idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
04/16/2026 10:00

Forschungsbeirat stellt Strategiepapier mit Zielbild für die Industrie 4.0 im Jahr 2035 vor

Kristina Fornell Geschäftsstelle
acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

    Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 stellt mit seinem Strategiepapier ein Zielbild für die Industrie 4.0 für die nächsten fünf bis zehn Jahre vor. Es skizziert einen Rahmen für zukünftige Forschungs- und Entwicklungsbedarfe, die sich in den vier Roadmaps zu den Themen „Geschäftsmodelle“, „Engineering“, „Zukunft der Arbeit“ und „Nachhaltigkeit“ widerspiegeln. Das Papier zahlt damit auf die Hightech Agenda der Bundesregierung ein. Es geht um die Zukunft des Industriestandorts und den Wohlstand in Deutschland: Forschung und Entwicklung zu Industrie 4.0 und der Einsatz von Industrie 4.0-Technologien sind zentrale Treiber für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Souveränität.

    Dafür ist das Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entscheidend, die das Strategiepapier adressiert. Industrie 4.0 als zentrales Leitbild liefert unter anderem mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine relevante Zukunftsperspektive für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Industrie.

    Das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ ist seit der Initiierung vor 15 Jahren weiterhin höchst relevant. Die schwierige geopolitische und wirtschaftliche Lage sowie die Konkurrenz durch technologische Entwicklungen aus dem Ausland erhöhen den Druck auf die industrielle Wertschöpfung und den Produktionsstandort Deutschland massiv. Trotz erreichter Erfolge, weitreichender Forschungsaktivitäten und Fortschritte in der Digitalisierung konnte eine umfassende Industrie 4.0-Implementierung in Unternehmen nicht flächendeckend sichergestellt werden. Viele Potenziale in der Industrie 4.0 sind demnach noch nicht voll ausgeschöpft. Der Forschungsbeirat reagiert darauf mit seinem Strategiepapier, das einen entscheidenden Rahmen für die industrielle Transformation und die strategische Ausrichtung bis 2035 liefert.

    Zielbild Industrie 4.0

    Das Zielbild 2035 des Forschungsbeirats zeigt, wie Industrie 4.0 im Zentrum der Wirtschaft perspektivisch aussehen kann und benennt ungenutzte Potenziale: Deutschland verfügt weiterhin über einen starken, hochinnovativen industriellen Kern, der mit Industrie 4.0 die fortlaufende Erneuerung der Volkswirtschaft und die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz, Souveränität und des Wohlstands ermöglicht. Unternehmen werden künftig in dynamischen, digitalen Ökosystemen zusammenarbeiten und Daten souverän und interoperabel über Unternehmensgrenzen hinweg austauschen. Daraus entstehen KI-gestützte Smart Services und hochflexible Produktionssysteme, die Prozesse eigenständig analysieren und optimieren. So können qualitativ hochwertige Produkte in modularen, dezentral organisierten Produktionsstätten in kürzester Zeit hergestellt werden.

    Industrie 4.0-Konzepte bieten zahlreichen Industriezweigen entscheidende Wettbewerbsvorteile – nicht nur im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungstechnik, in der Material- und Verfahrenstechnik sowie in der Automobilindustrie, sondern auch in der Gesundheits- und Pharmabranche, der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt. Grundlage hierfür sind zentrale Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Mikroelektronik und Biotechnologie.

    Roadmaps und Ziele

    Expertengruppen aus den Mitgliedern des Forschungsbeirats haben themenspezifische Forschungsroadmaps in den Bereichen Geschäftsmodelle, Engineering, Zukunft der Arbeit und Nachhaltigkeit erarbeitet, die zur Erreichung des beschriebenen Zielbildes beitragen sollen. Sie zeigen Handlungsfelder mit noch offenem Forschungs- und Entwicklungsbedarf auf und bieten Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eine strategische Orientierungsgrundlage. Definiert werden die Bearbeitung von Forschungsthemen der nächsten fünf bis zehn Jahre, die in drei Zeitabschnitte gegliedert sind. Im ersten Schritt sollen die Grundlagen geschaffen werden und Arbeits-, Organisations-, Produkt- und Produktionssysteme optimiert werden. Dann folgt die Phase der dynamischen Anpassbarkeit mit dem Fokus auf datenbasierte vernetzte Systeme. Der dritte Schritt sind dynamische Ökosysteme, die weitgehend autonom wandlungsfähig und nachhaltig sind.

    Ziele der vier Themenroadmaps:

    • Geschäftsmodelle: Eine neue Datenökonomie ermöglicht digitale, datengetriebene und plattformzentrierte serviceorientierte Geschäftsmodelle. Ziel sind agile, menschzentrierte Unternehmen in dynamischen, digitalen Ökosystemen.

