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Wissenschaft
Wann hat sich menschliches Vertrauen entwickelt und welchen Einfluss haben soziale Bindungen auf Vertrauen? Am 1. April ist ein neues Forschungsprojekt an der Uni Osnabrück gestartet, das genau diese Frage untersuchen will.
Vertrauen ist unentbehrlich für den Aufbau und die Aufrechterhaltung von sozialen und kooperativen Beziehungen. „Es ist bis heute jedoch wenig über den Ursprung und die evolutionäre Entwicklung von menschlichem Vertrauen bekannt“, sagt Prof. Dr. Simone Pika vom Institut für Kognitionswissenschaft. „Die wenigen existierenden Studien sind widersprüchlich.“ Dem will das Forschungsteam um Prof. Pika nun empirisch auf den Grund gehen: Mit der Untersuchung eines der nächsten lebenden Verwandten des Menschen, den Schimpansen.
Ziel des langfristigen, systematischen Forschungsprojekts ist die Sammlung und Auswertung quantitativer Daten zu Vertrauen in sozialen Interaktionen von Schimpansen im Loango National Park in Gabun. „Schimpansen und Menschen haben einen gemeinsamen Vorfahren und sind sich nicht nur genetisch sehr ähnlich: Durch die enge Verwandtschaft können wir das Verhalten von Schimpansen nutzen, um Rückschlüsse auf den Ursprung von menschlichem Verhalten zu ziehen“, so Pika. Im Loango National Park kann in freier Wildbahn untersucht werden, ob und in welcher Form Vertrauen bei den Menschenaffen eine Rolle spielt und welchen Einfluss soziale Interaktionen auf Vertrauen haben – etwa das Teilen von Nahrung oder die Unterstützung in Konflikten.
Darüber hinaus soll das wissenschaftliche Interesse an empirischer Forschung zu Vertrauen und seiner Evolution gestärkt sowie ausgebaut werden. Das Ziel ist eine breitere wissenschaftliche Vernetzung sowohl an der Uni Osnabrück, als auch mit nationalen und internationalen Forschenden. Für das Forschungsprojekt stellt die Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur bis März 2029 rund 104.000 Euro zur Verfügung.
Prof. Dr. Simone Pika, Universität Osnabrück
Institut für Kognitionswissenschaft
E-Mail: spika@uos.de
Das Verhalten von Schimpansen ist dem der Menschen sehr ähnlich.
Source: Tobias Deschner
Copyright: Tobias Deschner
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars
Biology
transregional, national
Research projects, Schools and science
German

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