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02/23/2026 14:33

Besondere Forschungsleistungen der Herzmedizin: DGTHG hat renommierte Preise vergeben

Sandra Arens Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.

    Köln, 23.02.2026 – Auf ihrer 55. Jahrestagung in Köln hat die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) herausragende wissenschaftliche Leistungen mit renommierten Preisen ausgezeichnet. Welche Mediziner:innen und Wissenschaftler:innen die Ehrungen erhielten, lesen Sie hier.

    Den nach einem Pionier der deutschen Herzchirurgie benannten und mit 7.500 Euro dotierten Ernst-Derra-Preis erhielt in diesem Jahr Dr. med. Ahmad-Fawad Jebran, Oberarzt an der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie (HTG) der Universitätsmedizin Göttingen. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Engineered heart muscle allografts for heart repair in primates and humans“ eröffnet neue Wege in der Behandlung von Herzkrankheiten. Die Forschungsgruppe entwickelte Herzmuskelgewebe aus Stammzellen, das geschädigtes Herzgewebe funktionell wiederherstellen kann. In Versuchen mit Affen hielten die Transplantate bis zu sechs Monate, verbesserten die Herzfunktion und zeigten keine Nebenwirkungen. Basierend auf diesen vielversprechenden Ergebnissen wurde das Verfahren erstmals bei ausgewählten Patient:innen mit schwerer Herzschwäche eingesetzt – auch hier konnte das Herzgewebe erfolgreich repariert werden.

    Der Gefäßchirurgische Forschungspreis der DGTHG, dotiert mit 5.000 Euro, wurde dieses Jahr Dr. med. Marcin Zaradzki, Oberarzt an der Klinik für Herzchirurgie des Universtitätsklinikums Heidelberg, verliehen. Er erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit „Stabilisation of extracellular matrix is crucial to rapamycin-mediated life span increase in Marfan mgR/mgR mice“. Der Herzchirurg hat untersucht, wie das Medikament Rapamycin bei Mäusen mit Marfan-Syndrom die Aorta stabilisiert und die Lebensdauer verlängert. Die Studie zeigt, dass Rapamycin die extrazelluläre Matrix – das „Gerüst“ der Aortenwand – stärkt, wichtige Proteine erhöht und Enzyme zur Geweberegeneration aktiviert. So bleibt die Aorta stabiler, was die Lebensdauer der Tiere deutlich verlängert. Die Ergebnisse legen nahe, dass gezielte mTOR-Hemmung künftig helfen könnte, Aortenkomplikationen bei Marfan-Patient:innen zu verhindern.

    Gemeinsam mit Abbott Medical verlieh die DGTHG den mit 5.000 Euro dotierten Josef Koncz-Preis an Dr. med. Mateo Marin-Cuartas, Herzchirurg am Herzzentrum Leipzig, für seine Arbeit „Transcatheter heart valve explant with infective endocarditis associated prosthesis failure and outcomes: the EXPLANT-TAVR international registry“. Der Arzt untersuchte Patient:innen, bei denen Transkatheter Herzklappen (TAVI) wieder entfernt werden mussten – entweder wegen Infektionen (Endokarditis) oder anderer Klappenprobleme. Patient:innen, bei denen Herzklappen wegen Infektionen entfernt wurden, hatten längere Krankenhausaufenthalte und häufiger Schlaganfälle als Patient:innen mit degenerativen Klappenproblemen. Die Studie zeigt, dass eine Infektion die Risiken bei einem nötigen Prothesenwechsel deutlich erhöht.

    Der mit 7.500 Euro dotierte Franz-Köhler-Preis für besondere Leistungen in Forschung oder klinischer Praxis ging in diesem Jahr an PD Dr. rer. nat. Maja-Theresa Dieterlen, Herzchirurgin und Laborleiterin am Herzzentrum Leipzig. Sie wurde für ihre Arbeit „Impact of Custodiol-N cardioplegia on acute kidney injury after cardiopulmonary bypass“ ausgezeichnet. Sie untersuchte bestimmte Lösungen, die während einer kardiopulmonalen Bypass-Operation (CPB) den Herzmuskel schützen. Dabei prüfte die Herzchirurgin, wie diese Lösungen die Nierenfunktion beeinflussen und fand Hinweise darauf, dass die Lösung HTK-N die Nieren besonders schont.

    Der Dr. Rusche-Forschungsprojekt-Preis wird von der DGTHG zusammen mit der Deutschen Stiftung für Herzforschung, einer Schwesterorganisation der Deutschen Herzstiftung, vergeben. Mit einer Gesamtsumme von 60.000 Euro wird dieses Jahr das Forschungsvorhaben von Dr. med. Julius Kaemmel, Herzchirurg am Deutschen Herzzentrum der Berliner Charité, unterstützt. Hinter dem geförderten Projekt mit dem Titel „LIM-AR – An Augmented Reality Feedback System for Safe Harvesting of the Left Internal Mammary Artery in Robotic Coronary Artery Bypass Surgery“ steckt die Zielsetzung, ein digitales Feedbacksystem zu entwickeln, das die sichere Gewinnung der linken inneren Brustwandarterie bei roboterassistierter Koronararterien-Bypass-Operation ermöglicht.

