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01/23/2026 09:42

Studierende finden digitale Lösungen für Unternehmen

Anne Speda Hochschulkommunikation
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt

    Bei der Innovation Challenge der THWS und dem Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken stellen studentische Teams in drei Minuten ihre Ideen vor

    Theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen: Hierfür steht die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS), die gemeinsam mit dem Zentrum für Digitale Innovationen Mainfranken (ZDI) eine Innovation Challenge für Studierende organisiert hat. Rund 80 Bachelorstudierende des dritten Semesters der Studiengänge Informatik, Digitale Gesellschaft und E-Commerce der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik stellten sich Herausforderungen von Unternehmen und Institutionen und erarbeiteten innovative Lösungsvorschläge für gegebene Aufgaben erarbeiteten. Aufgeteilt in 17 Teams zu zehn Themen und in rund sieben Stunden nutzten die Studierenden methodische Werkzeuge, die sie im Laufe ihres Studiums erlernt haben. Prof. Dr. Michael Müßig, Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik (FIW) sowie Verantwortlicher für das Projekt, und Dr. Christian Andersen, Leiter des ZDI, organisieren das Event jedes Semester.
    Bevor die Studierenden der Jury und dem Publikum im vollbesetzten Konferenzsaal ihre Ideen vorstellten, hob Dr. Andersen die besondere Kreativität der Innovation Challenge hervor, die für die Studierenden eine Bonusleistung ist. Im Dezember konnten sie aus den angebotenen Challenge drei Favoriten wählen und wurden anschließend in 17 interdisziplinäre Teams unterteilt. Zwei Tage vor dem Challenge-Tag gab es online ein Briefing von den Challenge-Gebern, um die Studierenden an die Aufgaben heranzuführen. Dies bot auch die Möglichkeit für die Studierenden, Fragen zu stellen, um den Hintergrund und den Kontext der Challenge besser zu verstehen.
    „Wir freuen uns, dass so viele Studierende an dem Event teilnahmen“, so Prof. Dr. Müßig. „Sie konnten heute ihr im Studium erworbenes Wissen erfolgreich bei Praxisaufgaben anwenden und so noch tiefer verfestigen.“
    Das Event sei nur möglich durch die Unterstützung der Challenge-Geber, wofür Prof. Dr. Müßig seinen Dank aussprach. „Ein weiteres großes Dankeschön geht an das komplette ZDI-Team für die hervorragende Zusammenarbeit“, so Prof. Dr. Müßig. Die Challenge-Geber in diesem Jahr waren Computy GmbH & Co. KG, ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KGaA & Co. KG, Knauf Bauprodukte GmbH & Co. KG, MINOVA Information Services GmbH, RAUSCH Technology GmbH, Smarte Region Würzburg, Universitätsklinikum Würzburg, Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG und webfactor media GmbH.
    Vom theoretischen Wissen zum Ideen-Pitch
    Im Studium erlernte methodische Werkzeuge gehen über die bloße Entwicklung innovativer Ideen oder die Umsetzung in Form einer App hinaus. Die Studierenden nutzen diverse Methoden des agilen Arbeitens, wie Design Thinking und Business Model Canvas (auf Deutsch: „Geschäftsmodell-Leinwand“), sowie Pitch Training, um ihre Ideen zu realisieren. Während Design Thinking gezielt danach fragt, welches konkrete Problem zu diskutieren ist bzw. was Kundinnen und Kunden tatsächlich erwarten, können Studierende mithilfe von Business Model Canvas ein Geschäftsmodell, das dieses Problem löst, visualisieren. Daher müssen Dienstleister Feedback und Meinungen von App-Nutzenden in ihren Ideen mit einbinden. Bloß eine gute Idee sei nicht genug – entscheidend sei, welche davon die Zielgruppe bereit ist, anzunehmen und wofür sie Geld ausgeben möchte. Die Studierenden lernen beim Pitchen, wie sie andere von ihrer Idee überzeugen können.

