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02/12/2026 11:38

Messe GeoTHERM: Die Industrialisierung der Geothermie voranbringen

Kosta Schinarakis Pressestelle
Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG

    Der Untergrund ist eine wertvolle Ressource der Wärmewende: Dies erkennen immer mehr Stadtwerke und Unternehmen und wollen Erdwärme im Rahmen des Geothermiebeschleunigungsgesetzes für die zukunftsfeste Wärmeversorgung nutzen. Neue Technologien und Konzepte sollen nun eine große Zahl an Anwendungen zuverlässig ermöglichen – und so der Geothermie den Massenmarkt öffnen. Mit seiner anwendungsnahen Forschung bringt Fraunhofer IEG Dynamik in die Branche und stellt auf der internationalen Fachmesse GeoTHERM (26.-27. Februar 2026, Offenburg) seine Innovationen vor – von Quartiersentwicklung über Wärmenetze und Wärmepumpen bis hin zu tiefer und oberflächennaher Geothermie (Foyer, Stand FE 10).

    »Erdwärme öffnet für Kommunen und Industrie ein riesiges Potential und kann
    große Teile des Wärmebedarfes decken. Der Standort Deutschland kann von dieser
    lokalen, ressourcenschonenden und wirtschaftlichen Energie mit neuen
    Geschäftsmodellen und regionalen Wertschöpfung profitieren«, unterstreicht Prof.
    Rolf Bracke, Leiter des Fraunhofer IEG. »Die Weichenstellungen, um die
    Geothermie von der Manufaktur zum Massenprodukt zu führen und den zukunftsfesten
    Umbau der Wärmesysteme in Industrie und Kommunen zu beschleunigen, müssen
    Politik und Branche gleichermaßen vornehmen. Wir brauchen nun mehr Kapazitäten
    für Aus- und Weiterbildung von Fachleuten und mehr Augenmerk auf die
    Standardisierung von Technologien unter und über Tage, um die politischen Ziele
    zu erreichen.« Offene regulatorische und technologische Fragen spricht Bracke in
    seinem Impulsvortrag »Auf dem Weg zur Industrialisierung der Geothermie« an
    (Donnerstag, 26. Februar 2026, 14:00 Uhr) und öffnet damit die Diskussion am
    Stand der Fraunhofer IEG (Foyer, Stand FE 10).

    Geothermie bietet eine zukunftsfeste, grundlastfähige und heimische Wärmequelle
    – unabhängig von internationalen Lieferketten und Rohstoffimporten. Drei von
    vier Bestandsgebäuden in Deutschland könnten mit oberflächennaher Geothermie
    klimatisiert werden. Zudem lässt sich bis zu einem Viertel des Wärmebedarfes von
    kommunalen Wärmenetze und der Industrie aus tiefer Geothermie gewinnen. Dies
    zeigen zwei einschlägige Roadmaps von Fraunhofer-Gesellschaft und
    Helmholtz-Gemeinschaft. Innovationen für die Wärmewende

    Mit Machbarkeitsstudien, Technologieentwicklung und Anwendungsoptimierungen
    unterstützt Fraunhofer IEG alle Energieakteure bei der Transformation ihrer
    Wärmeversorgung. Am Stand vertieft Fraunhofer IEG mit einem Programm kurzer
    Vorträge die Themen der Wärmewende:

    »Die klimaneutralen Energietechniken der Zukunft bieten mehr Auswahl als die
    Wahl zwischen Luft-Wärmepumpe und Fernwärmeanschluss«, stellt Timm Eicker vom
    Fraunhofer IEG fest. »Aus dem breiten Markt kann sich jeder Anwender seine
    maßgeschneiderte und zukunftsfeste Lösung zusammenstellen. Auch wenn es etwas
    mehr Aufwand ist, sich eine Übersicht zu verschaffen und die Passung auf die
    eigenen Herausforderungen herzustellen: Geringe Betriebs- und Lebenszykluskosten
    entschädigen für den Investitions-Mehraufwand.« »Die Rolle der oberflächennahen
    Geothermie für den Bestand« beleuchtet Timm Eicker, Leiter des Competence Center
    »Oberflächennahe Geothermie« in seinem Fachvortrag am Stand des Fraunhofer IEG
    am Donnerstag, 26. Februar 2026, 11 Uhr. Durch die Schrägbohrtechnik und
    integrierte Planungstools lassen sich bislang unzugängliche Wärmereservoire
    unter Gebäuden und Hallen erschließen.