    Den Georg Wilhelm Rodewald-Preis erhielt dieses Jahr Dr. med. Caroline Radner, Herzchirurgin am LMU Klinikum München, für ihre Arbeit „Evaluating neurological outcomes of and risk factors for hypoattenuated leaflet thickening following aortic root replacement and arch surgery“. In der retrospektiven Studie untersuchte die Ärztin, wie oft, warum und mit welchen Folgen es zu einer Verdickung der Taschen biologischer Herzklappenprothesenkommt, nachdem die Aortenwurzel durch ein künstliches Gefäß mit Herzklappenprothese ersetzt und gleichzeitig der Aortenbogen repariert wurde.

    Der Werner Klinner-Preis wird für patientennahe wissenschaftliche Publikationen verliehen, die die chirurgische oder interdisziplinäre Behandlung angeborener Herzfehler bei Kindern und Jugendlichen zum Inhalt haben. In diesem Jahr verlieh die DGTHG gemeinsam mit der Gerald Asamoah Stiftung den Preis an Dr. med. Linda Grefen, Assistenzärztin in der Herzchirurgischen Klinik und Poliklinik am Klinikum der Universität München und Leiterin des Forschungslabors Tissue Engineering und kardiovaskuläre Medizintechnik. In ihrer Studie „Evaluating 3D-printed models for congenital heart disease: impact on parental anxiety and procedural understanding“ konnte sie zeigen, dass 3D-gedruckte Modelle, an denen sich Herzfehler anschaulich erklären lassen, in Ergänzung zu herkömmlichen Informationen Eltern helfen, Operationen ihrer Kinder besser zu verstehen und damit ihre Angst zu reduzieren.

    Gemeinsam mit der Ulrich-Karsten-Stiftung verlieh die DGTHG den Forschungspreis für Kardiovaskuläre Medizin, dotiert mit 10.000 Euro, für hervorragende wissenschaftliche Leistungen mit zukunftsorientierter Forschungsintention an PD Dr. med. Monika Sadlonova für ihre Arbeit „Intra- and early postoperative predictors of delirium risk in cardiac surgery: results from the prospective observational FINDERI study“. Die Psychosomatikerin von der Universitätsmedizin Göttingen hat anhand ihrer prospektiven Beobachtungsstudie bestimmte Risikofaktoren für die Entstehung eines postoperativen Delirs nach Herzoperationen identifiziert. Die Ergebnisse ihrer Analyse unterstreichen den Zusammenhang zwischen Beatmungszeit, Aortenklemmzeit, Gabe von Blutkonserven und Einsatz der Herz-Lungen-Maschine mit dem Auftreten eines Delirs. Außerdem deuten sie darauf hin, dass die Optimierung von Operationsprotokollen dieses Risiko verringern könnte.

    Der Herzmedizinische Förderpreis, dotiert mit 2.500 Euro, ging in diesem Jahr an Dr. med. Maximilian Klumm, Assistenzarzt in der Herzchirurgie am Klinikum Bayreuth. Damit wurde er für seine Dissertation „Langzeit-Kultur von humanem Vorhofmyokard“, ausgezeichnet, die Methoden vorstellt, wie menschliches Vorhofmuskelgewebe über längere Zeit im Labor kultiviert werden kann, während es weiterhin schlägt. So ließen sich funktionelle Untersuchungen durchführen, die neue Einblicke in die normale Funktion und mögliche Erkrankungen des menschlichen Vorhofs liefern könnten.

    Nach dem Herzchirurgen Hans Georg Borst ist der Preis benannt, mit dem die DGTHG jährlich das bestbewertete Abstract der Jahrestagung prämiert. In diesem Jahr erhielt den mit jeweils 1.000 Euro dotierten Preis Mohammed Al-Tawil, Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie Trier. Seine Arbeit „Multi-vessel Minimally Invasive vs. Sternotomy CABG: A MetaAnalysis of Early and Mid-Term Outcomes of Propensity-Matched Studies“ ist eine standardisierte Literaturanalyse, die Bypassoperationen über einen minimal-invasiven Zugang mit denen über eine Brustbeindurchtrennung verglich und einen Trend erbrachte hin zu schnellerer Erholung und weniger Bluttransfusionen für die minimal-invasiven Verfahren.

    Die DGTHG graturliert den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich!


    Contact for scientific information:

    DGTHG - Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V.
    Langenbeck-Virchow-Haus
    Luisenstraße 58/59
    10117 Berlin
    030 519995691
    sekretariat@dgthg.de


    Original publication:

    https://dgthg.de/presse/besondere-forschungsleistungen-der-herzmedizin-dgthg-hat...


    Images

    Die Preisträger:innen auf der 55. Jahrestagung der DGTHG
    Die Preisträger:innen auf der 55. Jahrestagung der DGTHG
    Source: Jörg Heupel
    Copyright: DGTHG/Jörg Heupel


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Medicine
    transregional, national
    Contests / awards, Scientific conferences
    German


     

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