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01/27/2026 13:00

„Weitere Spezialisierung für noch gezieltere Behandlung von Nierenerkrankungen“

Mag. Doris Heidegger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Universität Innsbruck

    Die Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nephrologie und Hypertensiologie hat seit vergangenem Herbst einen neuen Direktor. Der 40-jährige Tiroler Andreas Kronbichler ist ein Experte auf dem Gebiet entzündlicher Gefäßerkrankungen, die oft mit Nierenversagen einhergehen. Der gut vernetzte Arzt und Wissenschafter setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und die aktive Beteiligung an klinischen Studien.

    Innsbruck, am 27. Jänner 2026: Andreas Kronbichler will die internationale und interdisziplinäre Ausrichtung der Innsbrucker Nephrologie als Klinikdirektor weiter stärken. Nach Studium und klinischer Ausbildung in Innsbruck, mehrjähriger Auslandserfahrung an der Universität Cambridge und am Universitätsklinikum Jena, konnte er im Rahmen einer Gastprofessur an der Linköping Universität in Schweden zudem ein großes Register für seltene Nierenerkrankungen mit insgesamt 105 Zentren weltweit aufbauen.

    „Als sein Vorgänger kenne ich Andreas Kronbichler bereits seit vielen Jahren und schätze ihn als engagierten Arzt und exzellenten, gut vernetzten Wissenschafter. Ich bin sicher, dass er seine Sache auch als Klinikdirektor in gewohnt professioneller Art fortsetzen wird“, sagte Rektor Gert Mayer, der die Univ.-Klinik für Innere Medizin IV über 26 Jahre lang leitete, im Rahmen einer Pressekonferenz. Auch Alois Obwegeser, Ärztlicher Direktor der Klinik Innsbruck betonte: „Die Nephrologie ist ein Fach, das mit vielen anderen Bereichen der Medizin im Austausch steht. Umso wichtiger ist es, dass wir mit Andreas Kronbichler einen aufstrebenden und trotzdem erfahrenen Arzt und Forscher an der Spitze dieser Klinik haben.“

    Nischenfach mit Breitenwirkung
    Die Innsbrucker Univ.-Klinik für Nephrologie und Hypertensiologie ist ein Zentrum für die Diagnostik und Behandlung von Bluthochdruckerkrankungen, an dem neben Nierenerkrankungen auch hormonelle oder gefäßbedingte Ursachen untersucht und erforscht werden. Zudem wurde die Klinik erst kürzlich zum einzigen Expertisezentrum für seltene Nierenerkrankungen in Österreich ernannt (Leitung: Michael Rudnicki), das eine strukturierte Versorgungsform innerhalb der Nephrologie-Ambulanz mit starker interdisziplinärer Ausrichtung darstellt. Eine besondere Bestätigung stellt in diesem Zusammenhang die Einladung der neuen, von der führenden Plattform GlomCon unterstützten Fachzeitschrift Rare Kidney Diseases an Andreas Kronbichler dar, seine umfassende Expertise als Chefredakteur des Journals einzubringen.

    „Selbst in einem Nischenfach wie der Nephrologie braucht es weitere Spezialisierung, auch, weil Nierenerkrankungen viele Menschen – immerhin zehn Prozent der Bevölkerung – betreffen und enorme Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben. Erkrankungen der Niere erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden. Mit einer alternden Bevölkerung und verbreiteten Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes steigt die Häufigkeit von Nierenerkrankungen und damit wächst auch die Bedeutung dieses Fachs“, erklärt Andreas Kronbichler, an dessen Klinik maximal 26 Betten für nierenkranke Patient:innen sowie 16 Dialyse-Betten in drei Schichten pro Tag bereitstehen. In vier Ambulanzräumen werden durchschnittlich dreißig Patient:innen pro Tag behandelt.

    Dialyse verhindern
    Auch wenn sich die Blutzuckerkontrolle insgesamt verbessert hat, ist Diabetes nach wie vor einer der häufigsten Gründe für eine Dialyse*, die möglichst verhindert werden soll. „Die Niere ist ein ‚stilles Organ‘, viele Betroffene bemerken frühe Schäden nicht“, berichtet Kronbichler, der für Screenings auf Eiweiß im Urin und die Bestimmung der geschätzten Filterleistung (eGFR), vor allem bei Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes schon in jüngeren Jahren plädiert. In einer unlängst veröffentlichten Studie unter der Leitung der Innsbrucker Nephrologie konnte das Protein DKK3, das bei Zellschädigungen in den Nieren vermehrt im Urin gebildet wird, als Indikator für den Verlauf chronischer Nierenerkrankungen bei Diabetiker:innen identifiziert werden. „Damit können wir das Risiko für Nierenversagen noch besser vorhersagen und eine Dialyse oder Transplantation im besten Fall verhindern“, so Kronbichler.

    Forschungsergebnisse dieser Art sind ein zentraler Aspekt in der Nephrologie in Innsbruck, die an zahlreichen klinischen Phase II- und III-Studien sowie internationalen Kooperationen beteiligt ist. „Neue Antikörpertherapien, etwa bei der IgA Nephropathie – der häufigsten chronisch-entzündlichen Nierenerkrankung – zeigen, wie rasch sich dieses Feld entwickelt. Gleichzeitig entstehen neue Schnittstellengebiete wie die Onko-Nephrologie. Wir sehen, dass moderne Krebs- therapien in vielen Fällen mit Nebenwirkungen für der Niere verbunden sind“, berichtet Kronbichler. Um Patientinnen und Patienten den Zugang zu innovativen Behandlungen zu erleichtern, will er Studienstrukturen weiter ausbauen und die Zusammenarbeit mit der Hämatologie und Onkologie, der Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie sowie auch mit den Forschungsgruppen am Biozentrum besonders stärken. Die kurzen Wege zwischen Labor und Klinik am Standort Innsbruck begünstigen diese Intentionen.

    *) Dialyse ist eine künstliche „Blutwäsche“, d.h. es werden viele Aufgaben der Nieren – wie die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und Salzen sowie der Ausgleich des Wasser- und Säure-Basenhaushaltes – durch eine spezielle Behandlung übernommen. Ohne diese könnten Patient:innen, deren Nieren nicht mehr arbeiten, nicht überleben.
    Mit diesem Verfahren werden allerdings nur sieben bis zehn Prozent der Nierenfunktion abgedeckt, weshalb eine Transplantation angestrebt wird.
    Es gibt verschiedene Dialyseverfahren; am häufigsten werden die Hämodialyse und die Peritonealdialyse angewendet.


    More information:

    https://experts.i-med.ac.at/experte/andreas-kronbichler/ Zur Person


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    Andreas Kronlechner leitet seit vergangenem Herbst die Innsbrucker Univ.-Klinik für  Innere Medizin IV mit den Schwerpunkten Nephrologie und Hypertensiologie
    Andreas Kronlechner leitet seit vergangenem Herbst die Innsbrucker Univ.-Klinik für Innere Medizin ...
    Source: Florian Lechner
    Copyright: MUI/F.Lechner


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Medicine
    transregional, national
    Personnel announcements
    German


     

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