idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Seit dem Schuljahr 2021/2022 können Gymnasien in Nordrhein-Westfalen das Fach Wirtschaft als Wahlpflichtangebot in der Jahrgangsstufe 10 anbieten. Das Center for Entrepreneurship der HSBI kooperiert dafür jetzt mit der Marienschule der Ursulinen Bielefeld und dem Evangelischen Gymnasium Werther. Die Schüler:innen sollen früh und praxisnah an Unternehmensgründung herangeführt werden. Auftakt bildete eine Kickoff-Vorlesung in der Hochschule, in der die Jugendlichen Grundlagen zum Gründen lernten und einen echten Startup-Pitch erlebten. In den nächsten Wochen entwickeln die Schüler:innen jetzt eigene Geschäftsideen.
Bielefeld (hsbi). An diesem Morgen wirkte der Hörsaal B3 der Hochschule Bielefeld (HSBI) ungewöhnlich jung. Wo sonst Studierende lernen, nahmen am Freitag, 23. Januar, über 70 Zehntklässler:innen Platz. Eigentlich besuchen sie zwei Gymnasien der Region, die Marienschule der Ursulinen in Bielefeld und das Evangelische Gymnasium Werther. Der Termin im Hörsaal war der Auftakt zu einem mehrwöchigen Projekt, das Unternehmergeist früh wecken und das Thema Wirtschaft greifbar machen soll.
Denn: Seit dem Schuljahr 2021/2022 können Gymnasien in Nordrhein-Westfalen das Fach Wirtschaft als Wahlpflichtangebot in der Jahrgangsstufe 10 anbieten. Einer von vier möglichen inhaltlichen Schwerpunkten dabei ist die Unternehmensgründung, oder neudeutsch: Entrepreneurship. Das Team vom Center for Entrepreneurship (CFE) der HSBI kooperiert dafür jetzt mit den zwei Gymnasien und unterstützt mit Wissen und Praxiserfahrung. Die Veranstaltung in der Hochschule mit Vorlesung und Startup-Pitch bildete den Auftakt zu einer mehrwöchigen Projektphase, in der die Schüler:innen ihre eigenen Startup-Ideen entwickeln und diese zum Abschluss vor einer Jury präsentieren.
Das CFE unterstützt mit Expertise
Doch zurück zum Anfang: Initiiert wurde die Zusammenarbeit mit den Schulen vom CFE, der hochschulübergreifende Anlaufstelle für Gründungsinteressierten der HSBI. „Wir unterstützen in allen Phasen der Unternehmensgründung, von der ersten Idee über die Vermittlung in Förderprogramme bis zur tatsächlichen Gründung“, erklärt Prof. Dr. Tim Kampe, der das CFE gemeinsam mit Prof. Dr. Ingo Ballschmieter leitet. Über 120 Gründungsteams hat das CFE in den vergangenen Jahren betreut. In Workshops und regelmäßigen Coachings werden die Gründenden umfassend auf den Unternehmeralltag vorbereitet und individuell zu allen ökonomischen, rechtlichen und persönlichen Fragen beraten.
Diese Expertise gab es für die Schüler:innen am Freitag im Schnelldurchlauf: Kampe und Ballschmieter stellten in ihrer Vorlesung das Einmaleins des Gründens vor: Von verschiedenen Gründungsformen über Chancen und Risiken bis zum „Mindset“, das Gründer:innen brauchen. In Diskussionsrunden und bei kleinen Aufgaben konnten die Schüler:innen das Gelernte direkt ausprobieren.
„Wie bei Höhle der Löwen“: Schüler:innen müssen selbst pitchen
Nach der Mittagspause wurde es dann konkret: KoWiTec, ein Startup aus dem CFE-Umfeld, stellte seine Geschäftsidee vor, natürlich in Form eines Pitches. Wie lang sollte ein guter Pitch sein? Wie fesselt man sein Publikum gleich am Anfang? Und welche Informationen dürfen auf keinen Fall fehlen? Die Schüler:innen machten fleißig Notizen, denn auf die Auftaktvorlesung in der Hochschule folgt jetzt eine mehrwöchige Arbeitsphase an den Schulen.
