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Wie lassen sich komplexe Medikationsschemata in der elektronischen Patientenakte so darstellen, dass sie für Patient:innen verständlich sind und zugleich Mediziner:innen sowie Apotheker:innen optimal unterstützen? Mit dieser Frage befasst sich das neue Versorgungsforschungsprojekt ePAMedix*. Die Konsortialführung liegt beim Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen. Der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses fördert das Vorhaben mit 1,4 Millionen Euro bis Ende 2028.
Während sich einfache Medikationspläne bereits digital abbilden lassen, bestehen bei komplexen Medikationsschemata erhebliche Herausforderungen – etwa bei medikamentösen Ein- und Umstellungen. Unklare oder unvollständige Darstellungen können Fehleinnahmen begünstigen und die Patient:innensicherheit gefährden. Hier setzt das Forschungsprojekt ePAMedix an. Das Projekt wird vom Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen (UDE) geleitet.
Prof. Dr. Jürgen Wasem und sein Team analysieren exemplarisch komplexe Medikationsschemata in der Therapie von Epilepsie und bipolaren Störungen. In beiden Indikationen sind schrittweise Dosierungsanpassungen und Therapieumstellungen besonders häufig – etwa wenn ein Medikament zu Beginn einschleichend dosiert wird, indem die Einnahmemenge von Woche zu Woche gesteigert wird, oder wenn es bei einem Präparatewechsel beziehungsweise Therapieende kontrolliert und stufenweise reduziert („ausgeschlichen“) werden muss. Solche Verläufe stellen hohe Anforderungen an eine verständliche und zugleich fachlich präzise Darstellung in der elektronischen Patientenakte (ePA). Hintergrund des Projekts ist die schrittweise Einführung des digital gestützten Medikationsprozesses (dgMP) in der ePA.
Das Forschungsteam setzt auf einen breit angelegten Methodenmix. Es kombiniert systematische Literaturanalysen mit Interviews und umfangreichen Befragungen mit Patient:innen, Mediziner:innen, Apotheker:innen sowie weiteren Akteur:innen des deutschen Gesundheitswesens. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend gemeinsam reflektiert, validiert und praxisnah weiterentwickelt.
Auf dieser Basis entwickelt das Konsortium ein differenziertes Anforderungsprofil für den digital gestützten Medikationsprozess, das die Perspektiven von Patient:innen ebenso einbezieht wie jene der beteiligten Berufsgruppen. Ergänzend erarbeiten die Partner:innen konkrete gesundheitspolitische Empfehlungen, um eine Überführung der Projektergebnisse in die Regelversorgung vorzubereiten. „Mit ePAMedix liefern wir wissenschaftlich fundierte Impulse für eine patient:innenorientierte Weiterentwicklung der ePA. So stärken wir die Patient:innensicherheit und Akzeptanz digitaler Anwendungen im Versorgungsalltag“, erklärt Dr. Nikola Blase, die verantwortliche Person für die Methodik im Team.
Projektpartner sind das Knappschaft Kliniken Universitätsklinikum Bochum, das LWL-Universitätsklinikum Bochum, die Abteilung für Biometrie, Epidemiologie und Medizinische Informatik der Ruhr-Universität Bochum sowie das Berlin Institute of Health @ Charité. Als Krankenkassenpartner ist die DAK-Gesundheit beteiligt. Unterstützt wird ePAMedix zudem vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V., der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e.V., der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V.
* ePAMedix = Abbildung komplexer Medikationsschemata im digital gestützten Medikationsprozess der elektronischen Patientenakte für alle
Dr. Nikola Blase, Lehrstuhl für Medizinmanagement, ePAMedix@medman.uni-due.de
https://www.uni-due.de/epamedix/
Criteria of this press release:
Journalists
Information technology, Medicine
transregional, national
Research projects
German

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