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02/12/2026 07:06

Ungewöhnliche Spezialisten mit widersprüchlichen Anforderungen: Phototrophe Acidobakterien

Dr. Manuela Schüngel Stabsstelle Presse und Kommunikation
Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

    Mikrobe des Monats: Chloracidobacterium validum – valide Beschreibung einer neuen Familie und Ordnung der Acidobacteria

    Die Abteilung Mikroorganismen des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH beherbergt über 600 chlorophototrophe Bakterienstämme. Das sind Mikroben, die mithilfe von (Bacterio)Chlorophyll-Pigmenten Licht sammeln und daraus die Energie ziehen, die sie zum Leben brauchen. Mit dem kürzlich publizierten Bakterium Chloracidobacterium validum DSM 113832T umfasst die Bakterien-Sammlung der DSMZ (https://www.dsmz.de/collection/catalogue/microorganisms/catalogue) jetzt Repräsentanten aller acht bakteriellen Phyla, in denen chlorophototrophe Vertreter bisher weltweit nachgewiesen wurden (Cyanobacteria, Pseudomonadota, Chlorobi, Chloroflexota, Firmicutes, Gemmatimonadetes, Eremiobacterota und Acidobacteriota).

    Bakterien aus heißen Quellen im Yellowstone National Park
    Zwanzig Jahre nach der ersten Entdeckung dieser neuartigen und ungewöhnlichen Mikroben in einer Bakterienmatte in einer heißen Quelle im Yellowstone National Park wurde der taxonomische Name der Gattung Chloracidobacterium anhand eines Isolates aus Rupite, Bulgarien, für die Nachwelt „valide“ publiziert und ein für die Forschung ohne Einschränkungen zugänglicher Typenstamm verfügbar gemacht. Chloracidobacterium validum ist nach C. thermophilum der zweite isolierte Vertreter und offizieller Typenstamm dieser ungewöhnlichen Gattung, die Charakteristika der strikt anaeroben grünen Schwefelbakterien (Chlorobi) und den Sauerstoff produzierenden Cyanobakterien in einem Organismus vereint. „Mit der Kür dieses Bakteriums als ‘Microbe of the Month‘ bestätigt die international renommierte Microbiology Society den besonderen Status dieser ungewöhnlichen, wählerischen und schwer fassbaren, thermophilen, microaeroben, chlorophototrophen Spezialisten“, informiert Dr. Vera Thiel, Kuratorin für halophile und phototrophe Bakterien des Leibniz-Instituts DSMZ.

    Die DSMZ-Bakterien-Sammlung ist weltweit einzigartig umfangreich
    Mit der Verfügbarkeit von rund 80 Prozent aller beschriebenen Bakterienarten beherbergt das Leibniz-Institut DSMZ den Großteil der bisher bekannten bakteriellen Diversität sowie einen weltweit einzigartigen Bestand an menschlichen und tierischen Zelllinien, Pilzstämmen, Pflanzenviren, Bakteriophagen und genomischer Bakterien-DNA für Forschungszwecke. Die DSMZ versorgt Forschende global mit Bioressourcen. Rund 2.500 neue Kulturen werden in der Braunschweiger Sammlung jährlich hinterlegt und machen sie zur größten und vielfältigsten Bioressourcensammlung der Welt. Jährlich gibt die DSMZ rund 40.000 Bioressourcen an ungefähr 10.000 Kunden in 80 Ländern ab.

    DSMZ-Pressekontakt
    PhDr. Sven-David Müller, Pressesprecher des Leibniz-Instituts DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
    Tel.: 0531/2616-300
    E-Mail: <press@dsmz.de >

    Über das Leibniz-Institut DSMZ
    Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH ist die weltweit vielfältigste Sammlung für biologische Ressourcen (Bakterien, Archaeen, Protisten, Hefen, Pilze, Bakteriophagen, Pflanzenviren, genomische bakterielle DNA sowie menschliche und tierische Zellkulturen). An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen gesammelt, erforscht und archiviert. Als Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft ist die DSMZ mit ihren umfangreichen wissenschaftlichen Services und biologischen Ressourcen seit 1969 globaler Partner für Forschung, Wissenschaft und Industrie. Die DSMZ ist als gemeinnützig anerkannt, die erste registrierte Sammlung Europas (Verordnung (EU) Nr. 511/2014) und nach Qualitätsstandard ISO 9001:2015 zertifiziert. Als Patenthinterlegungsstelle bietet sie die bundesweit einzige Möglichkeit, biologisches Material nach den Anforderungen des Budapester Vertrags zu hinterlegen. Neben dem wissenschaftlichen Service bildet die Forschung das zweite Standbein der DSMZ. Das Institut mit Sitz auf dem Science Campus Braunschweig-Süd beherbergt mehr als 92.500 Bioressourcen und hat fast 230 Beschäftigte. https://www.dsmz.de

    Über die Leibniz-Gemeinschaft
    Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, auch in den übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, vor allem mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Sie berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen - in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Die Leibniz-Institute unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, darunter 12.170 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen liegt bei 2,3 Milliarden Euro. https://www.leibniz-gemeinschaft.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
    Biology, Environment / ecology, Medicine, Oceanology / climate, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Research results
    German


     

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