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Wissenschaft
Kinder zu bekommen ist für immer mehr Frauen in Sachsen nicht mehr selbstverständlich: Gehörten Kinder im Jahr 2014 noch für die meisten Frauen (83 %) zu ihrem Lebensentwurf, traf das 2024 nur noch auf 57 Prozent der Frauen zu. Als Gründe werden vor allem Sorgen wegen der aktuellen Krisen, finanzielle Unsicherheit und das Fehlen einer passenden Partnerschaft genannt. Das sind Ergebnisse der Befragungsstudie „frauen leben 4. Familienplanung im Lebenslauf“, die heute bei einer Fachtagung des Sächsischen Sozialministeriums vorgestellt werden.
Kinder zu bekommen ist für mehr als die Hälfte der Frauen in Sachsen (57 %) fester Teil ihres Lebensentwurfs. Zwölf Jahre zuvor sah das noch anders aus: 2014 waren Kinder für die große Mehrheit der Frauen in Sachsen (83 %) selbstverständlich. Als Gründe, keine Kinder zu bekommen, werden von den Frauen etwa gleich häufig Sorgen wegen der aktuellen Krisen (31 %), finanzielle Unsicherheit (30 %) und das Fehlen einer passenden Partnerschaft (30 %) genannt. Das sind Ergebnisse der Befragungsstudie „frauen leben 4. Familienplanung im Lebenslauf“ https://www.sexualaufklaerung.de/publikation/st-fl4-sachsen?mtm_campaign=PM&..., die heute bei einer Fachtagung des Sächsischen Sozialministeriums vorgestellt werden.
Die Tagung, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gemeinsam mit dem Sächsischen Sozialministerium veranstaltet, präsentiert zentrale Ergebnisse der neuen Studie für das Bundesland Sachsen. Sie zeigen, wie Frauen im reproduktiven Alter leben und wie stark ihre Entscheidungen zur Familienplanung von gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Die länderspezifische Auswertung beruht auf einer repräsentativen Befragung von 1.773 Frauen zwischen 20 und 44 Jahren zu Aspekten der Familienplanung wie Kinderwunsch, Schwangerschaften, Partnerschaft und Verhütung. Durchgeführt wurde sie vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen Freiburg (SOFFI F) https://www.soffi-f.de/.
Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Die Ergebnisse von ‚frauen leben 4‘ zeigen, wie unterschiedlich Frauen heute ihr Leben planen – mit oder ohne Kinder. Fest steht: Die Entscheidung für Kinder hängt stärker als früher davon ab, ob die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn wir besser verstehen, was Frauen bewegt, können wir unsere Angebote gezielter an ihren Lebensrealitäten ausrichten. Deshalb freuen wir uns, diese Daten jetzt auch für Sachsen vorzustellen und gemeinsam mit den Ländern zu schauen, was vor Ort gebraucht wird – und daraus konkrete Angebote zu entwickeln.“
Zentrale Ergebnisse für Sachsen im Überblick:
• Eine stabile Partnerschaft spielt für die Familiengründung eine wichtige Rolle, eine Heirat ist weniger wichtig: Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind weniger als die Hälfte (44 %) der Frauen in Sachsen verheiratet. Dennoch sind mehrjährige Partnerschaften bei der ersten Geburt mit einem Anteil von 79 Prozent die Regel. Die Hälfte der Frauen (50 %) leben mindestens fünf Jahre in einer Beziehung, wenn sie ihr erstes Kind bekommen.
• Die Erwerbstätigkeit von Müttern wird in Sachsen als Selbstverständlichkeit angesehen: 92 Prozent möchten arbeiten, wenn das jüngste Kind drei Jahre alt ist. Bei Kindern im Grundschulalter sind es nahezu alle Frauen, wovon 45 Prozent eine Vollzeittätigkeit bevorzugen.
• Das Alter der Frauen bei ihrer ersten Geburt ist zwischen 2012 und 2024 um 1,3 Jahre auf 29,5 Jahre gestiegen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der zunehmende Anteil von Hochschulabsolventinnen unter den 25- bis 34-jährigen Frauen, der im gleichen Zeitraum von 20 Prozent auf 38 Prozent gestiegen ist.
• Alle Ergebnisse im Überblick (https://www.sexualaufklaerung.de/forschungsergebnis/fl4-sachsen?mtm_campaign=PM&...)
Neben Sachsen auch Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen im Fokus
Die Befragungsstudie wurde im Juni und Juli 2024 zeitgleich in Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen durchgeführt. Auch dort zeigt sich: Lebensentwürfe, Kinderwunsch und Familiengründung werden maßgeblich durch Bildung, ökonomische Sicherheit und gesellschaftlichen Wandel geprägt. Der Vergleich der Ergebnisse zwischen verschiedenen Bundesländern ermöglicht fundierte regionale Einschätzungen für Wissenschaft, Praxis und Politik. Die nächste Phase von „frauen leben 4“ betrachtet das Familienplanungsgeschehen in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz; Ergebnisse werden in 2027 erwartet.
Die Studien im Überblick finden Sie hier: https://www.sexualaufklaerung.de/familienplanung-im-lebenslauf/
Pressemitteilung zu den Ergebnissen aus Berlin: Studie „frauen leben 4“ zeigt: Was Berlinerinnen bei ihrer Familienplanung wichtig ist: https://www.bioeg.de/presse/pressemitteilungen/2025-07-22-studie-frauen-leben-4-...
Pressemitteilung zu den Ergebnissen aus Niedersachsen: Studie „frauen leben 4“ zeigt: Entscheidung für Kinder hängt stärker als früher von den passenden Rahmenbedingungen ab: https://www.bioeg.de/aktuelles/2025-10-30-studie-frauen-leben-4-zeigt-entscheidu...
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Seit dem 13. Februar 2025 ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
Criteria of this press release:
Journalists
Nutrition / healthcare / nursing
transregional, national
Research results, Scientific conferences
German

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