idw - Informationsdienst
Wissenschaft
ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (ForTra) unterstützt 14 Forschungsprojekte bei regulatorischen Fragen
Bad Homburg v. d. Höhe, 5. Februar 2026 – Die ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (ForTra) unterstützt erstmals gezielt die regulatorische Beratung bei dem Übergang von der präklinischen Entwicklung zur klinischen Anwendung. Im Rahmen der neuen Ausschreibung werden ab sofort 14 ausgewählte Forschungsprojekte mit insgesamt 1,1 Millionen Euro unterstützt. Das Ziel der Förderung besteht darin, Forschende bei der professionellen Vorbereitung und Durchführung regulatorischer Beratungsgespräche mit Zulassungsbehörden zu begleiten. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die klinische Studie.
Regulatorische Anforderungen als Engpass der klinischen Translation
Der Übergang von der präklinischen Forschung in die klinische Anwendung stellt Forschende vor vielfältige Herausforderungen. Eine der größten Hürden sind die komplexen regulatorischen Anforderungen für die Genehmigung klinischer Studien. In dieser Phase sind die Beratungsleistungen spezialisierter Consulting-Unternehmen unverzichtbar, beispielsweise bei der strategischen Vorbereitung von Gesprächen mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) oder dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
ForTra schließt gezielt eine strukturelle Förderlücke
Trotz ihrer zentralen Bedeutung stellt die Finanzierung regulatorischer Beratungsleistungen für akademische Arbeitsgruppen ein kaum zu lösendes Problem dar. Klassische Forschungsförderprogramme decken diese Kosten in der Regel nicht ab, und Investoren steigen meist erst zu einem späteren Entwicklungszeitpunkt ein. Mit ihrer neuen Ausschreibung setzt die ForTra genau an dieser Stelle an und schließt eine bislang bestehende Förderlücke im Forschungstransfer.
Von den insgesamt 35 eingereichten Anträgen werden nun 14 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 1,1 Millionen Euro unterstützt. „Der Bedarf an regulatorischer Beratung auf dem Weg in klinische Studien ist riesig”, erklärt Prof. Dr. Martin Zörnig, Geschäftsführer der ForTra gGmbH. „Mit unserer Förderung stärken wir gezielt Projekte, die als nächsten Entwicklungsschritt die Durchführung einer klinischen Studie planen, und beschleunigen so den Transfer in die klinische Anwendung.“
Breites medizinisches Spektrum
Die 14 ausgewählten Projekte decken ein breites Spektrum der medizinischen Forschung ab. In der Krebsforschung reichen sie von Impfstoffen gegen Melanome und neuen Krebsimmuntherapien über die technische Entwicklung einer verbesserten Mikrostrahltherapie bis hin zur KI-gestützten Raman-Spektroskopie zur Tumorrandbestimmung während chirurgischer Eingriffe. Weitere Projekte befassen sich unter anderem mit Atemwegserkrankungen, Schlaganfalldiagnostik im Rettungsdienst, einer neuartigen Therapie neuropathischer Schmerzen und kontaminationsfreien Injektionssystemen. Die Bandbreite der Vorhaben unterstreicht den Anspruch der ForTra, exzellente Forschung aus unterschiedlichen medizinischen Disziplinen auf dem Weg in die klinische Anwendung zu unterstützen.
Im Folgenden werden drei Projekte aus den Bereichen Kardiologie, Atemwegs- und Augenheilkunde exemplarisch vorgestellt:
Herzinsuffizienz schonender behandeln: Dr. Florian Meißner, Manuela Schön, Prof. Dr. Wolfgang Bothe, Universitäts-Herzzentrum Freiburg, Bad Krozingen
Das Projekt „HeartGate“ hat zum Ziel, ein neues, minimalinvasives Verfahren zur Implantation von Herzunterstützungssystemen zu entwickeln. Weltweit sind rund 64 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen. Die 5-Jahres-Mortalität im fortgeschrittenen Stadium liegt bei etwa 75 Prozent. Da es zu wenige Spenderherzen gibt, werden mechanische Herzunterstützungssysteme immer wichtiger. „HeartGate“ entwickelt ein Implantationsset, mit dem ein solches System ohne Herz-Lungen-Maschine eingesetzt werden kann und so auch für besonders gefährdete Patientinnen und Patienten neue Behandlungsmöglichkeiten schafft. „Die regulatorische Förderung der ForTra GmbH bringt uns unserem Ziel, die chirurgische Therapie der Herzinsuffizienz nachhaltig sicherer zu machen, einen großen Schritt näher“, erklärt Dr. Meißner.
