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In einer Stellungnahme kommentiert die Leibniz-Gemeinschaft den Bericht des Wissenschaftsrats zur Strukturevaluation der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur und formuliert prioritäre Anforderungen für Governance, Betrieb und Gesamtarchitektur.
Die Leibniz-Gemeinschaft begrüßt die Strukturevaluation der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) durch den Wissenschaftsrat (WR) als zentralen Schritt auf dem Weg zu einem leistungsfähigen, nachhaltigen und zukunftsorientierten Forschungsdatenmanagement in Deutschland. Insbesondere die Empfehlung des WR zur Verstetigung der NFDI unterstützt die Leibniz-Gemeinschaft ausdrücklich. Mit ihren 96 Einrichtungen, die in vielen Disziplinen seit Jahren hochwertige Infrastrukturen und forschungsbasierte Dienstleistungen bereitstellen, sieht die Leibniz-Gemeinschaft in der NFDI einen wesentlichen Baustein für eine moderne Forschungsinfrastruktur und die internationale Anschlussfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland.
„Die Empfehlung zur Verstetigung der NFDI ist ein wichtiges Signal“, betont der designierte Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Christoph M. Schmidt, da „Forschungsdateninfrastrukturen langfristig verlässlich, fachlich nah an den Communities und zugleich interoperabel organisiert sein müssen. Leibniz-Einrichtungen bringen dafür gewachsene Expertise, erprobte Betriebsmodelle und eine dezentrale Infrastrukturkompetenz ein. Diese Stärken sollten wir gezielt sichern, um eine möglichst enge Integration im Sinne von ‚One NFDI‘ zu unterstützen.“
In ihrer Stellungnahme, die unter der Federführung des Leibniz-Forschungsnetzwerks LeibnizData entstand, hebt die Leibniz-Gemeinschaft hervor, dass der Erfolg der NFDI maßgeblich auf fachgebundener, über Jahre aufgebauter Expertise beruht. Diese Expertise lasse sich nicht ohne Effizienzverluste und Risiken für Akzeptanz, Qualität und Nutzerbindung zentralisieren. Daher spricht sich die Leibniz-Gemeinschaft dafür aus, fachgebundene Dienste weiterhin dort zu betreiben, wo Expertise und Verantwortlichkeiten verankert sind, und langjährige Eigenleistungen, also nicht finanzielle Beiträge etwa in Form von Personal, Infrastruktur und Dienstleistungen, stärker anzuerkennen und planbar weiterzuentwickeln.
Zugleich formuliert die Leibniz-Gemeinschaft Empfehlungen für nachhaltige Betriebsmodelle und eine effiziente Aufgabenteilung: Statt eines zentralen Betriebs fachgebundener Dienste im NFDI-Trägerverein seien verteilte Modelle sinnvoll, die bestehende, bewährte Einrichtungen klug einbinden. Zudem regt die Leibniz-Gemeinschaft an, nutzungsorientierte Finanzierungsmodelle zu verankern, agile Entwicklungsprozesse stärker zu fördern und Evaluationsinstrumente so auszugestalten, dass sie der Vielfalt der Fachcommunities gerecht werden und Fehlanreize vermeiden.
Auch bei der Weiterentwicklung der Governance sieht die Leibniz-Gemeinschaft Handlungsbedarf: Die Steuerungsstrukturen der NFDI sollten flexibler und weniger ressourcenintensiv werden. Dafür sei eine klare Differenzierung zwischen Governance- und Betriebsaufgaben notwendig – verbunden mit einer von allen beteiligten Akteuren getragenen Strategie, klaren Entscheidungssphären und effizienten, innovationsfördernden Strukturen.
Die Leibniz-Gemeinschaft bekräftigt ihre Bereitschaft, die weitere Entwicklung der NFDI konstruktiv beratend und mitgestaltend zu begleiten und ihre Erfahrungen sowie Expertise in den Verstetigungsprozess einzubringen.
Die „Stellungnahme der Leibniz-Gemeinschaft zum Bericht des Wissenschaftsrats betreffend die Strukturevaluation der NFDI“ ist im Volltext verfügbar unter https://www.leibniz-gemeinschaft.de/fileadmin/user_upload/Bilder_und_Downloads/%....
Hintergrund:
Leibniz-Einrichtungen sind an 25 der 27 NFDI-Konsortien beteiligt. Rund zwei Drittel der Leibniz-Institute beteiligen sich an NFDI-Aktivitäten in unterschiedlichen Rollen – als Teilnehmende, Co-Sprecherinnen und Co-Sprecher oder als Sprecherinnen und Sprecher; sieben Leibniz-Einrichtungen übernehmen dabei die Rolle der Sprechereinrichtung von fachlichen Konsortien. Neben dem Engagement in den Konsortien bringen sich Leibniz-Vertreterinnen und -Vertreter auch in den Gremien des NFDI-Trägervereins aktiv ein. Insgesamt tragen Leibniz-Einrichtungen in zahlreichen NFDI-Konsortien zur Entwicklung und zum Betrieb nachhaltiger Forschungsdatenservices bei – u. a. mit disziplinübergreifenden Basisdiensten, rechtlicher und technischer Expertise, etablierten Daten- und Terminologiediensten sowie international anschlussfähigen Betriebs- und Finanzierungsmodellen. Beispiele sind Beiträge von Einrichtungen wie das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH, FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften oder ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft und weiteren Leibniz-Instituten, die fachcommunity-getriebene, erprobte Dienste in die NFDI einbringen.
Mehr zum Leibniz-Forschungsnetzwerk LeibnizData unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de/forschung/leibniz-forschungsnetzwerke/leibnizdata.
Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft:
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 471
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de
Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 96 eigenständige Forschungseinrichtungen. Ihre Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschung, vernetzen sich in übergreifenden Leibniz-Forschungsverbünden, sind oder unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an.
Die Leibniz-Gemeinschaft berät und informiert Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer, insbesondere mit den Leibniz-Forschungsmuseen. Ein besonderer Fokus liegt zudem auf technologisch relevanter Forschung und aktivem Technologietransfer: Leibniz-Institute bringen innovative Entwicklungen gezielt in die Anwendung und fördern durch Kooperationen mit Wirtschaft und Industrie die Umsetzung neuer Technologien in die Gesellschaft.
Leibniz-Einrichtungen pflegen enge Kooperationen mit den Hochschulen – u.a. in Form der Leibniz-WissenschaftsCampi, mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 21.400 Personen, darunter 12.200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das Finanzvolumen liegt bei gut 2,3 Milliarden Euro.
http://www.leibniz-gemeinschaft.de
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars
interdisciplinary
transregional, national
Science policy
German

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