idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/05/2026 17:16

Zellen, Wasserstoff & CO2: Explosive Forschung für die Zukunft

Jessica Pleiner Pressestelle
Technische Hochschule Bingen

    Die TH Bingen hat aus den Mitteln des Programms „HAW-direkt“ neue Geräte und Komponenten angeschafft. Wissenschaftsminister Clemens Hoch ließ sich von den Forschenden demonstrieren, welche besonderen Forschungsprojekte nun möglich sind.

    Bingen-Büdesheim – Am 5. Februar 2026 besuchte Wissenschaftsminister Clemens Hoch die Technische Hochschule (TH) Bingen. Anlass waren neue Geräte bzw. Komponenten, die von der Hochschule aus den Mitteln des Landesprogramms „HAW-direkt“ angeschafft wurden. Insgesamt erhielt die TH Bingen 60.000 Euro zur Finanzierung benötigter Geräte. In den Laboren auf dem Büdesheimer Campus zeigten die Forschenden an einigen Beispielen, wie die Neuerwerbungen eingesetzt werden und welche Forschungsvorhaben geplant sind.

    „Mit den geförderten Projekten leistet die Technische Hochschule Bingen einen wichtigen Beitrag in den gesellschaftlich und technisch relevanten Feldern Wasserstofftechnologien und Biotechnologie. Die Forschungskompetenzen der HAW in diesen zukunftsträchtigen Bereichen spielen eine immer wichtigere Rolle für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Rheinland-Pfalz insgesamt – deshalb wollen wir diese weiter ausbauen und nachhaltig stärken. Mit dem Förderproramm „HAW-direkt“ verfolgt die Landesregierung eine, auf vorhandene Stärken setzende, zukunftsorientierte Forschungsförderung. 2025 ging rund eine Million Euro an die Hochschulen für angewandte Wissenschaften für die Ausstattung von Forschungsprojekten im Rahmen von ‚HAW-direkt‘“, so Wissenschaftsminister Clemens Hoch. In den rheinland-pfälzischen HAW stecke enormes Potenzial für hochrelevante Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und Erkenntnisfortschritte zum Wohle von Wirtschaft und Gesellschaft. Hoch bedankte sich für die Vorstellung der geförderten Projekte und wünschte allen Beteiligten viel Erfolg.

    Explosive Wasserstoffforschung

    Den Anfang machte die Binger Modellfabrik. Hier werden verschiedene Verfahren und technische Einstellungen im Kleinen getestet, bevor sie in Unternehmen umgesetzt werden. Durch ein neues Modul kann die Modellfabrik zur Versuchsstation für die Nutzung von Wasserstoff umgerüstet werden.

    Damit Wasserstoff für verschiedene Zwecke genutzt werden kann, muss er möglichst frei von Nebenprodukten sein. Prof. Dr. Bernhard Seyfang demonstrierte, wie mit der Modellfabrik die Abscheidung (Entfernung) von CO2 aus der Umgebungsluft und aus wasserstoffhaltigen Stoffströmen erforscht werden soll.

    In der Wasserstoffforschung gibt es noch einige offene Fragen. Am Wasserstoff-Prüfstand untersucht Prof. Dr.-Ing. habil. Herbert Baaser, wie Dichtungen unter Wasserstoff-Atmosphäre und hohen Drücken von bis zu 1‘000 bar bei schlagartigem Druckabfall reagieren. Mithilfe der neuen Erweiterung können Werkstoffproben beim Versuch beobachtet und der Druckabfall für spezielle Anforderungen geregelt werden. Bei diesen typischen Szenarien besteht die Gefahr der Explosion einer Dichtung. Das Team der TH Bingen geht der Frage nach, welche Werkstoffe, Materialien und Bedingungen am besten für den Einsatz mit Wasserstoff geeignet sind.

    KI hilft bei der Datenauswertung

    Zum Schluss ging es ans Mikroskop. Prof. Dr. Kerstin Troidl und Prof. Dr. Florian Heigwer stellten die neu erworbene CO2-Steuereinheit vor. Sie regelt die CO₂-Konzentration und schafft so stabile Bedingungen für die Untersuchung lebender Zellen und Kleinstlebewesen. Damit werden Live-Cell-Imaging (Bildgebung lebender Zellen) und Langzeitbeobachtungen von Zellprozessen möglich. „Das ist zum Beispiel in einem Projekt zur Wundheilung relevant“, so Prof. Dr. Kerstin Troidl.

    Bei diesen Beobachtungen entstehen große Mengen an Bilddaten. Noch vor einigen Jahren hätte die Auswertung ziemlich lange gedauert. Heute kommt ein weiteres Gerät ins Spiel: eine KI-Workstation direkt im Labor. Die künstliche Intelligenz macht eine schnelle, automatisierte Auswertung möglich.

    Explodiert ist bei der Demonstration zum Glück nichts. Die Geräte und Forschungsaufbauten funktionierten einwandfrei. Der zukunftsträchtigen Forschung an der TH Bingen steht somit nichts im Weg.

    HAW-direkt

    Das Förderprogramm „HAW-direkt“ richtete sich gezielt an die Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Die Hochschulen konnten eine Förderung zur Beschaffung von Geräten beantragen, die in Projekten eingesetzt werden, die einen Beitrag zu den Kompetenzfeldern Gesundheit, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit leisten. Insbesondere wurden die Schwerpunktthemen Biotechnologie, Künstliche Intelligenz und Wasserstofftechnologien in den Blick genommen.

    Die TH Bingen erhielt insgesamt 60.000 EUR für verschiedene Geräte und Komponenten.

    Wissenschaft an der TH Bingen erleben

    An der TH Bingen wird praktische Forschung großgeschrieben. Die Studierenden arbeiten an konkreten Projekten und erleben Forschung, die einen direkten Bezug zum Alltag und der Industrie hat.

    Interessierte können die TH Bingen vor Ort erleben: Am 17. April 2026 machen wir die Nacht zum Tag!
    • Nachmittags ab 16:00 Uhr startet der Hochschulinfotag. Lassen Sie sich beraten: Was ist das Richtige für mich – Vollzeitstudium oder ein duales Studium? Welche Studiengänge werden angeboten und was passt zu meinen Interessen? Wie bereite ich mich auf mein Studium vor?
    • Ab 19:00 Uhr beginnt die Nacht der Wissenschaft. Lassen Sie sich faszinieren von überraschenden Experimenten, testen Sie nachhaltige Technologien und werfen Sie einen Blick in die Forschungslabore. Wissenschaft hautnah zum Staunen, Entdecken und Mitmachen.

    Verbinden Sie Information mit Entertainment und lassen Sie nach dem Infotag den Abend bei der Nacht der Wissenschaft ausklingen.


    More information:

    https://www.th-bingen.de/hochschule/aktuelles/veranstaltungen/nacht-der-wissensc...
    https://www.th-bingen.de/hochschule/angebote-fuer-schulen/hochschulinfotag


    Images

    Minister Clemens Hoch (links) unter der fachkundigen Anleitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Herbert Baaser (2.v.l.) am Wasserstoff-Prüfstand in Aktion
    Minister Clemens Hoch (links) unter der fachkundigen Anleitung von Prof. Dr.-Ing. habil. Herbert Baa ...
    Source: Markus Dittrich
    Copyright: TH Bingen


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
    interdisciplinary
    transregional, national
    Science policy, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).