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Wissenschaft
• Forschungsförderung für Untersuchung von Entscheidungsfindung in sich verändernden Umgebungen
• Realitätsnahe Szenarien mithilfe spielbasierter Aufgaben
• Mögliche Relevanz für dysfunktionale Entscheidungsfindung
Roxana Zeraati vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik wurde mit dem Klaus Tschira Boost Fund ausgezeichnet. Diese Förderung ermöglicht es ihr, über einen Zeitraum von zwei Jahren zu untersuchen, wie Menschen in dynamisch wechselnden Umgebungen Entscheidungen treffen.
Bislang kommen bei Studien zur menschlichen Entscheidungsfindung in der Regel künstliche, stark vereinfachte Settings zum Einsatz. „Diese Experimente geben die Dynamik echter Entscheidungen nicht vollständig wieder“, sagt Zeraati. Sie möchte darüber hinaus gehen, indem sie Entscheidungsfindung während der Suche nach Ressourcen untersucht. Ressourcensuche, beispielsweise in Form der Futtersuche, ist ein natürlicher Verhaltensprozess, der zahlreichen Arten gemeinsam ist. Zeraati wird dabei spielbasierte Aufgaben einsetzen, bei denen die Teilnehmer kontinuierlich mit einer sich verändernden Umgebung interagieren können. Beispielsweise können die Spielenden in die Rolle eines Piraten auf Schatzsuche schlüpfen – frei in ihrer Entscheidung, wohin sie als Nächstes aufbrechen, während gleichzeitig Ressourcen neu erscheinen, verschwinden oder ihren Wert ändern.
Potentielle Implikationen für das Verständnis gestörter Entscheidungsmechanismen
Dieser Ansatz erlaubt es Zeraati, zu untersuchen, wie Menschen Veränderungen und deren Geschwindigkeit in einer realitätsnahen Umgebung wahrnehmen und darauf reagieren. Dieser Forschungsfrage kann relevant sein für Situationen haben, in denen Menschen Entscheidungen treffen, die sie später vielleicht bereuen. „Potentiell suchtrelevante Verhalten wie Glücksspiel oder die Nutzung sozialer Medien können die Wahrnehmung der Umgebung verzerren und Entscheidungen beeinflussen“, sagte Zeraati. Im Falle sozialer Medien kann beispielsweise die Fähigkeit beeinträchtigt sein, den richtigen Zeitpunkt zum Beenden des Doomscrollings zu erkennen. Zeraatis Forschung könnte dazu beitragen, die Mechanismen hinter diesen Schwierigkeiten aufzudecken und Verbesserungsansätze zu liefern.
Der Klaus Tschira Boost Fund ist ein gemeinsames Programm der Klaus Tschira Stiftung und des Vereins Guidance, Skills & Opportunities for Researchers, das exzellenten Nachwuchsforschenden flexible Fördermittel sowie professionelle und persönliche Weiterentwicklung bietet. Es stellt je 120.000 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren bereit und dient damit als Sprungbrett hin zu wissenschaftlicher Selbstständigkeit und Führungsverantwortung.
Roxana Zeraati
roxana.zeraati@tuebingen.mpg.de
Roxana Zeraati
Source: Friedhelm Albrecht
Copyright: Friedhelm Albrecht / Universität Tübingen
Criteria of this press release:
Journalists
Information technology, Psychology
transregional, national
Contests / awards, Research projects
German

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