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Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) forscht bundesweit an individualisierten Behandlungen von Depression, Angststörungen und Sucht. Dabei ist es ein Ansatz, etablierte Behandlungsverfahren mit neuen Ansätzen so zu kombinieren, dass die Therapiewirksamkeit insgesamt gesteigert wird. Profitieren werden vor allem jene Betroffenen, bei denen die herkömmlichen Therapieansätze bislang nicht stark genug gewirkt haben.
Das Gehirn auf Lernprozesse vorbereiten – Augmented Psychotherapy
Ein Forschungsstrang am DZPG widmet sich pharmakologischen Verfahren, die therapeutische Prozesse gezielt unterstützen, der sogenannten „Augmented Psychotherapy“. So zeigen die Ergebnisse einer aktuellen, groß angelegten Studie aus Mannheim und Berlin, dass der in bestimmten Pilzen vorkommende Wirkstoff Psilocybin eine bedeutsame antidepressive Wirkung haben kann. Wichtig für den Erfolg und die Sicherheit der Behandlung ist jedoch die Einbettung in eine psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung.
„Psychedelika könnten künftig ein wichtiges therapeutisches Werkzeug werden“, sagt Studienleiter Prof. Gerhard Gründer. „Sie erhöhen neuronale Plastizität und verändern kognitive Flexibilität. Das eröffnet Chancen für psychotherapeutische Prozesse.“ Die Forschung laufe intensiv; Zulassungsverfahren und größere Studien seien international bereits im Gange. Neben Psilocybin forscht Günder mit seinem Team auch an LSD und 5-MeO-DMT zur Verbesserung der Therapieerfolge bei Depression, generalisierter Angststörung und Sucht.
Am DZPG-Standort Halle-Jena-Magdeburg wird untersucht, wie mithilfe von Ketamin und Esketamin kurzfristig ein Zeitfenster eröffnet werden kann, in dem das Gehirn neue Verbindungen bildet, um Psychotherapie am Folgetag der Einnahme besonders wirksam zu machen. Denn im Unterschied zu klassischen Antidepressiva setzt ihr Effekt innerhalb kürzester Zeit ein. Deshalb zielt die Forschung in Jena insbesondere auf den zeitlichen Ablauf ab: „Wir führen Therapie nicht während des veränderten Bewusstseins durch, sondern dann, wenn das Gehirn wieder aufnahmefähiger ist“, erklärt Prof. Martin Walter. „So nutzen wir bekannte Verfahren besser aus.“ Besonders Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression könnten profitieren, aber auch mit Sucht-, Trauma- sowie Angst- und Zwangserkrankungen. „Überall dort, wo automatisierte Muster umgelernt werden müssen, kann die Augmentation hilfreich sein“, so Prof. Walter.
Magnetimpulse als Verstärker - Enhanced Psychotherapy
Unter dem Begriff „Enhanced Psychotherapy“ werden bspw. Hirnregionen, die bei psychischen Erkrankungen in ihrer Aktivität eingeschränkt sind, in einen veränderungsbereiten Zustand versetzt. Prof. Andreas Fallgatter, Standortsprecher in Tübingen, erklärt: „Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) wird die entsprechende Hirnregion mit Magnetimpulsen in kurzen Sitzungen jeden Tag gezielt angeregt. Dadurch kann das Gehirn neue Verbindungen aufbauen und wird flexibler. So versucht man, es wieder in den Normalzustand zu bringen. Das ist inzwischen gut nachgewiesen: TMS hat auch für sich allein eine therapeutische Wirkung – in einer Größenordnung wie eine gute medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlung. Wir versuchen durch Kombination den Effekt weiter zu verstärken.“ Das kann dort, wo Standardbehandlungen allein an Grenzen stoßen, neue Wege eröffnen. Erste klinische Anwendungen zeigen Potenzial bei Depressionen, Essstörungen und Angststörungen.
Die Basis für personalisierte Behandlungen
„Ob über Enhancement durch Neurostimulation oder pharmakologische Augmentation: Die Forschung zielt darauf, den Erfolg von Therapien zu steigern und Behandlungen individueller zu machen“, sagt Prof. Peter Falkai, Sprecher des DZPG. „Dafür bringen wir Forschung, Technologie und Versorgung zusammen.“
Dr. Heike Stecklum, Angehörigensprecherin im Trialogischen Zentrumsrat, begrüßt diesen Forschungsweg: „Angehörige erfahren es oft hautnah, wenn Therapien bei ihnen nahestehenden Patient*innen kaum erkennbare Wirkungen zeigen. Sie erleben dann mitunter besonders lange und schwerwiegende Verläufe, die zum Teil mit hohem Leidensdruck verbunden sind. Daher hoffen sie auf neue Erkenntnisse der Forschung und individuell zugeschnittene Therapien.“
Edmund Bornheimer, Betroffenensprecher des Trialogischen Zentrumsrats, fügt hinzu, es sei wichtig, dass bei allen Studien von Beginn an Erfahrungsexpert*innen mitarbeiten und ihre Perspektive einbringen.
Prof. Silvia Schneider, Sprecherin des DZPG, ergänzt: „Unsere Therapieforschung am DZPG zielt darauf ab, personalisierte Behandlungsansätze zu entwickeln. Wir nutzen dazu innovative Erkenntnisse aus mechanistischer Grundlagenforschung, um dadurch nachhaltige Therapieerfolge zu ermöglichen.“
https://www.dzpg.org/aktuelles/beitrag/neue-wege-fuer-therapieresistente-erkrank...
https://idw-online.de/de/news867877
Innovative Ansätze und neue Wege in der Therapie
Source: KI-generiert
Copyright: DZPG, KI-generiert
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Medicine, Psychology, Social studies
transregional, national
Transfer of Science or Research
German

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