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Wissenschaft
Das Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Network der Europäischen Union zielt darauf ab, neuartige Radiopharmazeutika und 3D-Tumormodelle zur Erforschung und Behandlung aggressiver Krebsarten zu entwickeln und den wissenschaftlichen Nachwuchs in einem internationalen Netzwerk auszubilden.
Prof. Dr. Silke Härteis, Professur für Molekulare und Zelluläre Anatomie an der Universität Regensburg, wurde ein Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Network (MSCA Doctoral Network) der Europäischen Union bewilligt. Das Projekt mit dem Titel „Next-Generation Radiopharmaceuticals for Glioblastoma and Pancreatic Cancer: A 3D Perspective (radio3D)” verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 4,4 Millionen Euro, wovon rund 600.000 Euro auf den Projektanteil an der Universität Regensburg entfallen.
Das europäische Projekt radio3D wurde im Rahmen der MSCA Doctoral Networks Ausschreibung 2025 von der Europäischen Kommission ausgewählt. Es zählt damit zu den besonders kompetitiven Förderprogrammen innerhalb von Horizon Europe: Von über 1.600 eingereichten Anträgen wurden lediglich 141 Projekte bewilligt (Erfolgsquote ca. 8 %). Koordiniert wird das Konsortium von Dr. Fernando Herranz vom Institute of Medicinal Chemistry des spanischen Nationalen Forschungsrats (IQM-CSIC).
Im Rahmen des Netzwerks werden 15 Doktorandinnen und Doktoranden ausgebildet. Ziel ist die Entwicklung von Radiopharmazeutika der nächsten Generation sowie innovativer 3D-Modelle zur Erforschung und Behandlung zweier besonders aggressiver Tumorarten: Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) und Glioblastom.
An der Universität Regensburg leitet Prof. Dr. Silke Härteis ein Teilprojekt, das sich auf die KI-gestützte Analyse histopathologischer Marker im Pankreaskarzinom unter Einsatz eines 3D-in-vivo-Tumormodells konzentriert, um die Wirkung nano-radiopharmazeutischer Therapien präziser zu bewerten und neue Ansätze für personalisierte Behandlungsstrategien zu entwickeln.
„Das Projekt radio3D bietet eine einzigartige Möglichkeit, exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in einem hochmodernen, interdisziplinären Umfeld auszubilden und gleichzeitig innovative Ansätze für die Krebstherapie voranzutreiben. Besonders wichtig ist uns dabei die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung sowie die Entwicklung tiermodellfreier Forschungsansätze“, betont Prof. Dr. Silke Härteis.
„Die erfolgreiche Einwerbung eines Marie-Skłodowska-Curie Doctoral Networks unterstreicht eindrucksvoll die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der Universität Regensburg“, erklärt Prof. Dr. Ernst Tamm, Vizepräsident für Forschung und Nachwuchsförderung an der Universität Regensburg. Besonders hervorzuheben sei die exzellente Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: „In einem eng vernetzten europäischen Umfeld erhalten die Doktorandinnen und Doktoranden die Möglichkeit, interdisziplinär zu arbeiten, internationale Erfahrungen zu sammeln und sich optimal auf Karrieren in Wissenschaft und Forschung vorzubereiten.“
Internationales und interdisziplinäres Konsortium
Das radio3D-Konsortium vereint ein starkes europäisches Netzwerk aus Wissenschaft und Industrie. Insgesamt sind 21 Partnergruppen aus Universitäten, Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen beteiligt. Darunter befinden sich 11 führende Forschungsgruppen, die sich auf Bereiche wie Nanomedizin, Radiochemie, 3D-Tumormodelle, bildgebende Verfahren, Omics-Technologien und Toxikologie spezialisiert haben.
Die beteiligten Institutionen stammen aus mehreren europäischen Ländern, darunter Spanien, Italien, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Schweden, Griechenland, Polen und Norwegen. Neben der Universität Regensburg ist als weiterer deutscher Partner die TH Deggendorf, Projektleiter Prof. Dr. Thiha Aung, beteiligt. Durch diesen sektorübergreifenden Ansatz wird ein intensiver Wissenstransfer von der Grundlagen Forschung hin zu zukünftigen klinischen Anwendungen ermöglicht. Der Projektstart ist für Anfang 2027 geplant.
Über das Projekt „radio3D“
Radiopharmazeutika spielen eine zunehmend zentrale Rolle im Fortschritt der Krebsbehandlung. Das Projekt radio3D verfolgt einen innovativen Ansatz, indem es Strahlentherapie mit Nanomaterialien und modernen 3D-Krankheitsmodellen kombiniert.
Ziel ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Therapien zu verbessern und gleichzeitig die Abhängigkeit von Tierversuchen deutlich zu reduzieren. Hierfür werden klinisch zugelassene Nanomaterialien und Radioisotope für die Bildgebung und Behandlung von Glioblastomen und Bauchspeicheldrüsenkrebs eingesetzt.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Nutzung fortschrittlicher 3D-Tumormodelle, wie Organoiden und biogedruckten Strukturen, die die Tumormikroumgebung realitätsnah nachbilden. Diese ermöglichen:
• eine präzisere Wirkstoffbewertung
• die Untersuchung von Tumor-Stroma-Wechselwirkungen
• Fortschritte in der personalisierten Medizin
Das Projekt ist in vier zentrale Arbeitspakete gegliedert: Ausbildung, Forschung, Verbreitung und Management. Diese Struktur fördert die enge Zusammenarbeit zwischen Chemikerinnen und Chemikern, Physikerinnen und Physikern, Biologinnen und Biologen, Medizinerinnen und Medizinern sowie Industriepartnern.
Durch die Nutzung des synergetischen Potenzials von Nanomaterialien und Radiopharmaka bei gleichzeitiger
deutlicher Reduzierung von Tierversuchen wird „radio3D“ das Fachgebiet durch die Einführung innovativer chemischer Verfahren und alternativer Methoden zum Verständnis der Krebsbiologie voranbringen, um einen bahnbrechenden Maßstab in der nanomedizinischen Forschung zu setzen, die Zukunft der Onkologie zu verändern und die Therapieergebnisse zu verbessern.
Prof. Dr. Silke Härteis
Professur für Molekulare und Zelluläre Anatomie
Universität Regensburg
E-Mail: silke.haerteis@ur.de
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
Biology, Chemistry, Medicine
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

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