    »Die Bohrtechnik für Geothermie macht riesige Fortschritte«, blickt Volker
    Wittig vom Fraunhofer IEG auf die aktuelle Forschung. »Wir wollen beitragen,
    dass neues Know-how schnell beim ausführenden Betrieb und damit beim Kunden
    ankommt.« Sein Impulsvortrag am Donnerstag, 26. Februar 2026, widmet sich um 15
    Uhr dem Thema »Neuentwicklung in der Untertage-, Bohr- und Überwachungstechnik«.
    Lange Zeit haben tiefe Geothermiebohrung von der Technologieentwicklung der
    Erdöl- und -gas-Industrie profitiert, aber nicht ihre eigenen Anforderungen in
    die Entwicklung einbringen können. Bohrtechniken, die auf die typischen
    Geothermie-Reservoire abgestimmt sind, können die Erschließung von warmen
    Tiefenwassern effizienter machen. Verschleißarme Bohrhämmer für Hartgestein,
    bessere Überwachung und Lebensdauerprognosen von Produktionsanlagen sowie
    KI-unterstützte Sensoren sind einige aktuelle Entwicklungen.

    »Die Suche nach der unterirdischen Wärme profitiert von smarter
    Datenverarbeitung etwa mittels Digitalen Zwillings und Maschinellen Lernens«,
    erklärt Prof. Florian Wellmann, der am Fraunhofer IEG das Competence Center
    »Exploration und Reservoire-Simulation« leitet. »Die Herausforderung ist es,
    geologische Daten aus kleinen und großen Skalen für konkrete Anwendungen zu
    integrieren und projektbegleitend zu aktualisieren.« In seinem Vortrag am
    Freitag, 27. Februar 2026, um 10:00 Uhr gibt Wellmann den Einblick in die
    »Optimierte Risikoabschätzung in der tiefen Geothermie« innerhalb des
    »Reallabors Geothermie Rheinland«. Das Fraunhofer IEG errichtet in den kommenden
    Jahren eine Forschungsplattform für die Nutzung von Erdwärme und zur Entwicklung
    von Geotechnologien im Rheinischen Revier. Das Ziel: erforschen, welche
    Potenziale für Erdwärme vorliegen und wie man diese technisch zuverlässig
    erschließen kann. »Letztlich wollen wir mit unseren geologischen Modellen
    Projektentwickler in der Industrie, bei den Stadtwerken und in den Kommunen
    unterstützen, betriebswirtschaftliche Entscheidungen zu fällen. Dafür sind
    standortbezogene Aussagen über Erschließung, Wärmeleistung und Betriebsstrategie
    ebenso notwendig wie eine fundierte Abschätzung der Unsicherheit.«

    »Mit Wärmespeichern lassen sich Wärmenetze massiv optimieren«, berichtet Jonas
    Güldenhaupt vom Fraunhofer IEG. Im Ruhrgebiet und weiteren ehemaligen
    Kohlerevieren bilden mit ihren wassergefüllten Alt-Zechen eine vielversprechende
    Option, große Wärmespeicher für urbane Wärmenetze zu erschließen. In Bochum sind
    schon zwei stillgelegte Grubengebäude mit Bohrungen erschlossen und werden bald
    in die Quartiersversorgung integriert. In seinem Vortrag am Freitag, 27. Februar
    2026, um 13:30 Uhr erläutert Güldenhaupt die »Bohrtechnische Erschließung alter
    Grubengebäude für die saisonale Speicherung von Wärme«. Unter dem Motto »von
    Ewigkeitslasten zu Ewigkeitsnutzen« dient dann das fossile Erbe dazu, Abwärme
    oder Solarwärme als nachhaltige Energie für den Winter zwischenzuspeichern.

    Angebote des Fraunhofer IEG für Kunden und Partner aus der Energiewirtschaft

    • Forschungs- und Entwicklungsprojekte in Kooperation mit Industrie und
    öffentlicher Hand
    • Beratung, Studien und Gutachten als Entscheidungsgrundlage für Politik und
    Unternehmen
    • Praxisreife Technik und Konzepte für die Anwendung
    • Großlabore als industrienahe Entwicklungsumgebung mit Prüf- und
    Testmöglichkeiten für anwendungsnahen Forschung
    Stand auf der GeoTHERM: Foyer, Stand FE 10

    Terminvereinbarung: Gesprächstermine am Stand können vorab vereinbart werden.
    Wir freuen uns darauf, Sie zu treffen! Kontakt: transfer@ieg.fraunhofer.de

    »Wir kommen auf die GeoTHERM, weil wir hier den Austausch mit Expertinnen und
    Experten finden, die an echten Anwendungen und nachhaltigen Nutzen interessiert
    sind. Zusammen entwickeln wir die klimaneutralen Energiesysteme der Zukunft«,
    unterstreicht Alexander Heim, Leiter des Geschäftsfeldes Transformation
    Wärmeversorgung am Fraunhofer IEG. Dienstleistungen, Technologien und
    Kompetenzen, um für Energieversorger und industrielle Energieverbraucher mehr
    Anwendung am Markt möglich zu machen, stellt Fraunhofer IEG vor.
    »Unser Stand wird der Anlaufpunkt für alle Innovationsinteressierte im
    Wärmesektor sein«, freut sich Silke Köhler, die Messebeauftragte am Fraunhofer
    IEG. »Mit anschaulichen Exponaten, Fachvorträgen und interaktiven Elementen
    wollen wir den passenden Rahmen für den fundierten Austausch mit Industrie,
    Energieversorgern und Kommunen bieten.«

