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Die Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und das Institut für Kommunikations- und Prüfungsforschung gGmbH (IKPF) würdigen mit dem Preis das Wirken des ehemaligen Dekans Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Günther Sonntag (verstorben 2024), der die Aus-, Weiter- und Fortbildung in der Medizin nachhaltig gefördert hat. Anlässlich der Jubiläumskonferenz „20 Jahre kompetenzbasierte Prüfungen – Erfahrungen, Entwicklungen, Perspektiven“ wurde am 26. März 2026 der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis zu gleichen Teilen an ein Projekt zu mündlichen Prüfungen in der Zahnmedizin sowie an ein Projekt zu kompetenzorientierten Prüfungen in der Gynäkologie vergeben.
Stand vor 20 Jahren noch das reine Abfragen von Wissen im Fokus medizinischer Prüfungen, so geht es heute vor allem darum, klinisch-praktische, kommunikative und interprofessionelle Kompetenzen der Studierenden zu ermitteln und damit auch zu fördern. Diese neue Prüfungskultur wurde maßgeblich an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg entwickelt und hat sich über ein breites Partner-Netzwerk im deutschsprachigen Raum etabliert. Anlässlich der 20-jährigen Jubiläumstagung des internationalen Prüfungsverbundes „Umbrella Consortium for Assessment Networks (UCAN)“ vom 23. bis 27. März 2026 in der Gründungsstadt Heidelberg übergaben Professor Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, und Professorin Dr. Jana Jünger, Geschäftsführerin des Instituts für Kommunikations- und Prüfungsforschung gGmbH (IKPF), Heidelberg, den Hans-Günther-Sonntag-Preis für besondere Verdienste in der medizinischen Lehre zu gleichen Teilen an zwei Projektteams.
Das prämierte Projekt für digitale strukturierte mündliche Prüfungen in der Zahnmedizin wird an den Universitätskliniken Freiburg und Mainz koordiniert, beteiligt sind außerdem Expertinnen und Experten der Universität des Saarlandes, der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Freiburg. Das ausgezeichnete Projekt zu kompetenzorientierten Prüfungen in der gynäkologischen Beckenuntersuchung ist am Universitätsklinikum Jena angesiedelt.
Der Patient im Mittelpunkt – auch bei Prüfungen
Als Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg führte Hans-Günther Sonntag 2001 das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) ein, welches die medizinische Ausbildung in Heidelberg grundlegend modernisierte und bis heute prägt. „Weit über Heidelberg hinaus hat Professor Hans-Günther Sonntag die Ausbildung von Medizinstudierenden nachhaltig gefördert und dabei auch kompetenz- und patientenorientierte Prüfungen im deutschsprachigen Raum ermöglicht und etabliert”, sagt Prof. Dr. Michael Boutros. „Professor Sonntag begleitete den Start und Aufbau des überregionalen UCAN-Prüfungsverbunds mit der Idee einer kooperativen, akademischen Vernetzung zwischen Prüfungsverantwortlichen von Anfang an und setzte sich noch in seiner Amtszeit als Ehrendekan für dessen Weiterentwicklung ein. Ich freue mich sehr, dass so viele renommierte Förderer der klinischen Lehre anlässlich der Jubiläumstagung nach Heidelberg gekommen sind und wir gemeinsam erstmalig den Hans-Günther-Sonntag-Preis vergeben können.“
„Die beiden ausgezeichneten Projekte zeigen in besonderer Weise, wie innovative, qualitätsgesicherte und patientenorientierte Prüfungen im Gesundheitswesen gestaltet werden können. Sie verbinden wissenschaftliche Evidenz mit hoher Praxisnähe und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer Ausbildung, in der fundiertes Wissen mit verantwortungsvollem Handeln, professioneller Haltung und patientenzentrierter Kommunikation im Mittelpunkt steht“, sagt Professorin Dr. Jana Jünger.
Das Wirken von Hans-Günther Sonntag für die medizinische Lehre
Als Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg führte er 2001 das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) ein, das zu den führenden Medizinstudiengängen in Deutschland gehört. Seine Unterstützung für die fakultätsweite Einführung von verbindlichen OSCE-Prüfungen (objective structured clinical examination) in den klinischen Semestern war wegweisend. Er förderte konsequent den Aufbau eines Simulationspatientenprogramms zur Stärkung der kommunikativen Kompetenz von zukünftigen Ärztinnen und Ärzten. Durch seine Fürsprache im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg konnte das Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin 2004 gegründet werden. Dieses trug entscheidend zur nachhaltigen Institutionalisierung und Qualitätssicherung vieler Prüfungsprojekte sowie zur (Weiter-) Entwicklung kompetenz- und patientenorientierter Prüfungsformate bei. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass 2004 das postgraduale Studium Master of Medical Education (MME) an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg in enger Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Fakultätentag in kürzester Zeit startete. Den Start und Aufbau des UCAN-Prüfungsverbunds (Umbrella Consortium of Assessment Networks) förderte Professor Sonntag maßgeblich.
https://cares.institute/activity/save-the-date-10-jahre-ikpf-und-20-jahre-ucan/ UCAN Konferenz 2026
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/hans-guenther-sonntag-preis-2026... Hans-Günther-Sonntag-Preis 2026: Die prämierten Projekte und Preisträger
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/20-jahre-kompetenzbasierte-pruef... Hintergrund: 20 Jahre kompetenzbasierte Prüfungen
Die Preisträger des Hans-Günther-Sonntag-Preis 2026 für digitale strukturierte mündliche Prüfungen
Die Preisträger des Hans-Günther-Sonntag-Preis 2026 für kompetenzorientierten Prüfungen in der gynäk ...
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Medicine
transregional, national
Contests / awards, Studies and teaching
German

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