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04/08/2026 08:30

Wenn der Bund Fiktion schreibt, um Fakten zu erklären

Michael Lindner Presse
Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH

    Wenn der Bund Fiktion schreibt, um Fakten zu erklären

    Podcast-Episode beleuchtet Quantencomputing, Kryptografie und deren gesellschaftliche Sprengkraft

    Was passiert, wenn ein öffentlich zugänglicher Quantencomputer die Welt neu berechnet? Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) beantwortet diese Frage mit einem ungewöhnlichen Mittel: einem Science-Fiction-Roman. Am 9. April 2026 erklärt Autor Jens Hüttenberger im Podcast „Per Anhalter durch den Cyberraum“, warum die Inhousegesellschaft des Bundes ihn zur Feder greifen lässt und was Quantentechnologie mit unserem aller Alltag zu tun hat.

    Ein einmaliges Projekt in der deutschen Behördenlandschaft

    Bundeseinrichtungen kommunizieren in Berichten, Lagebildern, Pressemitteilungen. Die Cyberagentur geht jetzt einen neuen Weg: Sie lässt einen Roman schreiben. „Kryptokalypse“ ist ein Naher-Zukunfts-Roman, der sich der Frage widmet, welche gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Konsequenzen leistungsfähige Quantencomputer haben könnten. Das Projekt ist in dieser Form einmalig in der deutschen Bundesagentur-Landschaft.

    Im Podcast der Cyberagentur „Per Anhalter durch den Cyberraum“ spricht Moderator Marcel Roth am 9. April 2026 mit Autor Jens Hüttenberger über Entstehung, Ziel und inhaltliche Tiefe des Projekts.

    Jens Hüttenberger ist seit Anfang 2026 Mitarbeiter des Innovationsmanagements der Cyberagentur und schreibt den Roman im Rahmen dieser Tätigkeit. Er ist damit nicht nur Autor, sondern auch Teil des interdisziplinären Teams, das die inhaltliche Substanz des Buches wissenschaftlich untermauert.

    2039: Eine Maschine, die die Welt neu berechnet

    Der Roman spielt im Jahr 2039. Das fiktive Unternehmen QuaaSE hat den ersten öffentlich zugänglichen Ionen-Quantencomputer mit 100.000 Qubits als Quantum-as-a-Service auf den Markt gebracht. Pharmaunternehmen, Logistiker, Materialforscher und Forschungsinstitute kaufen Zeitslots, um die bis dahin undenkbare Rechenleistung zu nutzen.

    Im Zentrum stehen zwei Frauen mit gegensätzlichen Perspektiven: Anaram, Physikerin und Logistikberaterin, sieht in der Quantentechnologie eine historische Chance für effizientere Lieferketten und neue Handelsbündnisse. Alice, Mathematikerin und Post-Quanten-Kryptografin, kennt die Schattenseiten: Gängige Verschlüsselungsverfahren werden durch leistungsfähige Quantencomputer angreifbar. Der sogenannte Q-Day – der Tag, an dem Sicherheitsschlüssel dekodiert werden und Finanztransaktionen, Internetverbindungen und Kommunikationssysteme offen liegen – ist keine Dystopie mehr, sondern ein berechenbares Risiko.

    Alice sieht darüber hinaus soziale Verwerfungen: mehr globaler Handel bedeutet mehr CO₂-Emissionen, wachsende Ungleichheit zwischen denjenigen, die Zugang zu Quantencomputern haben, und denen, die am anderen Ende der Lieferkette stehen. Aus dieser Überzeugung heraus wird sie zur Hacktivistin – mit unerwarteten Konsequenzen, die das Buch bis zur letzten Seite offenlässt.

    Warum ein Roman? Wissenschaft braucht Narrativ

    Die Idee, komplexe Technologiethemen über Literatur zu vermitteln, ist keine Erfindung der Cyberagentur – aber ihre konsequente institutionelle Umsetzung ist es. Unternehmen wie Intel, Audi oder SAP nutzen Science-Fiction seit Jahren, um Innovationsprozesse anzuregen. Militärische Denkfabriken wie das US Army Mad Scientist Program setzen gezielt auf spekulative Fiktion, um Zukunftsszenarien durchzuspielen. In Deutschland war ein vergleichbares Projekt einer Bundesbehörde bisher nicht bekannt.

    Ziel der Cyberagentur ist es, cybersicherheitsrelevante Zukunftsthemen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen – jenseits von Fachpublikationen und Lagebericht. Quantencomputing und Kryptologie zählen zu den strategisch folgenreichsten Technologien unserer Zeit. Gleichzeitig nutzen Bürgerinnen und Bürger kryptologische Verfahren dutzend- bis hundertfach täglich: beim Aufrufen von Webseiten, beim Online-Banking, bei jeder verschlüsselten Nachricht. Die Lücke zwischen gesellschaftlicher Relevanz und öffentlichem Bewusstsein ist enorm. „Kryptokalypse“ soll sie schließen.

