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02/17/2026 14:00

Neue Anlaufstelle begleitet Strukturwandel der Küstenfischerei

Nadine Kraft Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

    Mit der Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei (IKTF) entsteht eine neue Einrichtung für die Fischerei an Nord- und Ostsee. Die IKTF unterstützt die Fischerinnen und Fischer im Auftrag der Bundesregierung beim Wandel zu einem zukunftsfähigen Sektor. Am 13. März feiert sie ihre Eröffnung in Hamburg.

    Hamburg, Braunschweig (17. Februar 2026). Die neue Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei (IKTF) nimmt mit einer Geschäftsstelle in der Hamburger HafenCity ihre Arbeit auf. Die IKTF begleitet als zentrale Anlaufstelle den Strukturwandel der deutschen Küstenfischerei an Nord- und Ostsee. Ziel ist es, den Sektor dabei zu unterstützen, sich langfristig wirtschaftlich tragfähig und ökologisch nachhaltig aufzustellen. Sie vernetzt Fischerinnen und Fischer mit Politik, Verwaltung und Wissenschaft sowie Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, vermittelt Förderprogramme, zeigt Anpassungsmöglichkeiten auf und fördert praxisnahe Innovationen. Die IKTF arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und ist am Thünen-Institut angesiedelt. Am 13. März lädt die IKTF alle an der Transformation Beteiligten zur Eröffnungskonferenz nach Hamburg ein.

    „Die Transformation der Fischerei benötigt Unterstützung aus verschiedensten Bereichen von maritimer Wirtschaft bis Wissenschaft. Das ist eine große Herausforderung, aber auch eine Chance“, sagt Birgit Kleinschmit, Präsidentin des Thünen-Instituts. „Am Thünen-Institut bündeln wir wissenschaftliche Expertise, langjährige Fischereikenntnis und den direkten Austausch mit der Politik und Wirtschaft. Als unabhängiges Bundesforschungsinstitut wollen wir gemeinsam mit den Akteuren konkrete Lösungen für eine Küstenfischerei voranbringen, die erfolgreich im Einklang mit den natürlichen Lebensräumen der Meere wirtschaftet und sich flexibel auf künftige Herausforderungen einstellen kann.“

    Schlechte Umweltbedingungen in der Ostsee, Konkurrenz um Fanggebiete in der Nordsee
    Die deutsche Küstenfischerei steht vor vielfältigen Herausforderungen: In der Ostsee leiden Fischbestände wie Dorsch und Hering unter schlechten Umweltbedingungen, in der Nordsee wächst die Konkurrenz um knappe Fanggebiete etwa durch den Ausbau der Offshore-Windenergie und neue Schutzgebiete. Zudem ist die Flotte vielerorts veraltet, Nachwuchs fehlt und immer mehr Betriebe müssen aufgeben. Auf der anderen Seite ist die deutsche Küstenfischerei für die Region von zentraler Bedeutung. „Die Fischerei prägt seit Jahrhunderten die Kultur der Küste, schafft einen für Bewohner und Touristen attraktiven Lebensraum und stellt ein hochwertiges Lebensmittel bereit, das regional gewonnen wird“, sagt Daniel Schneider, Leiter der IKTF.

    Vor diesem Hintergrund begleitet die IKTF den Strukturwandel als Beratungseinrichtung, Informationsbörse, Netzwerk und Impulsgeber. Dabei berücksichtigt sie auch Potenziale alternativer Wirtschaftszweige, wie der marinen Aquakultur oder der Freizeitfischerei und arbeitet eng mit den Thünen-Instituten für Seefischerei in Bremerhaven und Ostseefischerei in Rostock sowie anderen Forschungseinrichtungen zusammen. Sie informiert zum Beispiel über Innovationsprojekte wie die „Fischkutter der Zukunft“, die unter anderem mit klimaneutralen Antrieben ausgestattet werden. Weitere Schwerpunkte sind die Förderung nachhaltiger Fangtechniken, die Nachwuchsgewinnung sowie die Diversifikation der Fischerei, etwa über die Erhebung von Meeresdaten im Auftrag der Wissenschaft, Rangertätigkeiten oder Ausfahrten mit Touristen. Dadurch ließen sich auch alternative Einkommensmöglichkeiten für Küstenbetriebe erschließen. Mit Fokusgruppen, Konferenzen und Workshops fördert die IKTF den Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis und bezieht Fischerinnen und Fischer aktiv in Forschungsprojekte ein. „Wir möchten den Beruf für junge Menschen wieder attraktiv machen. Dazu gehört, dass man von der Fischerei verlässlich leben kann, eine sichere Perspektive für die Zukunft hat und gleichzeitig Verantwortung für den Erhalt der Meere übernimmt“, sagt Daniel Schneider.

    Die Arbeit der Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei baut auf den Empfehlungen der Zukunftskommission Fischerei (ZKF) auf. Diese hatte unter anderem die stärkere Verzahnung von Fischerei und Naturschutz empfohlen, eine sozialverträgliche Anpassung der Flottenkapazitäten, verbesserte Datengrundlagen sowie Dialogformate zur gemeinsamen Gestaltung der Transformation.

    Einladung an die Medien: Eröffnung der IKTF am 13. März 2026 in Hamburg
    Die IKTF lädt Medienvertreterinnen und -vertreter sowie Akteure aus Fischerei, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Eröffnungskonferenz am 13. März 2026 in die Geschäftsstelle in der Hamburger HafenCity ein.

    Wenn Sie an einer Teilnahme oder an Hintergrundgesprächen interessiert sind, wenden Sie sich bitte an die unten angegebene Kontaktperson.


    Contact for scientific information:

    Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei (IKTF)
    Referentin Kommunikation, Medien und Öffentlichkeitsarbeit
    Andrea Bayerlein
    Telefon: 0531 25 70 14 56
    andrea.bayerlein@thuenen.de


    More information:

    https://www.thuenen.de/de/thuenen-institut/zentralbereich-und-stabsstellen/infor...


    Images

    In der Nordsee wächst die Konkurrenz um knappe Fanggebiete.
    In der Nordsee wächst die Konkurrenz um knappe Fanggebiete.

    Copyright: Thünen-Institut/Felix Albrecht

    Leitet die IKTF: Daniel Schneider
    Leitet die IKTF: Daniel Schneider

    Copyright: Thünen-Institut/Hendrik Brückner


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists
    Economics / business administration, Oceanology / climate, Politics, Social studies
    transregional, national
    Organisational matters, Press events
    German


     

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