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03/25/2026 14:02

Hochschule Hof digitalisiert historische Bühnenbilder Richard Wagners in 3D

Rainer Krauß Hochschulkommunikation
Hochschule Hof - University of Applied Sciences

    Bayreuth / Hof - Die Hochschule Hof hat durch die Stadt Bayreuth die Förderung für ein zukunftsweisendes Digitalisierungsprojekt erhalten: Unter dem Titel „3D-Digitalisierung historischer Bühnenbilder des Bayreuther Festspielhauses“ werden bedeutende Bühnenbildmodelle aus dem Archiv des Richard Wagner Museum Bayreuth mithilfe modernster KI-Technologien rekonstruiert und erlebbar gemacht. Das Projekt ist Teil des Jubiläumsjahres „Festival150“ in Bayreuth und ergänzt das kulturelle Programm der weltberühmten Bayreuther Festspiele um eine innovative digitale Dimension.

    Einzigartige Kulturgüter im digitalen Raum

    Die historischen Bühnenbildmodelle zu den Opern von Richard Wagner zählen zu den bedeutendsten Artefakten der Theatergeschichte. Sie dokumentieren nicht nur Inszenierungskonzepte, sondern spiegeln auch die Entwicklung des Gesamtkunstwerks über mehr als ein Jahrhundert wider. Mehr als 100 dieser detailreichen Modelle lagern im Archiv des Museums – ein Großteil davon ist der Öffentlichkeit bislang kaum zugänglich. Ziel des Projekts ist es, ausgewählte Modelle digital zu sichern, wissenschaftlich zu erschließen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. „Wir machen die verborgenen Schätze der Wagner-Bühnen erstmals vollständig erlebbar – und das auf eine Weise, die weit über klassische Ausstellungen hinausgeht“, erklärt Professor Michael Zöllner von der Forschungsgruppe Interactive & Data Driven Systems (iisys) an der Hochschule Hof.

    Künstliche Intelligenz trifft Kultur

    Im Zentrum des Projekts steht der Einsatz hochmoderner KI-basierter Verfahren wie Gaussian Splatting und Neural Radiance Fields (NeRFs). Diese ermöglichen die Erstellung fotorealistischer, frei begehbarer 3D-Modelle aus Millionen von Bildpunkten. Die Berechnung erfolgt am KI-Anwendungszentrum der Hochschule Hof auf leistungsstarken Rechnern. Ergänzt wird dies durch klassische Digitalisierungsverfahren wie hochauflösende Panoramaaufnahmen und 2D-/2.5D-Reproduktionen. „Unsere KI-Modelle erlauben es, die Bühnenbilder nicht nur zu betrachten, sondern sie virtuell zu betreten und zu verstehen“, so Prof. Zöllner weiter. „Das eröffnet völlig neue Perspektiven für die Vermittlung und für die kulturelle Teilhabe.“

    Erlebnis für die Öffentlichkeit

    Ein zentrales Ziel des Projekts ist die Entwicklung interaktiver Anwendungen auf Basis von Extended Reality (XR). Besucherinnen und Besucher können künftig historische Bühnenbilder virtuell erkunden, sich frei durch die Modelle bewegen und Details zu Aufbau, Dramaturgie und Inszenierung entdecken. Die ersten Ergebnisse des Projektes sollen im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen präsentiert werden – unter anderem beim RiWa-Straßenfestival sowie auf der Festmeile in Bayreuth während des Festivaljahres.

    Projektablauf

    Das Projekt läuft von April bis Oktober 2026 und gliedert sich in mehrere aufeinander abgestimmte Phasen. Zu Beginn werden gemeinsam mit dem Richard Wagner Museum Bayreuth geeignete Bühnenbildmodelle ausgewählt, aufgebaut und wissenschaftlich dokumentiert. Anschließend erfolgt die Digitalisierung: Neben hochauflösenden 2D-Aufnahmen werden die Modelle mithilfe von 360°-Fotografie und Video erfasst. Auf dieser Basis entstehen durch KI-Verfahren wie Gaussian Splatting fotorealistische 3D-Rekonstruktionen, berechnet an der Hochschule Hof. Die Ergebnisse münden in ein interaktives Prototyp-Exponat sowie eine begleitende Webseite.

    Forschung, Erhalt und Zukunftsperspektiven

    Neben der Vermittlung verfolgt das Projekt auch wissenschaftliche Ziele. Es schafft die Grundlage für die systematische Digitalisierung des gesamten Bestands und entwickelt Leitlinien für zukünftige Digitalisierungsprojekte im Kulturbereich. Die Bühnenbilder – einst als „schweigend ermöglichender Hintergrund“ gedacht – rücken damit ins Zentrum einer neuen digitalen Betrachtung. Sie werden nicht nur bewahrt, sondern in ihrer Komplexität neu erfahrbar gemacht. „Wir verbinden Kulturgeschichte mit technologischer Innovation. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung unseres kulturellen Erbes“, betont Prof. Zöllner abschließend.


    Contact for scientific information:

    Prof. Michael Zöllner
    +49 9281 409 - 8563
    michael.zoellner(at)hof-university.de


    Images

    Werden digitalisiert: Historische Bühnenbildmodelle von Wagner-Opern – hier aus "Der Ring des Nibelungen", "Götterdämmerung", "Die Halle der Gibichungen am Rhein";
    Werden digitalisiert: Historische Bühnenbildmodelle von Wagner-Opern – hier aus "Der Ring des Nibelu ...
    Source: Richard Wagner Museum Bayreuth
    Copyright: Richard Wagner Museum Bayreuth


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
    Art / design, Information technology, Teaching / education
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

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