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Ein interdisziplinäres Projektteam der Universität Koblenz untersucht, wie KI-basierte Echtzeitübersetzungen den Hochschulalltag verändern. Im Fokus stehen der Einsatz in Lehre, Beratung und Prüfungen – ebenso wie Fragen von Qualität, Datenschutz und digitaler Souveränität. Ziel ist es, Sprachbarrieren abzubauen, ohne die Bedeutung eigener Sprachkompetenz aus dem Blick zu verlieren.
Man spricht in ein Mikrofon – und innerhalb von Sekunden wird das Gesagte in verschiedene Sprachen übersetzt. Was wie eine moderne Neuauflage des Turmbaus zu Babel anmutet, hat sich längst zu einem etablierten und rasant wachsenden Forschungsfeld der Künstlichen Intelligenz entwickelt. KI-basierte Echtzeitübersetzung ist bereits technisch umsetzbar und wird in den kommenden Monaten und Jahren weiter an Leistungsfähigkeit gewinnen – mit potenziell weitreichenden Folgen für die Art und Weise, wie wir kommunizieren.
Mit genau diesem Zukunftsthema und angewandten Forschungsfeld beschäftigt sich ein interdisziplinäres Projektteam an der Universität Koblenz unter der Leitung von JProf. Dr. Andreas Weilinghoff (Fachbereich 2, Englische Sprachwissenschaft), Prof. Dr. Andreas Mauthe (Fachbereich 4, IT-und Datensicherheit), Prof. Dr. Ralf Lämmel (Fachbereich 4, Software-Sprachen) und Christian Schneider (Zentrum für Informations- und Medientechnologien). Die Koordination des Projektteams übernimmt der Beauftragte für Künstliche Intelligenz der Universität Koblenz, Joshua Dohmen. Ziel des Projekts ist es, die Potenziale und Grenzen KI-basierter Echtzeitübersetzung für den universitären Alltag systematisch zu untersuchen und verantwortungsvoll nutzbar zu machen.
Im Fokus stehen dabei drei zentrale Kontexte: der Einsatz in der Lehre, sowohl in Vorlesungen als auch in Seminaren, in Beratungssituationen sowie in Prüfungskontexten. Das Projekt verfolgt das Ziel, mithilfe der Technik mehr Transparenz zu schaffen, rechtliche Grundlagen zu erörtern und datenschutzkonforme Lösungen für den Hochschulalltag zu entwickeln. Insbesondere sollen Sprachbarrieren für internationale Studierende reduziert und ihre Teilhabe am akademischen Leben nachhaltig gestärkt werden. KI-gestützte Echtzeitübersetzungen können hier als niedrigschwelliger Zugang zu neuen sprachlichen und sozialen Kontexten dienen.
„KI-basierte Übersetzung kann und soll das Erlernen von Sprachen aber nicht ersetzen. Sprachkompetenz bleibt eine Schlüsselqualifikation – für Studium, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe gleichermaßen“, unterstreichen die Projektverantwortlichen.
KI-basierte Echtzeitübersetzungen eröffnen der Universität Koblenz insgesamt neue strategische Möglichkeiten. Im Rahmen des Projekts wird geprüft, ob derzeitig verfügbare KI-Anwendungen die notwendigen Voraussetzungen für einen effizienten, effektiven, datenschutzkonformen und dauerhaft tragfähigen Einsatz im Hochschulalltag erfüllen – insbesondere im Hinblick auf DSGVO-Anforderungen und die digitale Souveränität Europas – oder ob alternative Lösungen entwickelt werden müssen.
Das interdisziplinäre Forschungsteam bündelt sprach- und kulturwissenschaftliche sowie technisch-informatische Expertise und untersucht gleichermaßen technische wie linguistische und kulturelle Fragestellungen. Im Bereich der Englischen Sprachwissenschaft steht die inhaltlich-linguistische Qualität der Übersetzungen im Mittelpunkt. Die Übersetzungsleistung wird dabei sowohl qualitativ als auch quantitativ analysiert, insbesondere im Hinblick auf die präzise Wiedergabe fachlicher Inhalte. Zudem wird geprüft, inwieweit sich die Modelle an spezifische Fachkontexte, Sprachen und Sprachvarietäten anpassen lassen.
Im Bereich des Software Engineerings geht es um die systematische Qualitätssicherung und Validierung der eingesetzten Modelle sowie um die Entwicklung automatisierter Testverfahren. Zudem werden innovative Ansätze erforscht, mit denen KI-Systeme ihre eigenen Ergebnisse überprüfen und dadurch zuverlässiger und robuster arbeiten können.
Im Bereich IT- und Datensicherheit stehen die funktionalen Anforderungen, die Qualität der zugrunde liegenden Daten sowie die Sicherheit der Systeme im Mittelpunkt. Untersucht wird unter anderem, welche Faktoren die Leistungsfähigkeit der KI-Systeme beeinflussen und wie robust die Anwendungen gegenüber Manipulation oder Angriffen sind. Zudem werden rechtliche Rahmenbedingungen, insbesondere prüfungsrechtliche Fragen und Datenschutzaspekte im Live-Betrieb, systematisch geklärt.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich auf der Projektwebsite:
uni-koblenz.de/de/ki/projekte/speech-to-speech/s2s
Joshua Dohmen
Universität Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
jdohmen@uni-koblenz.de
0261 287-1894
JProf. Dr. Andreas Weilinghoff
Universität Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
weilinghoff@uni-koblenz.de
0261 287-2036
Das Projektteam an der Universität Koblenz untersucht den Einsatz KI-basierter Echtzeit-Sprachüberse ...
Source: Universität Koblenz
Copyright: Foto: Universität Koblenz
Criteria of this press release:
Journalists, Students
Information technology, Language / literature
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Research projects
German

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