    Intelligente Autowartung und effiziente Flugzeugbetankung
    Die Challenge von RAUSCH Technology GmbH bestand darin, wie ein intelligenter Service für private Autobesitzer aussehen könnte. Die Studierenden dachten sich eine App aus, welche die Organisation von integriertem Service, Wartung und Haltung übernimmt. „Jedes Auto kostet Zeit und Nerven“, weiß ein Student. „Eine mobile Werkstatt könnte direkt nach Hause kommen und Services wie Reifenwechsel, Flüssigkeitsprüfung, Batterie- und Lichtservice im Rahmen eines Abo-Modells erledigen.“
    Für die Challenges der MINOVA Information Services GmbH aus Würzburg begleitete Ulf Katzenberger, Projekt- und Vertriebsingenieur bei MINOVA, gleich zwei studentische Teams: „Die Interaktion mit den Studierenden über den Tag hinweg hat gezeigt, dass die Innovation Challenge eine lohnenswerte Veranstaltung für beide Seiten ist. Gerne sind wir beim nächsten Mal wieder mit an Bord.“ Die Aufgabe bestand darin, wie man kleine Flughäfen identifizieren kann, für welche die Produkte des Unternehmens interessant sein könnten. Ein Student erklärte, es gebe bereits ein zentrales Produkt, das sich auf Optimierung der Flugzeugbetankung spezialisiert habe. „Jedoch überlegten wir uns eine Analyse auf Grundlage künstlicher Intelligenz (KI) in Form KI-gestützter Standortevaluation mit Google Earth. Wir dachten darüber nach, wie kleine Flughäfen das Programm nutzen könnten. Dazu müsste ein skalierbarer Ansatz entwickelt und am besten so ausgebaut werden, dass er nicht nur in Europa, sondern weltweit funktioniert.“ Auch sogenanntes Frame Working, also ein Programmiergerüst, könnte hier eingesetzt werden, erklärte er weiter.
    Wie gut Teamarbeit funktionieren kann, zeigte sich ebenfalls an diesem Pitch: „Bei der Idee, das Programm global auszudehnen, müssen die verschiedenen Kulturen und Arbeitsmoralen beachtet werden“, ergänzte ein Kommilitone. „Wenn KI über sogenannte Soft Skills laufen würde, könnte man solche Barrieren vermeiden.“
    Eine smarte Stadt für Bürgerinnen und Bürger
    Die Smarte Region Würzburg begleitete eine Challenge unter dem Handlungsaufruf: „Wir machen Würzburg zusammen smarter!“. Die Studierenden dieser Gruppe schlugen als Lösung eine bürgerzentrierte App vor, die für Bürgerinnen und Bürger aus Würzburg aus sogenannter Open Data, also öffentlich zur Verfügung stehenden Daten, nützliche Informationen zusammengestellt. „Allgemeine Daten wie das Wetter, der Verkehr, aber auch anstehende Events wie Kinofilme, Theaterstücke oder Partys in der Stadt könnten in dieser Anwendung zentral gesammelt werden. Auch eine Rubrik ,Alltagʼ sollte es hier geben, zum Beispiel Müllabfuhrpläne“, sagt ein Student über die Idee. Damit könnte den Einwohnerinnen und Einwohnern Zeit erspart werden, was zur Zufriedenheit und einem Gefühl einer „smarten Stadt“ führe. „Finanziert werden könnte diese App durch Sponsoren oder die Stadt Würzburg selbst. Ein echter Mehrwert für Würzburg!“, so ein Kommilitone.
    „Müll entsteht dynamisch“, lautet die Kernbotschaft der Gruppe, die sich damit beschäftigt hat, wie die Stadtreinigung in Würzburg effizienter arbeiten kann. Öffentliche Mülleimer werden nach einem starren Rhythmus abgeholt, dies habe Auswirkungen auf das Leben aller. Im Jahr 2023 seien 6,8% höhere Gebühren für die Müllentsorgung angefallen; in diesem Jahr hätten die Zuständigen für die Stadtreinigung über 9.000 Arbeitsstunden mehr leisten müssen. „Wie ermöglichen wir den Stadtreinigerinnen und Stadtreinigern, ihre Fahrten dann zu tätigen, wenn es tatsächlich nötig ist?“, fragte eine Studentin. Die Lösung liege darin, Geodaten zu bündeln, abhängig von großen Veranstaltungen oder dem Wetter. Auch Passantenfrequenzen und Hotspots wie der Mainkai oder der Marktplatz seien zu berücksichtigen. „Sensoren in öffentlichen Abfallbehältern zeigen den aktuellen Ist-Zustand der Befüllung an. Eine Software entscheidet dann, wo sich der Einsatz lohnt. Wir nennen diese Idee ,CleanOpsʼ“, fügt eine Kommilitonin hinzu.
