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Die Digitalisierung an berufsbildenden Schulen schreitet voran – und stellt Schulträger vor immer größere finanzielle und organisatorische Herausforderungen. Unterstützung kommt aus der Forschung: Seit 2024 fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend entsprechende Projekte im Rahmen der Richtlinie „OE_Struktur“. Das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen beteiligt sich mit einem Entwicklungsprojekt zum Digitalisierungsmanagement an berufsbildenden Schulen. Der soeben erschienene IAQ-Report präsentiert erste Teilergebnisse.
Der Digitalisierungsgrad an berufsbildenden Schulen (BBS) variiert teils erheblich zwischen den Landkreisen. Dies liegt häufig an ihrer unterschiedlich ausgeprägten Finanzkraft. Neben der Grundausstattung für allgemeinbildende Fächer fallen an BBS auch hohe Kosten für berufsbezogene digitale Technik an, etwa für 3D-Drucker, Robotik, CNC-Fräsen oder Assistenzsysteme. Das zeigen erste Ergebnisse einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, die auf Onlinebefragungen und vertiefenden Expert:inneninterviews mit Vertreter:innen aus verschiedenen Bundesländern basiert. Bedarfsermittlung, Beschaffung und Support werden demnach immer komplexer und sind für die Schulträger ohne zusätzliche Finanzierungsquellen kaum zu bewältigen.
Unterschiedliche Voraussetzungen bestehen auch in Sachen Organisation: Um die digitale Transformation voranzubringen, setzen viele Schulträger auf multiprofessionelle Teams in den Kreisverwaltungen. Fachkräfte aus IT, Bildung und Gebäudemanagement entwickeln dort gemeinsam Digitalisierungsstrategien. Solche Strukturen haben sich jedoch bislang nicht in allen Landkreisen etabliert.
Ein zentrales Problem bleibt zudem der Fachkräftemangel. Nur rund 29 Prozent der Befragten sehen ihre Organisation personell ausreichend aufgestellt, um die IT-Aufgaben zu bewältigen. „Insgesamt besteht ein klarer Bedarf an zusätzlichem Wissen und spezifischen Kompetenzen, um Digitalisierungsprozesse an berufsbildenden Schulen erfolgreich zu gestalten“, sagt Bildungsforscherin Dr. Monique Ratermann-Busse. Passgenaue Aus- und Fortbildungsangebote in den Kreisverwaltungen könnten helfen, diese Lücken zu schließen.
Auch die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Ländern wird kritisch gesehen: 83,8 Prozent der Befragten bemängeln, dass Schulträger zu selten frühzeitig in Entscheidungsprozesse der Landesministerien eingebunden werden. „Damit die Zusammenarbeit in Zukunft besser gelingt, braucht es klare Zuständigkeiten, ausreichend Personal und verbindliche Austauschformate auf allen Ebenen“, betont Mitautorin Chantal Mose.
Redaktion: Katja Goepel, Pressereferentin, Institut Arbeit und Qualifikation, katja.goepel@uni-due.de
Dr. Monique Ratermann-Busse, Institut Arbeit und Qualifikation, Bildung, monique.ratermann@uni-due.de
Chantal Mose, Monique Ratermann-Busse, Susanne Enssen, 2026: Schulträger im Wandel – Digitalisierungsprozesse mit berufsbildenden Schulen gestalten. Duisburg: Institut Arbeit und Qualifikation. IAQ-Report 2026-04, https://www.uni-due.de/iaq/iaq-report-info.php?nr=2026-04
Criteria of this press release:
Journalists
Social studies, Teaching / education
transregional, national
Scientific Publications
German

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