idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Die Tromm-Region im Odenwald erfüllt die geologischen Voraussetzungen für ein Untertage-Forschungslabor zur Geothermie. Das zeigen die Ergebnisse einer intensiven Erkundung des Untergrunds durch Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) im Projekt GeoLaB. Auf dieser Basis beginnen nun die konkrete Planung und die Genehmigungsphase des Felslabors, das die Nutzung tiefer Geothermie als verlässliche Energiequelle voranbringen soll. (Diese Pressemitteilung ist in ähnlicher Form auch vom KIT versandt worden.)
Hintergrund: Helmholtz-Projekt GeoLaB – ein Untertage-Felslabor
Erdwärme könnte künftig als heimische und CO2-arme Energiequelle einen wesentlichen Beitrag zur regenerativen und sicheren Wärmeversorgung in Deutschland leisten. Kristallines Gestein in großer Tiefe hat dabei das weitaus größte energetische Potenzial. „Tiefe Geothermie zu nutzen, kann entscheidend zu langfristig stabilen Verbraucherpreisen beitragen und zu einer größeren Resilienz und geostrategischen Unabhängigkeit unserer Energieversorgung“, sagt Prof. Ingo Sass, Sprecher der Fachgruppe Wissenschaft für GeoLaB, Leiter der Sektion Geoenergie am GFZ und Professor für Angewandte Geothermie an der TU Darmstadt.
Wie sich Erdwärme aus tief liegendem kristallinem Gestein künftig sicher und effizient erschließen lässt, wollen Forschende der Helmholtz-Gemeinschaft mit einem Untertage-Felslabor untersuchen. Nun wurde eine zentrale Voraussetzung für dessen Errichtung im Forschungsprojekt GeoLaB (steht für: Geothermal Laboratory in the Crystalline Basement) erfüllt: Die Projektpartner KIT, GFZ und UFZ bestätigen die Eignung des Untergrunds der Tromm-Region. „Im Odenwald haben wir die richtigen geologischen Bedingungen für unser Vorhaben gefunden“, sagt Projektleiter Dr. Bastian Rudolph vom Institut für Angewandte Geowissenschaften (AGW) des KIT. „Das ist ein wichtiger Meilenstein für das GeoLaB-Projekt.“
Günstige Bedingungen im Untergrund
Grundlage für die Bewertung waren umfangreiche Untersuchungen während der nun abgeschlossenen Erkundungsphase. Dazu zählen unter anderem zwei Erkundungsbohrungen mit der Entnahme von Bohrkernen und begleitenden Messprogrammen, zwei vom GFZ geleitete seismische Kampagnen mit dem Vibro-Truck sowie ein vom UFZ entwickelter digitaler Zwilling, der den Untergrund dreidimensional abbildet und als Basis für Analyse und Planung dient.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Untergrund im Odenwald günstige Bedingungen für die Geothermieforschung bietet. „Grob gesagt können wir drei Zonen unterscheiden: Der Granit im oberen Bereich ist recht gleichmäßig aufgebaut, zeigt aber zugleich ausreichend Klüfte und Veränderungen. Unter einer Übergangszone liegt metamorphes Gestein wie Gneis“, erklärt Professor Thomas Kohl vom AGW und Koordinator von GeoLaB. „Wir finden hier also klar definierte geologische Rahmenbedingungen, aber auch eine Komplexität, wie sie für kristalline Reservoire Europas typisch ist.“ Mit einem Felslabor vor Ort lassen sich deshalb Fragen der Reservoirtechnologie in einer relevanten Umgebung unter kontrollierten Bedingungen untersuchen und die so gewonnenen Erkenntnisse auf geothermisch nutzbare Standorte in ganz Europa übertragen.
Felslabor wird nun konkret geplant
Mit dem Abschluss der Erkundungsphase beginnt nun die konkrete Planung des Felslabors und anschließend ein umfangreicher Genehmigungsprozess. Die Beteiligten suchen einen genauen Ort für den Zugangsstollen und planen die Infrastrukturen an der Oberfläche und im Untergrund, angepasst an die lokalen Bedingungen. „Dafür planen wir weitere Erkundungsbohrungen und dreidimensionale geophysikalische Untersuchungen“, sagt Prof. Ingo Sass vom GFZ, Sprecher der Fachgruppe Wissenschaft für GeoLaB. „Alle Gewerke planen wir dabei so, dass die Belastungen für die Menschen und die Natur möglichst gering bleiben. Das bereits gestartete großflächige Monitoring zum Schutz von Trink- und Grundwasser führen wir fort.“
Über GeoLaB
GeoLaB ist ein Schlüsselprojekt zur künftigen Nutzung von Erdwärme für eine sichere Energieversorgung in Europa. Ein Großteil der Wärme lagert in tiefliegendem, heißem, kristallinem Gestein, das eine bislang kaum genutzte, aber strategisch wertvolle Energieressource darstellt. Mit GeoLaB soll ein untertägiges Felslabor errichtet werden, um in situ zu erforschen, wie sich diese Wärmequelle nachhaltig erschließen lässt. Darüber hinaus soll GeoLaB breite Qualifikationsmöglichkeiten für Nachwuchsforschende bieten. Eine Förderung geothermischer Energie vor Ort ist nicht geplant. GeoLaB ist eine strategische Ausbauinvestition der Helmholtz-Gemeinschaft. Projektstart war 2022.
(Diese Pressemitteilung ist in ähnlicher Form auch vom KIT versandt worden.)
Öffentliche Veranstaltung in Rimbach am 12. Mai, 18:30 Uhr
Am 12. Mai 2026 findet eine öffentliche Veranstaltung zur Information und zum Austausch über den Stand des Projekts statt. Interessierte Bürger:innen erhalten Informationen über die nächsten Schritte bei GeoLaB, aber auch zur Geothermie und den verschiedenen Monitoringaktivitäten im Rahmen von GeoLaB.
Veranstaltungsort: Martin-Luther-Schule in Rimbach
Start der Veranstaltung mit Vorträgen und Fragerunden: 19:00 Uhr.
Zwischen 18:30 und 19:00 Uhr sowie im Anschluss an die Vorträge und den Austausch besteht die Möglichkeit, an verschiedenen Infoständen mit dem GeoLaB-Team ins Gespräch zu kommen.
Prof. Dr. Ingo Sass
Leitung Sektion 4.3 Geoenergie
GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung
Telegrafenberg
14473 Potsdam
Tel.: +49 (0)331-6264 27598
E-Mail: ingo.sass@gfz.de
https://geolab.helmholtz.de/ Projekt-Website GeoLaB mit Hintergrundinfos
https://geolab.helmholtz.de/forschung/inside-geolab
https://Interviews mit Forschenden aus der Erkundungsphase von GeoLaB
In einer Erkundungsbohrung gewonnene Bohrkerne geben einen direkten Einblick in den Untergrund und z ...
Source: GeoLaB
Copyright: GeoLaB
In der Erkundungsphase untersuchten die Forschenden den Untergrund mit geophysikalischen Methoden un ...
Source: GeoLaB
Copyright: GeoLaB
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Energy, Environment / ecology, Geosciences, Oceanology / climate
transregional, national
Research projects, Research results
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).