idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Judith Gartmann überzeugt das Kuratorium mit einem Erfahrungsbericht aus einer Studie. In der Arbeit geht es um einen innovativen Ansatz zur medizinischen Rehabilitation von Menschen mit kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen.
Große Anerkennung für eine Mitarbeiterin der Klinik für Rehabilitations- und Sportmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Judith Gartmann wurde gestern in Leipzig mit dem Zarnekow-Förderpreis für Rehabilitationsforschung 2026 ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, deren Arbeiten in herausragender Weise zur Erforschung und Verbesserung von Therapien beitragen. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Illa und Werner Zarnekow-Stiftung gestellt.
Versorgungslücken können geschlossen werden
Die 39-jährige Judith Gartmann arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Klinik für Rehabilitations- und Sportmedizin. Ihre prämierte Arbeit trägt den Titel „Herausforderungen in der rehabilitativen Versorgung von Menschen mit kognitiven und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen – ein Erfahrungsbericht aus einer Pilotstudie“. An der Durchführung der Studie war die junge Wissenschaftlerin selbst beteiligt. „Menschen mit geistigen und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen bekommen oft nicht die medizinische Rehabilitation, die sie eigentlich brauchen“, erklärt die Preisträgerin. „Mit der Pilotstudie konnten wir nachweisen, dass es möglich ist, das zu ändern.“ In der Studie wurde ein neues individualisiertes Rehabilitationskonzept mit 15 Patientinnen und Patienten getestet und bewertet. Das Besondere an dem Konzept: Es steht ein multiprofessionelles Team mit ausreichend Zeit zur Verfügung und die Reha-Maßnahmen finden nicht nur im klinischen Setting, sondern auch zu Hause, am Arbeitsplatz, in Sportstätten oder im öffentlichen Nahverkehr statt – angepasst an die persönlichen Bedürfnisse der Bertoffenen. Bei Bedarf erfolgten gemeinsame Therapien von Physio- und Ergotherapeutinnen. Auch Angehörige und Begleitpersonen wurden in das Projekt eingebunden. Die Pilotstudie lief von Juni 2023 bis November 2024. Sie zeigt, dass die Versorgungslücke mit dem individuellen und sozialraumorientierten Rehabilitationskonzept in allen 15 Fällen geschlossen werden konnte.
Detaillierte Darstellung
Judith Gartmann stellt in ihrem Erfahrungsbericht detailliert die besonderen Herausforderungen des innovativen Ansatzes zur medizinischen Rehabilitation von Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen dar. Damit leistet sie einen Beitrag zur Weiterentwicklung von neuen Forschungs- und Praxisansätzen für eine verbesserte Versorgung der Betroffenen. Das überzeugte das Stiftungs-Kuratorium bei der Auswahl der diesjährigen Zarnekow-Preisträgerin.
Positionspapier zur Rehabilitation
Die Verleihung des Förderpreises fand im Rahmen des diesjährigen Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums der Deutschen Rentenversicherung vom 24. bis 26. März statt. Dazu passend und parallel zum Kongress wurde ein Positionspapier der Wissenschaftlich-Medizinischen Allianz für Rehabilitation veröffentlicht. Es heißt „Medizinische Rehabilitation von Menschen mit vorbestehenden Beeinträchtigungen/Behinderungen – Herausforderungen und Handlungsbedarfe“ und ist über die Internetseite http://www.reha-allianz.de aufrufbar. Das umfangreiche Positionspapier ist das Ergebnis einer intensiven Arbeit von rund 20 beteiligten Personen unter gemeinsamer Koordination der Klinik für Rehabilitations- und Sportmedizin der MHH (Dr. phil. Christoph Egen) und dem Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität zu Lübeck (Prof. Dr. phil. Matthias Bethge).
SERVICE
Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. phil. Christoph Egen, egen.christoph@mh-hannover.de.
https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/pdf/10.1055/a-2675-0855.pdf
Preisträgerin Judith Gartmann
Copyright: Imke Theis
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine
transregional, national
Contests / awards
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).