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04/15/2026 11:39

Mit Künstlicher Intelligenz Brücken länger nutzen

Friederike Mannig Kommunikation
Frankfurt University of Applied Sciences

    Lehrprojekt an der Frankfurt UAS stärkt praxisnahe Ausbildung angehender Bauingenieur*innen.

    Viele Brücken in Deutschland befinden sich in einem kritischen Zustand – deutlich wurde dies nicht zuletzt durch den Einsturz der Dresdner Carolabrücke im September 2024. Eine umfassende Erneuerung aller betroffenen Bauwerke ist angesichts des Mangels an qualifizierten Fachkräften jedoch kaum realisierbar. Umso wichtiger werden datengetriebene Verfahren der Bauwerksüberwachung sowie eine „intelligente“ Nutzung bestehender Tragstrukturen. Entsprechende Lehrinhalte sind im Bauingenieurwesen bislang jedoch nur unzureichend verankert. Hier setzt das neue Lehrprojekt „KI-gestützte Analyse bestehender Tragstrukturen“ an; es startet im April 2026 an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Steven R. Lorenzen, Professor für Künstliche Intelligenz im Bauwesen, wird ein praxisnahes Lehrangebot entwickelt, das Studierende gezielt auf zukünftige Anforderungen im Bereich Smart Infrastructure vorbereitet. Im Fokus stehen Bauwerksmonitoring, Sensordatenanalyse und der Einsatz von Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Projekt wird über einen Zeitraum von zwei Jahren aus Mitteln des Förderprogramms „Freiraum 2026“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert. Es wurde als eines von 143 Projekten aus über 9.000 Einreichungen bundesweit ausgewählt.

    „KI-gestützte Bauwerksüberwachung erfordert ein integrales Verständnis von Tragwerksberechnung, Messtechnik und Maschinellem Lernen. Es reicht nicht, diese Disziplinen isoliert zu beherrschen oder einfach zusammenarbeiten zu lassen. Die Berechnung und Nachrechnung von Tragwerken ist im Bauingenieurwesen obligatorisch, die anderen Bereiche haben in der Ausbildung für diesen Zweck aber noch nicht ausreichend Einzug gefunden“, erklärt Lorenzen. „Das Besondere an unserem Konzept ist, dass Studierende den gesamten Prozess selbst durchlaufen: von der Konzeption des Sensorkonzepts über die Installation und Datenerfassung bis zum Trainieren eigener KI-Modelle. Ich sehe dem ersten Durchgang mit großer Vorfreude entgegen.“

    Strukturierter Projektaufbau mit klaren Meilensteinen
    Das Projekt ist in mehrere aufeinander aufbauende Arbeitspakete gegliedert: In der ersten Phase wird ein flexibel anpassbares Tragwerksmodell konzipiert und realisiert, das gezielte und wiederholbare strukturelle Veränderungen ermöglicht. Parallel dazu erfolgt die Auswahl, Beschaffung und Integration moderner Messtechnik, sodass realitätsnahe Monitoring-Szenarien abgebildet werden können. Ab dem Wintersemester 2026/27 wird die darauf aufbauende Lehrveranstaltung im Modul „Ingenieurprojekt“ regelmäßig angeboten und in mehreren, didaktisch aufeinander abgestimmten Phasen durchgeführt – von der Entwicklung von Instrumentierungskonzepten über die praktische Umsetzung und Datenauswertung bis hin zur Anwendung von KI-Methoden.

    Begleitend wird das Lehrformat kontinuierlich evaluiert: Rückmeldungen der Studierenden sowie Ergebnisse aus Lernstandserhebungen und Projektarbeiten fließen systematisch in die Weiterentwicklung des Moduls ein, das im Projektverlauf mehrfach überarbeitet und optimiert wird. Ziel ist es, die Qualität, Wirksamkeit und Praxisrelevanz des Lehrangebots nachhaltig zu sichern. Langfristig werden die im Projekt entwickelten Lehr- und Lernmaterialien modular aufbereitet, sodass sie auch in weiteren Lehrveranstaltungen eingesetzt werden können und zur Etablierung eines zukunftsorientierten Lehrschwerpunkts „KI im Bauwesen“ beitragen.

    Über das Förderprogramm Freiraum
    Im Rahmen von „Freiraum“ fördert die Stiftung Innovation in der Hochschullehre die Entwicklung und Erprobung von Ideen für die Lehre, die durch ihr Innovationspotenzial überzeugen. Im Mittelpunkt stehen Vorhaben, die Lernprozesse von Studierenden nachhaltig verbessern und Impulse für Veränderungen an Hochschulen setzen. In der Förderrunde „Freiraum 2026“ wurden insgesamt 143 Projekte ausgewählt, die zum 1. April 2026 gestartet sind. Das Gesamtfördervolumen beträgt rund 46 Millionen Euro.

    Weitere Informationen zum Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik der Frankfurt UAS unter http://www.frankfurt-university.de/fb1.


    Contact for scientific information:

    Frankfurt University of Applied Sciences
    Fachbereich 1: Architektur • Bauingenieurwesen • Geomatik
    Prof. Dr.-Ing. Steven R. Lorenzen
    Telefon: +49 69 1533-3641
    E-Mail: steven.lorenzen@fra-uas.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Construction / architecture, Information technology
    transregional, national
    Studies and teaching
    German


     

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