    • Engineering: Engineering ist die Grundlage für eine intelligente, vernetzte und automatisierte Produktion. Bestehende Fabriksysteme sollen optimiert und dynamisch anpassbar gemacht werden, bis selbstoptimierende und selbstgenerierende Systeme erreicht sind.

    • Zukunft der Arbeit: Die digitale Transformation führt zu einem tiefgreifenden Wandel der Arbeit und Unternehmensorganisation. Unternehmen müssen flexibler, dynamischer und wandelbarer werden. Ziel sind menschzentrierte, soziotechnische Arbeits- und Organisationssysteme.

    • Nachhaltigkeit: Die Industrie der Zukunft ist ökologisch nachhaltig und vernetzt. Diese vernetzte Wertschöpfung bildet die Grundlage der Kreislaufwirtschaft. Deutschland nutzt seine industrielle Stärke, um als Vorreiter nachhaltiger Wertschöpfung und als führender Anbieter und Fabrikausrüster der Kreislaufwirtschaft zu wirken.

    Mission des Forschungsbeirats

    Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 nimmt beim Erreichen des Zielbilds eine entscheidende Stellung ein: Als strategisches, unabhängiges und interdisziplinäres Forum mit seinen derzeit 33 Mitgliedern fungiert er an der Schnittstelle von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Besetzt mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Disziplinen identifiziert er als Sensor frühzeitig Entwicklungstrends, konkretisiert Forschungsbedarfe und gibt Impulse für zukünftige Innovationsfelder. Durch die Bündelung wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Innovationskraft macht er disruptive Potenziale sichtbar und bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen. Dabei kooperiert er eng mit weiteren Initiativen wie der Plattform Industrie 4.0 sowie der Plattform Lernende Systeme und agiert somit als eine wichtige Vernetzungsinstanz im Innovationsystem.

    „Der Forschungsbeirat Industrie 4.0 hat mit den vier Themenroadmaps den Weg der Forschung für die Zukunft von Industrie 4.0 klar skizziert: Das Zusammenspiel der zeitlich und kausal verschränkten Forschungsaktivitäten über alle vier Themenstränge hinweg sowie die beschleunigte Umsetzung der daraus erwachsenen neuen Erkenntnisse und Fähigkeiten in die industrielle Praxis wird ausschlaggebend sein für die Zukunft der Wertschöpfung in Deutschland im nächsten Jahrzehnt“, erklärt Rainer Stark (TU Berlin), stellvertretender Sprecher der Wissenschaft im Forschungsbeirat.

    Das Strategiepapier und die Roadmaps zu den Themen „Geschäftsmodelle“, „Engineering“, „Zukunft der Arbeit“ und „Nachhaltigkeit“ stehen auf der Webseite des Forschungsbeirats Industrie 4.0 kostenlos zur Verfügung: https://www.acatech.de/publikation/forschungsbeirat-strategiepapier


    Contact for scientific information:

    Kristina Fornell
    Referentin Kommunikation
    fornell@acatech.de
    T +49 89/52 03 09-865
    M +49 151/705 56 472

    Verena Küstner
    Referentin Kommunikation
    T +49 89/52 03 09-727
    M + 49 151/204 453 49
    verena.kuestner@acatech.de

    acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e. V.
    Geschäftsstelle
    Karolinenplatz 4
    80333 München


    Original publication:

    Forschungsbeirat Industrie 4.0/acatech – Deutsche Akademie der
    Technikwissenschaften (Hrsg.): Strategiepapier des Forschungsbeirats
    Industrie 4.0, 2026.

    DOI: https://doi.org/10.48669/fb40_2026-1


    More information:

    https://www.acatech.de/die-engineering-roadmap-des-forschungsbeirats-industrie-4... Roadmap Engineering
    https://www.acatech.de/die-nachhaltigkeits-roadmap-des-forschungsbeirats-industr... Roadmap Nachhaltigkeit
    https://www.acatech.de/die-geschaeftsmodell-roadmap-des-forschungsbeirats-indust... Roadmap Geschäftsmodelle
    https://www.acatech.de/die-zukunft-der-arbeit-roadmap-des-forschungsbeirats-indu... Roadmap Zukunft der Arbeit


    Images

    Strategiepapier des Forschungsbeirats Industrie 4.0
    Strategiepapier des Forschungsbeirats Industrie 4.0

    Copyright: acatech

    Rainer Stark (TU Berlin), stellvertretender Sprecher der Wissenschaft im Forschungsbeirat Industrie 4.0
    Rainer Stark (TU Berlin), stellvertretender Sprecher der Wissenschaft im Forschungsbeirat Industrie ...

    Copyright: TU Berlin: FG Industrielle Informationstechnik


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
    Economics / business administration, Electrical engineering, Information technology, Mechanical engineering
    transregional, national
    Science policy, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).