    Das Vortragsprogramm des Fraunhofer IEG auf der GeoTHERM:

    • Donnerstag, 26. Februar, 11:00, Timm Eicker

    Rolle der oberflächennahen Geothermie im Bestand

    • Donnerstag, 26. Februar, 14:00, Rolf Bracke

    Industrialisierung der Geothermie

    • Donnerstag, 26. Februar, 15:00, Volker Wittig

    Neuentwicklung in der Untertage-, Bohr- und Überwachungstechnik

    • Freitag, 27. Februar, 10:00, Florian Wellmann

    Optimierte Risikoabschätzung in der tiefen Geothermie

    • Freitag, 27. Februar, 13:30, Jonas Güldenhaupt

    Bohrtechnische Erschließung alter Grubengebäude für die saisonale Speicherung
    von Wärme

    Wärmebedarfe regional decken

    Die Bedeutung der Geothermie als grundlastfähige regionale Energie gewinnt mehr
    öffentliche Aufmerksamkeit. Dieser Fokus ist auch auf der GeoTHERM, Europas
    Fachmesse für Geothermie, zu spüren. Diese findet am 26.-27. Februar 2026 auf
    dem Gelände der Messe Offenburg statt. Sie adressiert das Bedürfnis nach
    Austausch, Vernetzung und Zusammenarbeit der wachsenden Branche. Die GeoTHERM -
    expo & congress ist eine jährlich stattfindende Fachmesse mit begleitendem
    wissenschaftlichem Kongress, die die aktuellen Entwicklungen der Branche
    aufgreift und eine internationale Plattform schafft, die sich fachspezifisch mit
    den Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen der Nutzung geothermischer
    Energie widmet.

    Über das Fraunhofer IEG

    Wir gestalten die klimaneutralen Energiesysteme der Zukunft. Wir, die
    Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG, sind
    eine Denkfabrik für die Energiewende und entwickeln unsere Ideen von der Skizze
    bis zur Umsetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der
    Energiesystemtransformation. Mit unseren Partnern aus der Wirtschaft und der
    öffentlichen Hand identifizieren wir Projekte mit großer Relevanz für den
    Klimaschutz, machen echte Anwendungen möglich und gestalten die Energiewende.
    Unsere Standorte liegen in den Strukturwandelregionen Lausitz, Rheinland und
    Ruhrgebiet sowie in der Industrieregion Oberrhein. Mit dem Know-how unseres
    Teams unterstützen wir die nachhaltige Transformation vor Ort, auf nationaler
    Ebene und im internationalen Raum. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
    vereinen dafür die notwendigen Fachkompetenzen aus den Feldern Analyse,
    Betriebsführung und Planung sektorengekoppelter Strom-, Gas- und Wärmenetze,
    Bohr- und Geotechnologien, Energie- und Verfahrenstechnik, Energiewirtschaft,
    Georessourcen und Geowissenschaften, Speichersysteme und
    Wasserstoffinfrastrukturen.

    Weiterführende Links

    Zu den untertägigen Competence Centern des Fraunhofer IEG

    Oberflächennahe Geothermie
    https://www.ieg.fraunhofer.de/de/forschungsthemen/speicher-untertagesysteme/ober
    flaechengeothermie.html

    Tiefengeothermie und Bohrlochsysteme
    https://www.ieg.fraunhofer.de/de/forschungsthemen/speicher-untertagesysteme/tief
    engeothermie-bohrlochsysteme.html

    Technische Erschließung des Untergrundes
    https://www.ieg.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/geotechnologien/technische-ers
    chliessung- untergrund.html

    Projekte Technische Erschließung

    ROCKET https://www.ieg.fraunhofer.de/de/projekte/rocket.html

    ANtLiA https://www.ieg.fraunhofer.de/de/projekte/antlia.html

    Bergbaufolgenutzung
    https://www.ieg.fraunhofer.de/de/forschungsthemen/speicher-untertagesysteme/berg
    baufolgenutzung.html
    Über das Reallabor Geothermie Rheinland
    https://www.erdwaerme-rheinisches-revier.de/de/wirtschaft.html

    Über die Roadmaps des Fraunhofer IEG

    https://www.ieg.fraunhofer.de/de/presse/pressemitteilungen/2022/erfolgreiche-wae
    rmewende-gestalten.html

    https://www.ieg.fraunhofer.de/de/presse/pressemitteilungen/2022/oberflaechennahe
    -geothermie.html


    More information:

    https://www.ieg.fraunhofer.de


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    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
    Energy, Geosciences
    transregional, national
    Scientific conferences, Transfer of Science or Research
    German


     

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