idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Dr. Jonas Latz hat den John Todd Award für herausragende Forschungsleistungen in der numerischen Mathematik erhalten. Die Preisverleihung fand am 12. März 2026 im Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach statt.
Jonas Latz arbeitet im Überschneidungsbereich von numerischer Analysis, angewandter Wahrscheinlichkeitstheorie und maschinellem Lernen. Er erforscht und entwickelt Methoden, um mathematische Modelle und reale Messdaten so miteinander zu verknüpfen, dass daraus verlässliche Informationen gewonnen werden können.
Zahlreiche Anwendungen in Wissenschaft und Technik beruhen auf der Auswertung großer Datenmengen – etwa in der medizinischen Bildgebung (Computertomografie), in der Geophysik (Erdbebenanalyse) oder in der Materialwissenschaft. Messdaten sind dabei unvermeidlich mit Unsicherheiten behaftet, zum Beispiel aufgrund von Rauschen und Messfehlern. Dennoch möchte man aus den gemessenen Daten sinnvolle Rückschlüsse auf die zugrundeliegenden Systeme und Prozesse ziehen und möglichst belastbare Vorhersagen treffen können. In einer bahnbrechenden Arbeit zu Bayesianischen inversen Problemen zeigte Jonas Latz Bedingungen auf, unter denen Parameter und Funktionen auch aus fehlerbehafteten Daten rekonstruiert werden können. Seine Forschung zu stochastischen Gradientenverfahren trug außerdem entscheidend dazu bei, Unsicherheiten in Datenmengen genauer bestimmen zu können und datenbasierte Algorithmen zu optimieren.
In seinem akademischen Umfeld wird Jonas Latz für seine unerschrockene und kreative Herangehensweise an schwierige mathematische Fragestellungen sehr geschätzt. Er strebe auch bei komplexen Problemen nach klaren, strukturell einfachen Lösungen. Laudator Klaus-Robert Müller, Professor für maschinelles Lernen an der TU Berlin, würdigte ihn als "Brückenbauer zwischen theoretischer Genauigkeit und praktischer Anwendbarkeit". Er sei außerdem ein "begnadeter Kommunikator", der sich dafür engagiere, Mathematik einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die bisherigen Stationen seiner Karriere belegen Jonas Latz hohe Reputation in der internationalen Fachwelt. 2019 promovierte er an der Technischen Universität München. Anschließend forschte er als Postdoktorand an der Universität von Cambridge und am Queen’s College (2020-2021). Bereits zwei Jahre nach seiner Promotion trat er seine erste Festanstellung an der Heriot-Watt Universität in Edinburgh an (2021-2023). Seit 2023 lehrt er an der Universität Manchester.
Über den John Todd Award
Die Oberwolfach Stiftung und das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach verleihen den John Todd Award in der Regel alle drei Jahre an exzellente Nachwuchsforscher auf dem Gebiet der numerischen Analysis. Über die Vergabe entscheidet die wissenschaftliche Kommission der Gesellschaft für Mathematische Forschung e.V.
Der Preis ist nach dem britischen Mathematiker John Todd benannt, der sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für den Erhalt des Mathematischen Forschungsinstituts Oberwolfach einsetzte. Seine Lebensgefährtin, Rosemary Lonergan, spendete dem Institut im Jahr 2005 einen Betrag in Höhe von 50.000 USD. Dieses Geld wird zu einem großen Teil zur Finanzierung des John Todd Award verwendet. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 € dotiert.
Über das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach
Das Mathematische Forschungsinstitut Oberwolfach organisiert und fördert mathematische Forschung, internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie Fortbildungen in der Mathematik und ihren Grenzgebieten. An den Forschungsprogrammen nehmen jährlich mehr als 2500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil, die weltweit zu den führenden Köpfen in ihren jeweiligen Spezialgebieten zählen. Das Institut wurde 1944 gegründet, ist seit 2005 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft und ist eines der wichtigsten internationalen Zentren für mathematische Forschung. Für weitere Informationen siehe http://www.mfo.de.
https://www.mfo.de/outreach-media/prizes/john-todd-award
Gerhard Huisken (links), Direktor des MFO, und Gert-Martin Greuel (rechts) von der Oberwolfach Stift ...
Source: Tatjana Ruf
Copyright: MFO
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, all interested persons
Mathematics
transregional, national
Contests / awards
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).