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Wissenschaft
Für ihre Pionierarbeiten über katalytische Nukleinsäuren erhielt die Würzburger Chemieprofessorin Claudia Höbartner den Albrecht-Kossel-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker.
Den meisten Menschen sind die Nukleinsäure-Moleküle DNA und RNA ein Begriff: Die DNA ist als Träger der Erbinformation bekannt, die RNA seit einigen Jahren auch als Bestandteil innovativer Impfstoffe.
Beide Nukleinsäuren können auch wie Enzyme wirken und in dieser Funktion den Ablauf biochemischer Vorgänge erleichtern. Die Wissenschaft spricht in diesem Fall von katalytischen Nukleinsäuren. Deren Erforschung ist eine aufstrebende Disziplin der Chemie.
Professorin Claudia Höbartner gehört zu den Persönlichkeiten, die dieses Feld maßgeblich geprägt haben. Sie ist Inhaberin des Lehrstuhls für Organische Chemie I an der Universität Würzburg und Projektleiterin im neuen Würzburg-Münchener Exzellenzcluster NUCLEATE.
Preis wurde auf Tagung in Würzburg überreicht
Für ihre bahnbrechenden Entdeckungen hat die Professorin nun erneut einen bedeutenden Preis erhalten: Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeichnete sie mit dem Albrecht-Kossel-Preis aus.
GDCh-Präsidentin Professorin Ruth Bieringer überreichte den mit 7.500 Euro dotierten Preis bei der GDCh-Tagung Biochemistry 2026 am 17. März in Würzburg und würdigte Claudia Höbartners herausragende wissenschaftliche Leistungen. In ihrer Laudatio zeichnete Professorin Andrea Rentmeister (LMU München) ein eindrucksvolles Bild der wissenschaftlichen Leidenschaft der Preisträgerin.
Die Pionierleistungen von Claudia Höbartner
Geehrt wurde die Würzburger Professorin für zwei wegweisende Entdeckungen auf dem Gebiet katalytischer Nukleinsäuren.
* Ihr gelang die weltweit erste Strukturaufklärung eines DNAzyms. Dieser wissenschaftliche Durchbruch eröffnete neue Einblicke in molekulare Katalysemechanismen und erschloss vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.
* Sie identifizierte ein Ribozym mit der Fähigkeit, Methylgruppen zu übertragen. Diese Eigenschaft ist von großer Bedeutung für die Erforschung des Ursprungs des Lebens. Außerdem eröffnet sie weitreichende Perspektiven für die synthetische Biologie.
Beide Arbeiten wurden in der Top-Zeitschrift Nature publiziert und verliehen dem Forschungsfeld internationale Strahlkraft.
Werdegang der Preisträgerin
Claudia Höbartner, Jahrgang 1977, schloss ihr Studium der Technischen Chemie an der Technischen Universität Wien im Jahr 2001 ab und wurde 2004 an der Universität Innsbruck in Chemie promoviert. Postdoktorale Forschungsaufenthalte führten sie an die University of Illinois at Urbana-Champaign sowie zurück nach Innsbruck.
Ab 2008 leitete sie eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, bevor sie 2014 eine Professur an der Georg-August-Universität Göttingen antrat. Den Lehrstuhl für Organische Chemie I an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg leitet sie seit 2017.
Im Jahr 2022 wurde Claudia Höbartner in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen; 2023 erhielt sie den renommierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis sowie den Bayerischen Verdienstorden. Als langjähriges GDCh-Mitglied gehört sie seit 2023 dem Vorstand der GDCh-Fachgruppe Biochemie an.
Über die Auszeichnung und die GDCh
Der Albrecht-Kossel-Preis wurde 2012 ins Leben gerufen und 2014 erstmals verliehen. Er erinnert an Ludwig Karl Martin Leonhard Albrecht Kossel (1853–1927), einen deutschen Biochemiker, Mediziner und Physiologen. Kossel erhielt 1910 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Arbeiten zur Erforschung des Zellkerns sowie zur Isolierung und Strukturbestimmung der Nukleinsäuren.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zählt zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vereint rund 28.000 Mitglieder in 33 Fachstrukturen.
Prof. Dr. Claudia Höbartner, claudia.hoebartner@uni-wuerzburg.de
https://www.uni-wuerzburg.de/nucleate/ Würzburg-Münchener Exzellenzcluster NUCLEATE
Claudia Höbartner (links) bekam den Albrecht-Kossel-Preis von GDCh-Präsidentin Ruth Bieringer und vo ...
Source: Alexander Draheim
Copyright: Gesellschaft Deutscher Chemiker
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Biology, Chemistry, Medicine
transregional, national
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German

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