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Trotz intensiver Forschung ist Bauchspeicheldrüsenkrebs weiterhin eine der tödlichsten Krebsarten. Obwohl nur rund vier Prozent aller Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist diese Tumorentität die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Zum Deutschen Krebskongress 2026 stellt die Deutsche Krebshilfe nun drei großangelegte Projekte vor, die sie im Rahmen ihres Förderschwerpunkts „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ fördert. In dem Projekt PrepAIred wollen Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn in Kooperation mit der Universität North Carolina (USA) mittels KI-basiertem Protein-Design gezielt Bauchspeicheldrüsenkrebs bekämpfen.
Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt PrepAIred mit insgesamt 1,99 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren.
Bauchspeicheldrüsenkrebs, fachsprachlich Pankreaskarzinom (PDAC), gehört zu den tödlichsten Krebsarten und weist eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von nur etwa zehn Prozent auf. „Herkömmliche Therapien scheitern oft am dichten, schwer durchdringbaren Tumorgewebe und an der starken Immunsuppression innerhalb des Tumormilieus“, sagt PD Dr. Gregor Hagelüken vom Institut für Strukturbiologie am UKB. Da setzt das Forschungskonsortiums PrepAIred an, das er zusammen mit Prof. Dr. Michael Hölzel, Direktor des Instituts für Experimentelle Onkologie am UKB, leitet. Beide sind Mitglied des Exzellenzclusters ImmunoSenstation3 und des Transdisziplinaren Forschungsbereich (TRA) „Life and Health" der Universität Bonn. Das Projektziel ist es, mit Zuhilfenahme von künstlicher Intelligenz kleine Proteine zu entwickeln, die diese gewebespezifischen Barrieren besser überwinden sowie gleichzeitig die Tumorzellen gezielt erkennen und binden können.
Mit KI kreierten Mini-Antikörper schwer zugängliche Tumore bekämpfen
Dazu nutzt das Projekt-Team bahnbrechende KI-Tools, die Proteinstrukturen und -funktionen rechnerisch vorhersagen und gezielt gestalten können. „Die so entwickelten sogenannten AI-Minibinder sollen kleiner, stabiler und wirksamer als klassische Antikörper sein und so auch schwer zugängliche Tumorregionen erreichen“, sagt Prof. Hölzel. Ein interdisziplinäres Team aus Strukturbiologen, Onkologen, Chirurgen, Genomforschern und Pathologen arbeitet gemeinsam an der Entwicklung, Optimierung und präklinischen Testung dieser neuartigen Moleküle. Von Patient*innen abgeleitete Organoide und innovative 3D-Modelle nutzen die Forschenden, um die Wirksamkeit und Sicherheit der AI-Minibinder ohne Tierversuche realitätsnah zu prüfen. „Langfristig könnte die Forschung den Weg für neue Diagnose- und Therapieverfahren ebnen, etwa in Form bildgebender Sonden oder immuntherapeutischer Wirkstoffen“, sagt Hagelüken und Hölzel ergänzt: „Das Projekt PrepAIred steht beispielhaft für den Einsatz von KI zur Verbesserung der Krebsmedizin.“
Deutsche Krebshilfe will Fortschritte allen zugänglich machen
Mit der „Deutschen Allianz Pankreaskarzinom“ versammelt die Deutsche Krebshilfe die renommiertesten Wissenschaftler*innen aus dem Feld der Pankreaskarzinomforschung unter einem Dach. Den Kern der Allianz bilden drei Forschungskonsortien, die an insgesamt 23 universitären Standorten in Deutschland sowie jeweils drei Universitäten der USA und der Niederlande angesiedelt sind. Gemeinsam arbeiten sie daran, das Pankreaskarzinom auf molekularer Ebene besser zu verstehen und daraus neue, personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln. Moderne Technologien wie künstliche Intelligenz sollen helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs klinisch besser zu charakterisieren.
Über die Förderung der einzelnen Forschungsprojekte hinaus setzt die Deutsche Krebshilfe bewusst auf Strukturaufbau. So wird sie in Kürze eine separate Ausschreibung für eine übergeordneten Forschungs- und Koordinationsplattform veröffentlichen, deren Ziel es ist, alle in Deutschland zum Pankreaskarzinom forschenden Expert*innen in die Allianz zusammenzubringen und auch international eng zu vernetzen.
Pressekontakt:
Dr. Inka Väth
stellv. Pressesprecherin am Universitätsklinikum Bonn (UKB)
Stabsstelle Kommunikation und Medien am Universitätsklinikum Bonn
Telefon: (+49) 228 287-10596
E-Mail: inka.vaeth@ukbonn.de
Zum Universitätsklinikum Bonn: Als eines der leistungsstärksten Universitätsklinika Deutschlands verbindet das UKB Höchstleistungen in Medizin und Forschung mit exzellenter Lehre. Jährlich werden am UKB über eine halbe Million Patienten ambulant und stationär versorgt. Hier studieren rund 3.500 Menschen Medizin und Zahnmedizin, zudem werden jährlich über 600 Personen in Gesundheitsberufen ausgebildet. Mit rund 9.900 Beschäftigten ist das UKB der drittgrößte Arbeitgeber in der Region Bonn/Rhein-Sieg. In der Focus-Klinikliste belegt das UKB Platz 1 unter den Universitätsklinika in NRW und weist unter den Universitätsklinika bundesweit den zweithöchsten Case-Mix-Index (Fallschweregrad) auf. 2024 konnte das UKB knapp 100 Mio. € an Drittmitteln für Forschung, Entwicklung und Lehre einwerben. Das F.A.Z.-Institut zeichnete das UKB im vierten Jahr in Folge als „Deutschlands Ausbildungs-Champion“ und „Deutschlands begehrtesten Arbeitgeber“ aus. Aktuelle Zahlen finden Sie im Geschäftsbericht unter: geschaeftsbericht.ukbonn.de
PD Dr. Gregor Hagelüken
Institut für Strukturbiologie
Universitätsklinikum Bonn
ImmunoSensation3 &TRA „Life & Health“, Universität Bonn
Telefon: +49 228 287-51200
E-Mail: hagelueken@uni-bonn.de
Das Bonner PrepAIred-Team: oben v.l.: Alexander Semaan, Jonathan Schmid-Burgk, Tobias Bald; / unten ...
Source: Felix Heyder
Copyright: Herzzentrum am UKB
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine
transregional, national
Research projects
German

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