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Das Steinbeis Europa Zentrum hat im Rahmen des EU-Projekts Capacity2Transform eine praxisorientierte Methodik entwickelt, die kleine und mittlere Unternehmen sowie regionale Akteure bei der digitalen, grünen und kreativen Transformation unterstützt. Der Fokus liegt auf der sektorübergreifenden Zusammenarbeit und der Entwicklung tragfähiger Lösungen in regionalen Innovationsökosystemen.
Wie gelingt es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), ihre Geschäftsmodelle, Prozesse und Angebote digitaler, nachhaltiger und innovativer zu gestalten? Das Steinbeis Europa Zentrumhat im EU‑Projekt Capacity2Transform (Interreg Central Europe) gezeigt, dass der entscheidende Hebel nicht in "noch einem Training" liegt – sondern in der gezielten Verbindung von Kompetenzen und Akteuren. Wenn KMU, Kreativschaffende, Technologieexpert:innen, Forschung und Intermediäre gemeinsam an konkreten lokalen Herausforderungen arbeiten, entstehen tragfähige Lösungen und neue Formen der Zusammenarbeit in regionalen Innovationsökosystemen.
Das EU-Projekt Capacity2Transform (03/2023–02/2026) vereinte elf Partner aus acht Ländern, koordiniert vom Primorska Technology Park (Slowenien). Im Fokus standen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus der Tourismusbranche. Die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) spielte dabei eine zentrale Rolle: Sie bringt kreative Methoden, neue Perspektiven und Innovationskulturen ein – und hilft, Transformation praktikabel und anschlussfähig zu machen.
Barrieren sichtbar machen – und systemisch überwinden
Das Steinbeis Europa Zentrum hat gemeinsam mit dem Konsortium zentrale Hürden identifiziert, die regionale Transformationen häufig bremsen: Oft laufen digitale, grüne und kulturelle Strategien parallel statt integriert; Kultur‑ und Kreativakteure werden zu selten als aktive Innovationspartner eingebunden; intermediäre Organisationen und Kommunen verfügen nicht immer über passende Tools, Formate oder Netzwerke. Zudem bleibt oft unklar, welche Upskilling‑Ansätze tatsächlich wirken, während Förderlogiken für kleine, interdisziplinäre und experimentelle Vorhaben nicht immer passgenau sind. Daraus folgt: Transformation braucht systemische, praxisnahe und regional verankerte Unterstützung – mit klaren Schnittstellen zwischen Sektoren.
Vom ‘Capacity Building’ zur ‘Capacity for Transformation’
Aus dieser Analyse heraus hat das Steinbeis Europa Zentrum im Projekt eine praxisorientierte Digital‑Green‑Creative‑Methodik (DGC) mitentwickelt und in Baden-Württemberg erprobt. Im Zentrum steht die Fähigkeit von regionalen Ökosystemen, sektorübergreifend zu kooperieren, unterschiedliche Expertisen zu mobilisieren und gemeinsam umsetzbare Lösungen zu entwickeln.
Die Methodik basiert auf drei Bausteinen:
• Upskilling: strukturiertes Lernen mit direktem Bezug zu regionalen Bedarfen
• Peer Exchange: Wissenstransfer und gegenseitiges Lernen zwischen Regionen und Akteursgruppen
• Co‑Creation: interdisziplinäre Zusammenarbeit an realen Herausforderungen mit konkreten Outputs
Das Steinbeis Europa Zentrum hat den Ansatz besonders dort wirksam gemacht, wo Wissenstransfer in Umsetzung übergehen muss – also in Formaten, bei denen Lernen, Anwendung und Kooperation konsequent zusammenwirken. Was wir dabei ganz deutlich erfahren haben: Lernen wirkt, wenn es direkt an reale Herausforderungen gekoppelt ist – nicht als abstraktes Training.
Sobald Teilnehmende an konkreten Problemen arbeiten, werden die unternehmerischen und Nachhaltigkeitsbezogenen Kompetenzen „aktiviert“, die sie tatsächlich brauchen – und Lernprozesse kommen in Gang.
Ein Schlüsselelement im Prozess waren Problem Framing Tools. Viele KMU springen zu schnell in Lösungen; wir haben geholfen, zu entschleunigen, Nutzerbedürfnisse zu verstehen und systemische Barrieren sichtbar zu machen. Allein diese Verschiebung – vom schnellen „Solutioning“ zum sauberen Problemverständnis hat Transformationspotenziale deutlich erweitert.
Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass klassische Trainings oft zu früh, zu breit oder zu theoretisch kommen. Wir haben deshalb auf Just in time Learning gesetzt: kurze, fokussierte Inputs („Wissensnuggets“) genau dann, wenn Teams sie unmittelbar anwenden können. So werden Methoden nicht „vermittelt“, sondern im Tun verankert und eingebettet in reale Problemlösung.
Der Effekt: schnelleres Lernen, höhere Behaltensleistung und direkte Übersetzung in Handlung – plus neue Kooperationen und Prototypen als greifbare Ergebnisse.
Damit wird aus individueller Qualifizierung Schritt für Schritt Transformationsfähigkeit auf Ökosystem Ebene.
Ergebnisse, die messbar und übertragbar sind
Die Wirkung der Methodik wurde im Projekt durch umfangreiche Aktivitäten und konkrete Ergebnisse sichtbar:
• 131 Upskilling‑Aktivitäten mit 2.920 Teilnehmenden führten zu 94 Digital‑Green‑Creative‑Ideen in den 9 Partnerregionen.
• 12 Co‑Creation‑Workshops mit über 140 Teilnehmenden entwickelten 10 konkrete Lösungen, jeweils dokumentiert durch einen Video‑Pitch.
Damit liegt ein erprobter Methodenansatz vor, der sich in unterschiedlichen regionalen Kontexten anwenden lässt – und nicht an einzelne Branchen oder Institutionstypen gebunden ist.
Damit Ergebnisse nicht im Projekt enden: Leitfaden und offene Plattformen
Ein zentraler Beitrag des Steinbeis Europa Zentrums im Projekt war die Aufbereitung und Transferfähigkeit der Ergebnisse. Dazu wurde ein Praxisleitfaden mit Schritt‑für‑Schritt‑Vorgehen erstellt und Best‑Practice‑Beispiele zur Übertragung der Pilotformate zur Verfügung gestellt (kostenlos verfügbar bei der Steinbeis Edition: Supporting digital, green and creative transformation in regions | 234623).
Als Höhepunkt der Transferarbeit hat das Steinbeis Europa Zentrum die Transferability Conference als Abschlussevent von Capacity2Transform organisiert. Am 4. Februar 2026 kamen in Stuttgart 120 Teilnehmende aus 17 Ländern zusammen. Neben Capacity2Transform beteiligten sich die Partner aus sieben weiteren EU‑Projekten aus unterschiedlichen Programmen. Das Format kombinierte kurze Projekt‑Pitches, vier moderierte Paneldiskussionen, Stakeholder‑Testimonials sowie drei praxisorientierte Workshops. Ziel war es, Methoden und Tools nicht nur zu präsentieren, sondern erlebbar zu machen, direkte Anwendungsfelder zu diskutieren und neue Kooperationen anzustoßen. Besonders wichtig: Neben Projektpartnern waren auch Endanwender:innen und Stakeholder präsent – damit Transfer nicht nur "für", sondern "mit" der Zielgruppe gestaltet wird.
Darüber hinaus wurde zwei Online‑Plattformen erstellt, die Wissen und Materialien langfristig zugänglich machen: eine Peer‑Learning‑Plattform (Knowledge Factory) und eine Wissens‑/Publikationsplattform mit thematischen Beiträgen (Media Factory).
Nächste Schritte
Capacity2Transform endete im Februar 2026, die Zusammenarbeit bleibt aber bestehen. Die Partnerorganisationen haben sich auf eine Fortführung zentraler Ergebnisse verständigt, um Plattformen weiter zu betreiben, erfolgreiche Formate zu replizieren und Folgeinitiativen zu entwickeln. Damit wird die DGC‑Methodik über die Projektlaufzeit hinaus als Instrument für regionale Transformation nutzbar, im Sinne eines nachhaltigen Wissens‑ und Technologietransfers in Europa.
Kontakt
Dr. Clémentine Roth
Steinbeis Europa Zentrum
E-Mail: clementine.roth@steinbeis-europa.de
Dr. Clémentine Roth
Steinbeis Europa Zentrum
E-Mail: clementine.roth@steinbeis-europa.de
https://www.interreg-central.eu/projects/capacity2transform/ - Capacity2Transform Website https://digital-green-creative.eu/about/ - Media Factory
https://capacitytotransform.eu/ - Knowledge Factory
https://capacity2transform.my.canva.site/capacity2transform-pilotprogramm-baden-... - Baden-Württemberg Pilotprogramm
https://www.steinbeis-edition.de/Supporting-digital-green-and-creative-transform... - E-Book
Criteria of this press release:
Journalists
Economics / business administration, Media and communication sciences, Teaching / education
transregional, national
Cooperation agreements, Transfer of Science or Research
German

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