    Interdisziplinäre Substanz

    Ein besonderes Qualitätsmerkmal des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Personal der Cyberagentur. Kryptologen, Quantenphysiker, KI-Expertinnen, Politikwissenschaftlerinnen, Zukunftsforscherinnen, Kriminologen und Juristinnen bringen ihre Perspektiven ein. Das Ergebnis ist ein Roman, der literarisch funktioniert und wissenschaftlich belastbar ist – ohne Vorkenntnisse lesbar, ohne inhaltliche Vereinfachungen.

    Literarisch greift der Text den Parallelismus der Quantenmechanik auf und spielt mit der Doppelbödigkeit von Quanten – eine Struktur, die Hüttenberger zufolge nicht nur formal, sondern inhaltlich trägt: Hoffnung und Bedrohung, Fortschritt und Kontrollverlust existieren im Roman gleichzeitig.

    Podcast-Episode vom 9. April 2026

    In der neuen Episode von „Per Anhalter durch den Cyberraum“ befragt Moderator Marcel Roth den Autor zu seiner Arbeit: Wie entsteht ein wissenschaftlich fundierter Roman innerhalb einer Bundesbehörde? Welche Freiheiten hat die Literatur, die ein Fachbericht nicht hat? Und was macht Quantencomputing zur Bedrohung – und gleichzeitig zur Chance?

    Der Podcast ist ab dem 9. April 2026 auf allen gängigen Plattformen.

    Über den Autor: Jens Hüttenberger

    Jens Hüttenberger, geboren in Bonn, arbeitet seit mehr als 25 Jahren als Texter und Autor. Nach seinem Studium der Afrikanistik, Philosophie und Ethnologie (M. A.) war er neun Jahre lang in zwei Werbeagenturen tätig, bevor er sich selbständig machte. Zu seinen Auszeichnungen zählen der „Deutsche Preis für Online-Kommunikation 2023“ und eine Nominierung im „Jahr der Werbung“.

    Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter „Würgenberg – Weintrips zwischen Mecker und Ödwald“ (KVB Verlag), die Kriminalromane „Das Paraklet-Gesetz“ und „Muskelspiele“ (unter dem Pseudonym J. P. Büttner) sowie – unveröffentlicht – „Die Antwort“. In seinen Werken verbindet er erzählerische Kraft mit philosophischer Reflexion und Humor.

    Seit Anfang 2026 ist Jens Hüttenberger Mitarbeiter des Innovationsmanagements der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH. „Kryptokalypse“ entsteht im Rahmen dieser Tätigkeit in enger Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Cyberagentur.

    Weitere Informationen:
    https://cyberraum-podcast.podigee.io/20-science-fiction-roman (ab 09.04.2026, 09:00 Uhr)

    Kontakt:

    Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH
    Große Steinstraße 19
    06108 Halle (Saale)
    Michael Lindner
    Pressesprecher
    Tel.: +49 151 44150 645
    E-Mail: presse@cyberagentur.de

    Hintergrund: Cyberagentur

    Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) wurde im Jahr 2020 als vollständige Inhouse-Gesellschaft des Bundes unter der gemeinsamen Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat durch die Bundesregierung mit dem Ziel gegründet, einen im Bereich der Cybersicherheit anwendungsstrategiebezogenen und ressortübergreifenden Blick auf die Innere und Äußere Sicherheit einzunehmen. Vor diesem Hintergrund bezweckt die Arbeit der Cyberagentur maßgeblich eine institutionalisierte Durchführung von hochinnovativen Vorhaben, die mit einem hohen Risiko bezüglich der Zielerreichung behaftet sind, gleichzeitig aber ein sehr hohes Disruptionspotenzial bei Erfolg innehaben können.

    Die Cyberagentur ist Bestandteil der Nationalen Sicherheitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland.

    Der Cyberagentur stehen als Geschäftsführung Prof. Dr. Christian Hummert als Forschungsdirektor und Bettina Bubnys als kaufmännische Geschäftsführung vor.


    Contact for scientific information:

    Dr. Janine Schmodlt, Leiterin Innovationsmanagement


    Original publication:

    https://www.cyberagentur.de/presse/wenn-der-bund-fiktion-schreibt-um-fakten-zu-e...


    More information:

    https://cyberraum-podcast.podigee.io/20-science-fiction-roman


    Images

    Jens Hüttenberger spricht im Podcast „Per Anhalter durch den Cyberraum“ über den Roman „Kryptokalypse“ und die Ambivalenzen von Quantencomputing zwischen Fortschritt, Risiko und gesellschaftlicher Sprengkraft.
    Jens Hüttenberger spricht im Podcast „Per Anhalter durch den Cyberraum“ über den Roman „Kryptokalyps ...
    Source: Cyberagentur
    Copyright: Cyberagentur


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
    Information technology, Language / literature, Media and communication sciences, Psychology, Social studies
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Research projects
    German


     

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