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02/02/2026 11:00

Mehrlagiges Flachsfasergewebe für alternative Sitzmöbel mit flexibler Geometrie

Britta Widmann Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft

    Der Aspekt Nachhaltigkeit spielt für immer mehr Konsumierende eine wichtige Rolle beim Möbelkauf. Forschende des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut, WKI haben im Forschungsprojekt LinumTube moderne Sitzmöbel geschaffen, die sich leicht demontieren, umbauen, transportieren und hochwertig recyceln lassen. Die Stecksysteme bestehen aus nur zwei Werkstoffen: Naturfasertextil und Stahlrohren.

    Viele Sitzmöbel sind nicht für den langfristigen Gebrauch und die einfache Montage und Demontage konzipiert. Oftmals sind sie bereits nach dem ersten Umzug kaputt. Dies gilt nicht für die Bänke, Stühle und Hocker, die im Rahmen des Kooperationsprojekts LinumTube unter Leitung des Fraunhofer WKI entstanden sind. Ziel des Projektkonsortiums war es, ökologisch nachhaltige Sitzmöbel für die Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. Die Möbel für den Indoor-Bereich bestehen aus einer Unterkonstruktion aus Stahl und einem Bezug aus Flachsfasern, die sich durch eine zerstörungsfreie Demontage sortenrein voneinander trennen lassen. Dadurch können die Komponenten wiederverwendet, neu angeordnet und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden. Durch die innovative Formgebung und Kombination der Stahl- und Textilkomponenten ist eine stabile, tragfähige Gesamtkonstruktion entstanden, die ohne Verklebungen oder Verschraubungen auskommt. Der Fokus der Arbeiten am Fraunhofer WKI lag auf der Entwicklung und Herstellung des mehrlagigen Flachsfasergewebes, der Projektpartner Studio Jonathan Radetz war insbesondere für die Unterkonstruktion und das Design verantwortlich. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

    Stecksystem ermöglicht schnelle Montage und Demontage

    »Unser Ansatz war es, die Sitzmöbel so einfach wie möglich zu gestalten, um sie schnell ab-, auf- und umbauen zu können, sodass sie auch problemlos bei Umzügen zerlegbar sind«, sagt Christina Haxter, Wissenschaftlerin am Fraunhofer WKI. »Unser Fokus lag zudem auf dem Aspekt Nachhaltigkeit, dem wir mit den verwendeten Materialien nachkommen. Durch Demontage lassen sich die Möbel in ihre Einzelkomponenten – Stahlrohre und Naturfasergewebe – zerlegen und so verschiedenen, teilweise langjährig fest etablierten Stoffkreisläufen zuführen.«

    Innovatives Konstruktionsprinzip und hochmoderne Webtechnik

    Die Bezüge aus mehrlagigem, stabilem und dickem Flachsfasergewebe sind mit inte-grierten Kanalstrukturen versehen, sodass sie sich problemlos über die Stahlrohre aufziehen lassen. Hergestellt werden sie auf einer Doppelgreifer-Webmaschine am Fraunhofer WKI. Das Gewebe kommt am Stück aus einem Guss aus der Maschine und muss nicht nachträglich vernäht oder zugeschnitten werden. Lediglich die Ränder müssen im Anschluss versäubert werden, ansonsten sind keine weiteren Bearbeitungsschritte erforderlich. Haxter: »Man kann das Gewebe aus der Maschine nehmen und nach einer kurzen Versäuberung der Ränder direkt auf die Stahlrohre aufziehen.«

    Es gibt die Bezüge in unterschiedlicher Ausfertigung: bunt oder naturfarben, mit oder ohne Fransen, mit oder ohne lamellenartige Strukturen, die der Sitzflächen einen gerafften Polstereffekt verleihen und für zusätzlichen Sitzkomfort sorgen. Wie sich die Anordnung der Strukturen auf die Montage und Demontage auswirkt, war ein Aspekt, den die Projektleiterin gemeinsam mit dem Team bei der Entwicklung des Gewebes berücksichtigen musste. Dank zusätzlicher integrierter Strukturen an der Gewebeober- und -unterseite können auf Wunsch herausnehmbare LED-Streifen in das Gewebe eingezogen werden, um durch indirekte Beleuchtung eine gemütliche Atmosphäre im Raum zu erzeugen. Auch die Stahlkonstruktion liegt in unterschiedlichen Geometrien – als Rund- oder Vierkantrohre – vor. Eine Auswahl an Füßen stabilisiert die Rohre.

    Ganzheitliches, variables Designkonzept

    Ein ganzheitliches, variables Designkonzept erlaubt es, die verschiedenen Gewebe mit unterschiedlichen Stahlunterkonstruktionen zu kombinieren. Das Konzept gewährleistet, dass sich die Dimensionen der Möbelstücke anpassen lassen und so aus den Einzelkomponenten verschiedene Gestaltungselemente zusammengebaut werden können. Erste Prototypen der Sitzmöbel wurden bereits auf renommierten Möbelmessen einem internationalen Publikum präsentiert.


    More information:

    https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2026/februar-2026/mehrla...


    Images

    Integrierte optionale LED-Beleuchtung im Gewebe
    Integrierte optionale LED-Beleuchtung im Gewebe

    Copyright: © Fraunhofer WKI/Manuela Lingnau


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Art / design, Environment / ecology, Materials sciences, Mechanical engineering
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

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