Mehr Sicherheit für Früh- und Neugeborene: Dr. Navid Bonakdar und Prof. Dr. Patrick Morhart, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
In ihrem Projekt „SMART-NEO" befassen sich Dr. Bonakdar und Prof. Dr. Morhart mit der sicheren Absaugung von Sekret aus den Atemwegen bei beatmeten Früh- und Neugeborenen – ein Routineeingriff, der mehrfach täglich erfolgt. Mithilfe eines KI-gestützten Systems werden Druck- und Flusssignale in Echtzeit erfasst und die Saugleistung automatisch angepasst. Dadurch werden gefährliche Unterdruckspitzen vermieden und die empfindliche Lungenstruktur der Frühgeborenen geschützt. Allein in Deutschland könnten jährlich etwa 60.000 Babys von dieser Technologie profitieren. „In einem Markt, der für die Industrie zu klein ist, scheitern Innovationen oft nicht an der Technik, sondern an der Zulassung – die ForTra-Förderung hilft uns, diese Hürde zu nehmen und die Kleinsten zu erreichen“, erklärt Dr. Bonakdar.
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) früher erkennen: Prof. Dr. Thomas Ach, Universitäts-Augenklinik Bonn
Im Bereich der Augenheilkunde unterstützt die ForTra das Projekt „AMDdetector“ von Prof. Dr. Ach. Ziel ist es, frühe krankhafte Ablagerungen der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) sichtbar zu machen – Jahre bevor sie mit den heutigen Standardverfahren detektierbar sind. Mithilfe spezieller, sehr genauer Kameras, die den Augenhintergrund untersuchen, sowie zusätzlicher Bildauswertungen mit eigens entwickelter Software und Analyse-Algorithmen könnte die AMD und ihre Vorstufen künftig bereits sieben bis zehn Jahre früher erkannt werden. Dadurch würden sich neue Ansatzpunkte für Therapien ergeben. „Die Ziele der ForTra-Förderung tragen dem Bedürfnis Rechnung, unser Projekt ‚AMDdetector‘ gezielt zu unterstützen, um regulatorische Anforderungen frühzeitig zu berücksichtigen und die notwendigen Weichen für eine spätere Zertifizierung und Markteinführung zu stellen“, betont Prof. Dr. Ach.
ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (ForTra)
Die ForTra ist eine gemeinnützige Tochtergesellschaft der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Zweck der Gesellschaft ist die Förderung der medizinischen Wissenschaft und Forschung sowie die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens durch die Übertragung medizinischer Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung zum Nutzen der Patientinnen und Patienten sowie der öffentlichen Gesundheitspflege. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.ekfs.de/translatorik
Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – Forschung fördern. Menschen helfen.
Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt humanitäre Projekte. Bis heute hat sie rund 2.800 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell rund 60 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.ekfs.de/
Pressekontakt
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Bianka Jerke
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: + 49 6172 8975-24
E-Mail: b.jerke@ekfs.de
Wissenschaftlicher Ansprechpartner
ForTra
Prof. Dr. Martin Zörnig
Geschäftsführer der ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (ForTra)
Tel.: +49 6172 8975-12
E-Mail: m.zoernig@fortra-forschungstransfer.de
https://ekfs.de/aktuelles/presse/translation-die-klinik-11-millionen-euro-fuer-r...
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Medicine
transregional, national
Contests / awards
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).