    Roboterhund für neue Mitarbeitende und Idee für Heimwerkende
    Ein komplett anderes Themenfeld bediente eine studentische Gruppe, indem sie sich mit dem Motto „Robodog is looking for a job“ befasste. Die Studierenden hatten die Idee, dass ein Roboterhund bei einem sogenannten Onboarding eingesetzt werden könne. Dabei geht es darum, neuen Mitarbeitenden den Einstieg in Unternehmen zu erleichtern. „Hier kommt der KI-basierte Roboterhund ,Rockyʼ ins Spiel“, erklärte ein Student. Der Pitch überzeugte: Lucas, ein Besucher der Veranstaltung, könne sich gut vorstellen, dass „Rocky“ Kosten einsparen und zudem Marketingzwecken dienen würde.
    Die Knauf Bauprodukte GmbH stellte ebenfalls eine Challenge: Es sollte eine digitale Unterstützung für Heimwerkende geschaffen werden. Eine Studentin dieses Teams erklärte, sie habe sich für das Thema Trockenbau entschieden, da sie selbst gerade ihr Zuhause ausbaue. Ihr Kommilitone berichtete, Heimwerkende hätten mit Materialverschnitt und Zeitverschwendung zu kämpfen, wenn sie nicht richtig angeleitet würden. „Wie können wir der Kundschaft Sicherheit und Fachwissen bieten und vor allem Materialbeschaffung vereinfachen?“, so die zentrale Frage dieser Aufgabe. Die Studierenden dachten sich eine App aus, die einen Scanner zum Messen der Raumgröße mit anschließender Berechnung für Materialbeschaffung haben könnte. „Sehen heißt Verstehen. Ein Laserpointer-Feedback der Raummessung wird direkt an die App geschickt, optimalerweise noch mit Messung durch Feuchtigkeitssensoren“, so ein Student dieses Teams. Dadurch entstehe Zufriedenheit bei Kundinnen und Kunden, die sich dem Thema Heimwerken stellen möchten.
    Eine weitere Gruppe der Knauf Bauprodukte GmbH überlegte sich statt einer App einen auf künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Agenten. „Es gibt von bekannten Baumärkten bereits viele Apps im Heimwerkerbereich. Verbraucherinnen und Verbraucher warten nicht auf noch eine weitere App“, fand ein Student. „Bekannte Suchmaschinen nutzen die Kundinnen und Kunden, aber im Bereich Heimwerken muss die Beratung verständlich und individuell sein.“ In dem KI-Agenten könnten Nutzererfahrungen eingearbeitet werden und das Programm mit Smart Guide interagieren. „Das bedeutet: individuelle Planung und Live-Begleitung“.
    Zusammenfassend waren sich die Studierenden einig: KI übernehme keine Verantwortung, die Entscheidungen treffe immer noch der Mensch. Das Ziel: „Das Beste aus beiden Welten zusammenführen“, formulierte ein Student und appellierte an Sensibilität und Bewusstsein in der Verwendung von KI.
    Bewertung der Jury und Gewinnerteam
    Die Teams hatten jeweils drei Minuten Zeit, ihre Ideen, die sie den Tag über erarbeitet haben, zu präsentieren. Die vierköpfige Jury setzte sich zusammen aus Prof. Dr. Christina Völkl-Wolf, Professorin für E-Commerce und Online-Marketing an der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik sowie Gleichstellungsbeauftragte für Frauen in Wissenschaft und Kunst an der THWS, Dr. Christian Seynstahl, Leitung Fachbereich Standortpolitik und Unternehmensförderung an der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt, Lisa Straub vom neuen Venture-Capital-Fond 14leafs, sowie Günther Bader, der den AktivSenioren Bayern e.V. vertrat. Der Verein unterstützt Existenzgründende, kleine und mittlere Unternehmen sowie gemeinnützige Organisationen bei betriebswirtschaftlichen Aufgaben.
    Bei der Bewertung berücksichtigte die Jury fünf Kriterien: Innovationsgrad der Idee, Umsetzbarkeit in die Praxis, Präsentation und Gesamteindruck.
    Den ersten Platz verdiente sich die Gruppe, die sich mit Verstehen und Nutzung von Open Data auseinandersetzte:
    - Lucas Bühler, Studiengang IT Security
    - Vincent Dölker, Wirtschaftsinformatik
    - Lisa Grummet, Digitale Gesellschaft
    - Marvin Kuhn, Wirtschaftsinformatik
    - Jonathan Schmid, Wirtschaftsinformatik

