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Wissenschaft
Eine niedrige Restaurantbewertung? Die kann auch ihre positiven Seiten haben. Weicht man von seiner bevorzugten Wahl ab, kann das Essenserlebnis tatsächlich befriedigender ausfallen, so eine Studie der IESE Business School.
„Essen wir in einem Restaurant mit einer niedrigeren Bewertung, als wir es uns gewünscht hätten, passen wir unsere Erwartungen an“, so die Autoren der in der Fachzeitschrift Management Science veröffentlichten Studie. Die Professoren Clara Carrera und Victor Martínez de Albéniz von der IESE Business School sowie Manuel Sosa von INSEAD untersuchten Daten aus mehreren Jahren. In den Feinschmeckerzentren Barcelona und Paris und auf den Plattformen TripAdvisor und The Fork ermittelten sie, an welches Qualitätsniveau die Menschen gewöhnt waren, anhand ihren eigenen und den früheren Bewertungen anderer. Dann analysierten sie, wie sich dies auf die Wahl des nächsten Restaurants auswirkte und wie zufrieden die Gäste mit ihrer Wahl waren.
„Die meisten Verbraucher versuchen, alles zu vermeiden, was unter ihrem persönlichen Qualitätsmaßstab liegt“, so Carrera und de Albéniz von der IESE Business School. Wer einen Durchschnitt von 4 Sternen bevorzugt, dann aber vor seinem geschlossenen Lieblingsrestaurant steht und auf ein Restaurant mit einer Internet-Bewertung von 3 ausweicht, genießt sein Essen unter Umständen mehr. Die Messlatte der Erwartungen liegt niedriger.
Bei der Restaurantwahl Neues auszuprobieren könne sich also lohnen. Eine gute Strategie für das Essen gehen, so das Fazit der IESE-Professoren, könnte ein „Zickzack-Kurs sein, wechseln zwischen höher und etwas niedriger bewerteten Restaurants“. Zufriedenheit entstehe, wenn man Erfahrungen mit den eigenen Erwartungen vergleiche. „Etwas weniger bekannte Lokale auszuprobieren und sich angenehm überraschen lassen. Davon profitieren alle“, so das Fazit von Clara Carrera und Victor Martínez de Albéniz von der IESE Business School, die auch einen Campus in München unterhält.
Restaurantbesuche in Restaurants mit geringerer Qualität seien übrigens relativ zufriedenstellender. Die Wahrscheinlichkeit eines als ausgezeichnet empfundenen Restaurantbesuchs hänge hier nicht so stark von der Restaurantqualität ab wie bei Restaurants höherer Qualität. Die Arbeit der IESE-Forscher konzentriert sich auf Restaurants, könne aber leicht auf andere angenehme Erlebnisse wie einen Museumsbesuch oder das Lesen eines Buches übertragen werden. „Wir bewerten Erlebnisse zweigleisig“, verweisen Carrera und de Albéniz auf die „Wechselwirkungen zwischen der Weisheit der Vielen, unseren eigenen Erfahrungen und den Erwartungen, die wir entwickeln“.
Prof. Clara Carrera - Assistant Professor of Operations, Information and Technology an der IESE Business School
https://www.iese.edu/faculty-research/faculty/clara-carrera/
Prof. Víctor Martínez de Albéniz - Professor of Operations, Information and Technology an der IESE Business School
https://www.iese.edu/faculty-research/faculty/victor-martinez-de-albeniz/
https://pubsonline.informs.org/doi/10.1287/mnsc.2022.04141
Clara Carrera, Assistant Professor of Operations, Information and Technology an der IESE Business Sc ...
Copyright: IESE Business School
Víctor Martínez de Albéniz, Professor of Operations, Information and Technology an der IESE Business ...
Copyright: IESE Business School
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Economics / business administration, Psychology, Social studies
transregional, national
Research results
German

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