Über zwei Monate lang entwickeln die Jugendlichen in ihren Wirtschaftskursen eigene Geschäftsideen, arbeiten an Geschäftsmodellen und bereiten ihre Pitch-Präsentationen vor -- „wie bei der Höhle der Löwen“, so die Anweisung. Begleitet werden sie von ihren Lehrkräften, unterstützt durch Materialien, die das CFE eigens für das Projekt entwickelt hat. Den Abschluss bildet dann erneut eine Veranstaltung in der HSBI im Frühjahr, bei der die Schüler:innen ihre Ideen vor einer Jury aus Mitarbeiter:innen des CFE, Gründer:innen und den Lehrkräften präsentieren.
„Es wird spannend sein zu erfahren, vor welche Aufgaben man gestellt ist, wenn wir in den kommenden Wochen den Prozess durchspielen, selbst ein Unternehmen zu gründen“, sagt Schülerin Marlena Terlutter (16) von der Marienschule der Ursulinen. „Der Start war schon mal ziemlich gut – nette Dozenten, helle großzügige Räume, gute Atmosphäre. Hier kann man sich wohlfühlen.“ Ein erstes Fazit von Schülerin Ilef Selmi vom Ev. Gymnasium Werther nach der Kickoff-Vorlesung: „Eine Erkenntnis wird uns fürs Leben begleiten: Unternehmer sind Menschen, die Dinge tun, bevor sie bereit sind." Und ihr Mitschüler Titus Urban ergänzt: „Ich kann es kaum erwarten, mit der Planung zu beginnen!"
Theorie und Praxis nahtlos verbinden
Prof. Dr. Natalie Bartholomäus, HSBI-Vizepräsidentin für Transfer und gesellschaftliche Wirkung: „Als Hochschule unterstützen wir diese Zusammenarbeit gerne, weil sie Theorie und Praxis nahtlos verbindet, Unternehmergeist früh weckt und damit auch unsere Region und Wirtschaft langfristig stärkt. Das Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, wie Schulen und Hochschulen gemeinsam eine frühzeitige Auseinandersetzung mit Gründungsthemen ermöglichen können.“
Sabine Koch, Schulleiterin am Gymnasium Werther: „Wir haben uns sehr auf dieses Projekt gefreut. Die Zusammenarbeit kann für unsere Schüler:innen eine ganz andere Lernerfahrung bieten, weil wir mit der Hochschule neben der Praxiserfahrung ein neues Setting und einen außerschulischen Lernort haben.“ Begleitet wurden die Schüler:innen auch von ihren Lehrkräften Florian Grote und Hendrik Zilske vom Ursulinen-Gymnasium und Christian Möllenbrock vom Gymnasium Werther, die die Schüler:innen in den nächsten Wochen an den Schulen inhaltlich begleiten werden.
Auch aus Sicht des CFE liegt der Mehrwert dieser Kooperation auf der Hand. Prof. Dr. Ingo Ballschmieter: „Je eher wir in der Bildungslaufbahn ansetzen, um Unternehmensgründungen zu fördern, desto besser! Das Wahlpflichtfach Wirtschaft mit dem Schwerpunkt Unternehmensgründung bietet die Möglichkeit, bereits auf dem Gymnasium unternehmerisches Denken und Handeln zu vermitteln. Und wer weiß, vielleicht begleitet das CFE in ein paar Jahren die Schülerinnen und Schüler bei einer tatsächlichen Gründung?“ Der Grundstein dafür ist mit der neuen Kooperation auf jeden Fall gelegt.
https://www.hsbi.de/presse/pressemitteilungen/hoersaal-statt-klassenzimmer-schue... Pressemitteilung auf www.hsbi.de
Einige der Teilnehmenden des Kooperationsprojekt, darunter Lehrkräfte und Schüler:innen der Gymnasie ...
Copyright: F. Hüffelmann/HSBI
"Entreprenurship in a Nutshell": In der Vorlesung lernten die Schüler:innen Grundlagen des Gründens, ...
Copyright: F. Hüffelmann/HSBI
Criteria of this press release:
Journalists, Teachers and pupils
Economics / business administration
transregional, national
Schools and science, Transfer of Science or Research
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).