idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
02/06/2026 14:32

„KlangKunst“: Multizentrische Studie untersucht Kunst- und Musiktherapie bei Risikoschwangerschaft

Frederike Schäfer Marketing & Öffentlichkeitsarbeit
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

    Unter dem Titel „KlangKunst – Pränatale Bindungsförderung durch Kunst- und Musiktherapie“ untersucht ein Forschungsprojekt von Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, der Universitätsmedizin Essen und der MSH Medical School Hamburg im Rahmen einer multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Studie die Wirksamkeit von Kunst- und Musiktherapie bei Schwangeren mit medizinischen Komplikationen. Ziel ist es, die Stressbelastung stationär aufgenommener Schwangerer zu reduzieren und die pränatale Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken. Für die Umsetzung der Studie sucht das Projektteam nach teilnehmenden Kunst- und Musiktherapeut:innen und Kliniken der Gynäkologie und Geburtshilfe.

    Schwangerschaften mit medizinischen Komplikationen gehen häufig mit einer deutlich erhöhten psychischen Belastung einher. Ungewissheit, körperliche Einschränkungen, stationäre Aufenthalte und Sorgen um das ungeborene Kind können zu anhaltendem Stress, Angst und Gefühlen von Kontrollverlust führen. Dieser Stress wirkt sich nicht nur auf die Mutter, sondern auch auf das Kind aus. Hier setzt das Projekt „KlangKunst“ an. Durch die Verbindung von kunst- und musiktherapeutischen Methoden stellt das Projekt die Stabilisierung des Wohlbefindens und die Stressreduktion der Mutter in den Fokus. Darauf aufbauend folgen bindungsorientierte Ansätze wie eine angeleitete „Reise zum Baby“ oder die künstlerische Arbeit mit Ultraschallbildern. Musiktherapeutische Elemente, unter anderem mit resonanten Instrumenten wie der Sansula, begleiten die Prozesse und unterstützen Entspannung, emotionale Regulation und innere Wahrnehmung. Primäres Ziel der Studie ist die Reduktion der mütterlichen Stressbelastung während des Klinikaufenthalts.

    Initiiert wurde das Projekt von Dr. Petra Saltuari, Professorin für Kunsttherapie an der Alanus Hochschule, gemeinsam mit Dr. Susann Kobus, Projektleiterin des Zentrums für Künstlerische Therapien an der Universitätsklinik Essen, Musiktherapeutin, Privatdozentin an der Universität Duisburg-Essen und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Alanus Hochschule sowie Dr. Anne-Katrin Jordan, Professorin für Musiktherapie an der MSH Medical School Hamburg. Geplant ist die Zusammenarbeit mit mehreren Kliniken, um eine ausreichend große Stichprobe zu erreichen. „Die Schwangerschaft ist eine hochsensible Phase, in der Stress, Angst und Unsicherheit nicht nur die Mutter, sondern auch das ungeborene Kind beeinflussen können. Mit ‚KlangKunst‘ wollen wir gezielt dort ansetzen und einen therapeutischen Raum schaffen, der Stabilität, Beziehung und Selbstwirksamkeit fördert“, sagt Petra Saltuari.

    Ein zentraler Bestandteil von „KlangKunst“ ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Kunst- und Musiktherapeut:innen, Ärzt:innen und Pflegekräften. Durch einen strukturierten Austausch sollen die Interventionen sinnvoll in den Klinikalltag integriert und nicht als Zusatzangebot, sondern als Teil der Gesamtbehandlung verstanden werden. Das Projekt ist multizentrisch ausgelegt, berücksichtigt also Kliniken verschiedener Standorte. Langfristig versteht sich „KlangKunst“ als Modellprojekt für die berufspolitische Anerkennung Künstlerischer Therapien im medizinischen Bereich. Hochwertige wissenschaftliche Daten sollen dazu beitragen, diese Therapieformen nachhaltig in der klinischen Versorgung zu verankern.

    Derzeit wird das Projekt über Spenden finanziert. Die Mittel werden benötigt, um Kunst- und Musiktherapeut:innen in Kliniken einzusetzen, in denen bislang keine entsprechenden Stellen vorhanden sind. Kliniken, Fachkolleg:innen und Fördernde sind eingeladen, sich an der Umsetzung zu beteiligen und das Projekt zu unterstützen.

    Zur finanziellen Unterstützung des Projekts wurde zudem ein Spendenkonto eingerichtet:
    Spendenkonto:
    Universitätsmedizin Essen
    DE09370205000500050005
    Stichwort: KlangKunst


    Contact for scientific information:

    Wenn Sie sich an dem Projekt beteiligen möchten, melden Sie sich gerne beim Projektteam:
    Prof. Dr. Petra Saltuari, Alanus Hochschule für Kunst und Gestaltung: petra.saltuari@alanus.edu,
    PD. Dr. Susann Kobus, Zentrum für Künstlerische Therapien Universitätsmedizin Essen: Susann.Kobus@uk-essen.de,
    Prof. Dr. Anne-Katrin Jordan, MSH Medical School Hamburg: anne-katrin.jordan@medicalschool-hamburg.de.


    Images

    Künstlerische Arbeit in der Kunsttherapie
    Künstlerische Arbeit in der Kunsttherapie
    Source: Alanus Hochschule
    Copyright: Alanus Hochschule

    Musiktherapeutische Arbeit mit einer schwangeren Person
    Musiktherapeutische Arbeit mit einer schwangeren Person
    Source: Susann Kobus
    Copyright: Susann Kobus


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Art / design, Music / theatre, Psychology
    transregional, national
    Research projects
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).