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Wissenschaft
Universität Magdeburg und Fraunhofer IZI verzahnen Forschung, Herstellung und klinische Prüfung neuer Behandlungsansätze
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Universitätsmedizin Magdeburg und das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI in Leipzig wollen neue Zell- und Gentherapien schneller in die medizinische Versorgung bringen. Dazu haben die Partner soeben eine strategische Kooperation vereinbart.
Die Zusammenarbeit verknüpft die Entwicklung neuer Therapien, ihre Herstellung unter hohen Qualitätsstandards und ihre klinische Prüfung enger als bisher. Ziel der beteiligten Partner ist es, innovative Behandlungsansätze schneller von der Forschung in die Anwendung zu überführen.
Zell- und Gentherapien eröffnen neue Chancen für Menschen mit schweren Krebs- oder Autoimmunerkrankungen, wenn herkömmliche Behandlungen nicht mehr ausreichen. Sie greifen gezielt in fehlgesteuerte Prozesse des Immunsystems ein und schaffen so neue therapeutische Möglichkeiten.
„Mit dieser Partnerschaft stärken wir die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als Standort, an dem medizinische Spitzenforschung konsequent in neue Therapien für Patientinnen und Patienten überführt wird“, so der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. „Mich freut es besonders, dass die bisherige, sehr erfolgreiche wissenschaftliche Tätigkeit von Prof. Fricke am Fraunhofer IZI jetzt auch in Magdeburg ihre Fortführung findet. Die vereinbarte strategische Partnerschaft reiht sich ein in unsere langjährigen exzellenten Kooperationen mit der Fraunhofer Gesellschaft."
Im Zentrum der Kooperation stehen moderne Zell- und Gentherapeutika, darunter CAR-basierte sogenannte Advanced Therapy Medicinal Products, kurz CAR-ATMP. Dabei werden Immunzellen im Labor gezielt so verändert, dass sie etwa Krebszellen erkennen und zerstören können.
Ein wichtiger Baustein der Partnerschaft ist die Herstellung solcher Therapien nach GMP-Standards. Diese Regeln der „Good Manufacturing Practice“ sichern Qualität und Sicherheit in der Arzneimittelproduktion. Gerade bei Therapien mit lebenden Zellen ist das unverzichtbar.
Die beteiligten Partner bringen hierfür ihre jeweiligen Stärken und Erfahrungen ein, um gemeinsam tragfähige und zukunftsweisende Strukturen für die GMP-konforme Herstellung und Weiterentwicklung solcher innovativen Therapien aufzubauen. Dabei ist eine enge Kooperation mit bestehenden Kompetenzen und etablierten Infrastrukturen ausdrücklich vorgesehen.
Geplant sind außerdem klinische Studien in frühen und späten Phasen sowie ein strukturiertes translationales Immunmonitoring. Dabei wird systematisch untersucht, wie Patientinnen und Patienten auf neue Therapien reagieren und welche immunologischen Mechanismen dabei eine Rolle spielen.
„Mich treibt die Frage an, wie wir biomedizinische Innovationen schneller zu den Menschen bringen können, die dringend neue Therapieoptionen benötigen“, so Prof. Dr. med. Stephan Fricke. Er verbindet als Professor für Klinische Immunologie und Zelltherapeutika an der Universitätsmedizin Magdeburg und als Direktor für Klinischen Transfer am Fraunhofer IZI beide Einrichtungen. „Zell- und Gentherapien eröffnen die Möglichkeit, fehlgesteuerte Immunreaktionen gezielt zu korrigieren, etwa indem Immunzellen so verändert werden, dass sie Krebszellen erkennen und gezielt angreifen.“
Auch die Medizinische Fakultät sieht in der Kooperation einen strategischen Gewinn. „Mit diesem Rahmenkooperationsvertrag und der Brückenfunktion von Professor Fricke bauen wir unsere Kompetenzen an der Schnittstelle von Immunologie und innovativen Therapieverfahren weiter aus“, sagte die Dekanin der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. rer. nat. Daniela C. Dieterich. „Das stärkt sowohl unsere Forschungsaktivitäten als auch die Entwicklung neuer Behandlungsoptionen für unsere Patientinnen und Patienten.“
Das Fraunhofer IZI bringt seine Erfahrung in der anwendungsorientierten Forschung ein. Dazu zählen insbesondere Zell- und Gentherapien, Wirk- und Impfstoffe, sowie Diagnostika. Hinzu kommt die langjährige Expertise des Instituts bei der GMP-konformen Herstellung innovativer Therapeutika.
„Zell- und Gentherapien gehören zu den Schlüsseltechnologien der modernen Medizin“, sagt die Institutsleiterin des Fraunhofer IZI, Prof. Dr. Dr. Ulrike Köhl. „Damit neue Therapien den Weg in die klinische Praxis finden, braucht es eine enge Verzahnung von universitärer Forschung, technologischer Entwicklung und regulatorisch abgesicherter Herstellung.“
Die Partnerschaft stärkt die in Mitteldeutschland aufgebauten Strukturen im Bereich der Zell- und Gentherapie. Sie eröffnet zugleich neue Möglichkeiten für gemeinsame Drittmittelprojekte, für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und für den Ausbau translationaler Forschungs- und Versorgungsangebote.
Die Allianz steht im Einklang mit der Nationalen Strategie für Zell- und Gentherapien des Bundes und ist Teil des geförderten Clusters SaxoCell®. In diesem Netzwerk arbeiten mehrere universitäre und außeruniversitäre Forschungszentren, akademische Lehrkrankenhäuser und Industriepartner daran, die Entwicklung und klinische Anwendung solcher Therapien in Deutschland voranzubringen.
Dr. med Stephan Fricke
Leiter des Instituts für Klinische Immunologie und Zelltherapie
0391-67-15338
stephan.fricke@med.ovgu.de
Der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, die Dekanin der Medizinischen ...
Source: Jana Dünnhaupt
Copyright: Uni Magdeburg
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Medicine
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German

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