idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Wie können Krankenhäuser Künstliche Intelligenz (KI) so einsetzen, dass sie medizinisches Personal nachhaltig entlastet, die Versorgungsqualität verbessert und gleichzeitig regulatorischen Anforderungen gerecht wird? Antworten auf diese Fragen liefert das neue Whitepaper »Künstliche Intelligenz im Krankenhaus – Strategien und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung«, welches das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS anlässlich der DMEA 2026 (21.-23. April 2026, Berlin) veröffentlicht. Das Whitepaper richtet sich gezielt an Entscheiderinnen und Entscheider im Krankenhaus, die KI strategisch, verantwortungsvoll und nachhaltig einsetzen wollen.
Künstliche Intelligenz wird im Krankenhaus häufig in einzelnen Pilotprojekten erprobt – etwa in der Dokumentation, der medizinischen Bildanalyse oder der Entscheidungsunterstützung. Der nachhaltige Nutzen bleibt jedoch oft begrenzt. Das Whitepaper des Fraunhofer IAIS zeigt: Die größten Hürden liegen weniger in der Technologie als vielmehr in fehlenden Datenstrategien, unklaren Zuständigkeiten, regulatorischer Unsicherheit und mangelnder Akzeptanz bei Mitarbeitenden.
»KI entfaltet ihren Mehrwert im Krankenhaus nur dann, wenn sie als strategisches Thema verstanden wird – nicht als isoliertes IT-Projekt«, sagt Dario Antweiler, Teamleiter Healthcare Analytics am Fraunhofer IAIS. »Wir zeigen, wie Krankenhäuser den Übergang von der Pilotierung zur nachhaltigen Implementierung systematisch gestalten können.«
Die Autorinnen und Autoren des Whitepapers schlagen ein dreistufiges Vorgehensmodell zur Entwicklung einer KI-Strategie im Krankenhaus vor:
- Analyse und Aufbau (KI-Readiness): Bewertung von Datenqualität, IT-Architektur, Organisation und Kompetenzen.
- Strategie: Definition eines Zielbilds, Priorisierung geeigneter KI-Use-Cases und Entwicklung einer Umsetzungsroadmap.
- Umsetzung und Betrieb: Integration in klinische Prozesse, Etablierung von Governance-Strukturen und kontinuierliche Qualitätssicherung.
Der Ansatz verbindet technologische, organisatorische und regulatorische Perspektiven und zeigt, wie KI-Initiativen in bestehende Digital- und Unternehmensstrategien eingebettet werden können.
Darüber hinaus machen die Autorinnen und Autoren deutlich, dass der erfolgreiche Einsatz von KI im Krankenhaus nicht allein eine technologische, sondern vor allem eine organisatorische und kulturelle Transformationsaufgabe ist. Entscheidend sei, KI frühzeitig in bestehende Digital- und Unternehmensstrategien einzubetten, klare Verantwortlichkeiten zu definieren und medizinisches sowie pflegerisches Personal aktiv einzubeziehen. Nur wenn Mitarbeitende den Nutzen von KI im Arbeitsalltag konkret erleben und Vertrauen in Transparenz, Nachvollziehbarkeit und regulatorische Absicherung haben, könne KI ihr volles Potenzial entfalten. Die Publikation zeigt auf, wie Krankenhäuser durch gezieltes Change Management, Qualifizierung und Governance-Strukturen Akzeptanz schaffen und den Übergang von einzelnen Pilotprojekten hin zu skalierbaren, wirtschaftlich tragfähigen Lösungen gestalten können.
Außerdem werden die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen für den KI-Einsatz im Krankenhaus beleuchtet. Insbesondere der EU AI Act, die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Medizinprodukteverordnung (MDR) stellen neue Anforderungen an Krankenhäuser – nicht nur als Anwender, sondern auch als Betreiber von KI-Systemen. Eine strukturierte KI-Governance wird damit zum zentralen Erfolgsfaktor.
Das Whitepaper richtet sich an Geschäftsführungen, ärztliche und pflegerische Leitungen, IT- und Digitalverantwortliche sowie Qualitäts- und Innovationsmanager in Krankenhäusern. Es bietet eine fundierte Orientierungshilfe, um KI gezielt zur Entlastung des Personals, zur Qualitätssteigerung und zur Sicherung der wirtschaftlichen und organisatorischen Zukunftsfähigkeit einzusetzen.
KI-Lösungen und Beratung auf der DMEA 2026
Auf der DMEA in Halle 2.2, Stand D109 zeigt das Fraunhofer IAIS KI-Lösungen für den Klinikalltag. Dazu gehören bereits im Praxiseinsatz bewährte, sichere Sprachmodelle zur Beschleunigung der medizinischen Dokumentation, eine umfassende KI-Kliniksuite zur Optimierung administrativer Prozesse entlang der Versorgungskette sowie intelligente Agentensysteme zur Unterstützung von Versorgungs- und Informationsflüssen – insbesondere in der Erstversorgung.
Ergänzt wird das technologische Portfolio durch Beratungsleistungen, mit denen Krankenhäuser bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer individuellen KI-Strategie unterstützt werden. »Krankenhäuser, die jetzt die strategischen Grundlagen schaffen, können die Potenziale von KI gezielt nutzen – statt in Einzelprojekten stecken zu bleiben«, so Antweiler.
Dario Antweiler, Teamleiter Healthcare Analytics (Fraunhofer IAIS)
Dario.Antweiler@iais.fraunhofer.de
https://www.iais.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2026/ki-strategie_i...
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Information technology, Medicine
transregional, national
Scientific Publications, Transfer of Science or Research
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).