    Platz zwei ging an die Idee „Smart Guide Trockenbau“:
    - Irene Gitsis, E-Commerce
    - Maja Ott, Digitale Gesellschaft
    - Katharina Schlund, Digitale Gesellschaft

    Den dritten Platz sicherten sich die Studierenden der Challenge „Robodog looking for a job“:
    - Melanie Kurmaschev, Digitale Gesellschaft
    - Diana Laudert, Digitale Gesellschaft
    - Sebastian Mattedi, Wirtschaftsinformatik

    Prof. Dr. Völkl-Wolf gratulierte alle Teilnehmenden: „Die Studierenden haben heute eindrucksvoll bewiesen, dass sie in nur wenigen Stunden Aufgaben lösen und ihre Ideen professionell präsentieren konnten.“ Gerade der dritte Platz sei sehr schwer zu bewerten gewesen, meint Prof. Dr. Völkl-Wolf, da die Studierende viele innovative Lösungen vorgestellt hätten.
    Dr. Andersen fasste die Challenge zusammen: „Auch dieses Mal war es wieder ein gelungenes Event. Das Feedback, das wir heute von den Studierenden und Challenge-Gebern bekommen haben, bestätigt das.“

    Ausführliche Informationen zu den Studiengängen:
    Bachelorstudiengang Informatik
    Bachelorstudiengang E-Commerce
    Bachelorstudiengang Digitale Gesellschaft

    Über das ZDI Mainfranken
    Das ZDI Mainfranken ist eines der vier Gründerzentren in Würzburg und setzt den Fokus auf (Vor-)Gründungen aus dem digitalen Bereich. Es steht außerdem für die einfache und unkomplizierte Vernetzung von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen. Coworking-Plätze, Werkstätten und Büros bieten speziell Vorgründern und jungen Start-ups ideale Bedingungen für ihren Unternehmensstart.

    Über die THWS
    Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.

    Kontakt:
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
    Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik
    Prof. Dr. Michael Müßig
    Münzstraße 12
    97070 Würzburg
    michael.muessig@thws.de

    Pressekontakt:
    Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
    Angela Kreipl
    Münzstraße 12
    97070 Würzburg
    angela.kreipl@thws.de
    0931 3511-8354


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    Grund zur Freude: Wie man Open Data optimal nutzt, war die Kernfrage des Teams, das sich durch seine innovativen Ideen und ihr Know-how den ersten Platz sicherte.
    Grund zur Freude: Wie man Open Data optimal nutzt, war die Kernfrage des Teams, das sich durch seine ...
    Source: Anne Speda
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    Während ihres Ideen-Pitches der Innovation-Challenge hatten die Studierenden je drei Minuten Zeit, die Jury von ihrer Kreativität und ihrem Wissen zu überzeugen
    Während ihres Ideen-Pitches der Innovation-Challenge hatten die Studierenden je drei Minuten Zeit, d ...
    Source: Anne Speda
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    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Information technology
    transregional, national
    Contests / awards, Studies and teaching
    German


     

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