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03/11/2026 10:00

Caroline-Herschel-Medaille 2026 ehrt Prof. Dr. Heike Rauer für ihre führende Rolle in der Exoplanetenforschung

Dr. Janine Fohlmeister Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Astronomische Gesellschaft

    Die Royal Astronomical Society und die Astronomische Gesellschaft geben bekannt, dass Prof. Dr. Heike Rauer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Freien Universität Berlin mit der Caroline-Herschel-Medaille 2026 ausgezeichnet wird. Die Medaille und der Preis würdigen ihre herausragenden Beiträge zur Exoplanetenforschung, ihre führende Rolle in der PLATO-Mission sowie ihr Engagement für die astronomische Gemeinschaft.

    Ihre Forschung hat die Entdeckung und Charakterisierung extrasolarer Planeten entscheidend vorangebracht, mit besonderem Schwerpunkt auf terrestrischen Planeten und Planetenatmosphären. Als Principal Investigator der PLATO-Mission der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) hat sie eine maßgebliche wissenschaftliche und organisatorische Führungsrolle übernommen. Dazu gehört insbesondere die Koordinierung des internationalen Konsortiums von Forschungsinstituten, das das PLATO-Instrument sowie die wissenschaftlichen Beiträge des Bodensegments bereitstellt. Die Kombination dieser Komponenten ermöglicht nicht nur neue Exoplanetenentdeckungen, sondern auch vertiefte Einblicke in die stellare Asteroseismologie. Darüber hinaus spielte sie eine zentrale Rolle im Next Generation Transit Survey (NGTS) und steht damit beispielhaft für die erfolgreiche deutsch-britische Zusammenarbeit in der bodengebundenen Exoplanetenforschung. Prof. Dr. Heike Rauer wird zudem für ihr langjähriges Engagement in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie für ihre Führungsrolle innerhalb der astronomischen Gemeinschaft gewürdigt.

    Prof. Dr. Heike Rauer studierte Physik an der Universität Hannover und schloss ihr Studium 1986 ab. Anschließend promovierte sie 1991 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation über Plasmaschweife von Kometen, die sie am damaligen Max-Planck-Institut für Aeronomie (heute Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung) in Katlenburg-Lindau anfertigte. Von 1995 bis 1997 war sie als ESA-Stipendiatin am Observatoire de Paris–Meudon. Danach führte sie ihre Forschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin weiter.

    Neben ihrer Forschung am DLR habilitierte sie 2004 an der Technischen Universität Berlin und lehrte dort am Institut für Astronomie und Astrophysik als Professorin für Planetenphysik. Von 2005 bis 2017 leitete sie die Abteilung „Extrasolare Planeten und Atmosphären“ im Institut für Planetenforschung des DLR. Im Jahr 2017 wurde sie Direktorin des Instituts für Planetenforschung und wechselte in den Fachbereich Geowissenschaften der Freien Universität Berlin, wo sich ihre Arbeit auf die Planetare Geophysik konzentriert. Seit 2025 ist sie Beraterin des Vorstands des DLR in ESA-Angelegenheiten.

    Seit 2013 ist Prof. Dr. Heike Rauer Leiterin des Instrumentenkonsortiums der PLATO-Mission. PLATO (PLAnetary Transits and Oscillations of stars) ist eine ESA-Weltraummission, die darauf abzielt, Planeten außerhalb unseres Sonnensystems zu entdecken und zu charakterisieren, insbesondere erdähnliche Planeten um sonnenähnliche Sterne. Das Hauptziel der Mission ist der Nachweis von Exoplaneten mithilfe der Transitmethode. Der Start von PLATO ist für 2027 geplant.

    Die 2021 ins Leben gerufene Caroline-Herschel-Medaille mit Preis erinnert an das Vermächtnis der Astronomin Caroline Herschel (1750–1848), der bedeutende Entdeckungen gelangen, darunter mehrere Kometen. Die Auszeichnung würdigt herausragende Astronominnen mit Wirkungsort im Vereinigten Königreich oder in Deutschland und unterstreicht das Engagement beider Fachgesellschaften für die Förderung der Geschlechtervielfalt in der Astronomie und Weltraumforschung. Der Preis würdigt nicht nur individuelle wissenschaftliche Exzellenz, sondern hebt auch die wichtige Rolle von Frauen für das Verständnis des Universums hervor.

    Heike Rauer reiht sich damit in eine angesehene Gruppe früherer Preisträgerinnen ein, darunter Linda Tacconi, Gillian Wright, Eva Grebel und Prof. Dr. Isobel Hook.

    Die Medaille und der Preis werden am Dienstag, dem 28. April 2026, bei einer feierlichen Zeremonie in der Britischen Botschaft in Berlin offiziell verliehen. Bei dieser Gelegenheit wird Prof. Rauer einen Festvortrag über ihre Forschung halten.


    Images

    Prof. Dr. Heike Rauer
    Prof. Dr. Heike Rauer

    Copyright: AG/ H. Rauer


    Criteria of this press release:
    Journalists
    Physics / astronomy
    transregional, national
    Contests / awards, Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

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