Förderlinien unterstützt werden sollten. Ein wirksamer Anschluss an nationale und europäische Dateninfrastrukturen wird dabei als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben.
Data und Digital Literacy als Schlüsselkompetenz
Neben strukturellen Fragen beleuchtet das Positionspapier auch die Bedeutung von Data und Digital Literacy in der akademischen Ausbildung. Der kompetente Umgang mit Daten, digitalen Methoden und KI-basierten Verfahren wird als grundlegende Schlüsselqualifikation für Studierende aller Fachrichtungen beschrieben. Entsprechend wird eine stärkere fachübergreifende Verankerung der Inhalte in der Lehre gefordert, ergänzt durch didaktische und fachliche Unterstützungsangebote für Lehrende.
Data & Digital Science Community: Aufbau einer gemeinsamen Stimme
Begleitend zum Positionspapier wird der Aufbau der Data & Digital Science Community im deutschsprachigen Raum vorangetrieben. Die Community hat sich als überregionales Netzwerk etabliert, das methodische Expertise, Anwendungswissen und Kompetenzentwicklung systematisch miteinander verbindet. Mitglieder sind Einrichtungen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen ebenso wie Einzelpersonen, die die Ziele der Community unterstützen.
Ein zentraler Meilenstein der Arbeit des Verbundes war somit die Veröffentlichung des Positionspapiers, das die strukturellen Bedarfe und strategischen Herausforderungen von Data und Digital Science erstmals gebündelt aus Sicht der Community formuliert. Aufbauend darauf wurde die Gründung des Vereins „Data & Digital Science Community e.V. (DaDiSC)“ initiiert, um der Initiative langfristig eine organisatorische und rechtliche Struktur zu geben.
Die Vereinsgründung wurde im Rahmen eines Präsenzworkshops im März 2025 angestoßen. Beim Präsenztreffen der Community im September 2025 im Umfeld des INFORMATIK FESTIVALS 2025 in Potsdam wurden Entwürfe für Satzung und Beitragsordnung vorgestellt und von den Anwesenden befürwortet. Der weitere Aufbau des Vereins ist für die Jahre 2026 und 2027 vorgesehen, mit dem Ziel einer ordentlichen Hauptversammlung und der Eintragung in das Vereinsregister.
Mit der geplanten Vereinsstruktur soll die Sichtbarkeit der Data- und Digital-Science-Community insgesamt erhöht, der standortübergreifende Austausch gestärkt und eine nachhaltige Interessenvertretung für datenwissenschaftliche Forschung und Lehre im deutschsprachigen Raum etabliert werden.
Dr. Helen Pfuhl, Digital Science Center Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hpfuhl@dsc.uni-kiel.de
Dr. Lena Steinmann, Universität Bremen, Digital Science Center Universität Bremen lena.steinmann@uni-bremen.de
Dr.-Ing. Christian Bockermann, AKIS Hochschule Bochum christian.bockermann@hs-bochum.de
https://zenodo.org/records/17475528 Positionspapier der Data- und Digital-Science Community
https://dadisc.org/ Website der Community (noch im Aufbau)
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Economics / business administration, Information technology, Politics
transregional, national
Science policy, Scientific Publications
German

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