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IntCDC Spring Conference 2026 als offizieller Auftakt für die zweite Förderphase: Der Exzellenzcluster „Integrative Computational Design and Construction for Transformative Architecture“ (IntCDC) der Universität Stuttgart baut auf seinen Erfolgen auf und forscht bis 2032 weiter daran, Architektur und Bauwesen radikal nachhaltiger, integrativer, digitaler und intelligenter zu gestalten. Auf der international hochkarätig besetzten Konferenz präsentierten die Forschenden zentrale Ergebnisse der ersten Förderperiode sowie zukünftige Ziele – von neuen Materialien über digitale Entwurfsprozesse bis hin zu robotischen Bauansätzen.
„IntCDC steht für eine neue Form des Bauens, die digitale Technologien, neuartige Bauweisen und Architektur konsequent verbindet. Mehr als 700 Publikationen und 100 Auszeichnungen, sowie steigende Kooperationsanfragen, spektakuläre Forschungsdemonstratoren und das entstehende IntCDC Building: All das belegt eindrucksvoll, dass unser Exzellenzcluster mit Stuttgarter Spitzenforschung weltweit Maßstäbe im Bauwesen setzt – und weit über die Wissenschaft hinaus wirkt“, betont Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart. „Auch in der zweiten Förderphase werden wir durch enge Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg und mit Partnern aus Wissenschaft, Gesellschaft und Industrie wertvolle Beiträge zu einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und lebenswerten gebauten Umwelt leisten.“
„Was wir in IntCDC entwickeln, sind mehr als neue Technologien – es ist ein grundlegend anderer Ansatz für das Planen und Bauen, der helfen soll, die ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen des Bauwesens zu bewältigen und die Zukunft der Architektur und des Bauens mitzugestalten“, sagt Prof. Achim Menges, Sprecher des IntCDC und Leibniz-Preisträger. „Unsere Forschung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass sich Entwurf, Konstruktion, Material und Fertigung integrativ denken und umsetzen lassen. In der zweiten Förderphase wollen wir diese Form des integrierten Bauens weiter vertiefen und gemeinsam mit unseren Partnern in neue Anwendungen überführen.“
Co-Design als Grundlage der ersten Förderphase
Im Zentrum der ersten Förderperiode stand die Entwicklung der integrativen Methodik des Co-Designs, bei der Architektur, Ingenieurwissenschaften, Informatik, Robotik sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mithilfe digitaler Werkzeuge und computergestützter Entwurfs- und Simulationsmethoden von Beginn an gemeinsam an Entwurf, Konstruktion und Fertigung arbeiten. Die Forschenden setzten diese Methodik in mehreren Demonstratorgebäuden um, etwa dem Wangen Tower als Beispiel für einen großmaßstäblichen, robotisch gefertigten Holzbau sowie dem Hybrid Flax Pavillon als Beispiel für materialeffiziente, digital entwickelte Bausysteme. Dabei zeigten sie, dass sich der Ressourcenverbrauch um mehr als 50 Prozent und die Treibhausgasemissionen um bis zu 65 Prozent reduzieren lassen, während gleichzeitig die Produktivität in der Vorfertigung sowie die Automatisierung im Bauwesen um mehr als 50 Prozent gesteigert wird.
Was Co-Design in der Praxis bedeutet, zeigten die Ergebnisse der fünf Forschungsbereiche, die auf der IntCDC Spring Conference beispielhaft vorgestellt und diskutiert wurden: von neuen Beton-, Holz- und Faserverbundsystemen über digitale Entwurfs- und Fertigungsmethoden bis hin zu robotischen Bauprozessen und der Frage, wie sich Baukulturen durch Technologie verändern. Im Mittelpunkt steht dabei stets das Zusammenspiel von Material, Struktur, Fertigung und digitalem Entwurf.
Beispiel Gradientenbeton im IntCDC-Gebäude
Ein gezeigtes Beispiel: Gradientenbeton am entstehenden IntCDC-Gebäude auf dem Campus Vaihingen, das zugleich Forschungs- und Demonstrationsgebäude sowie die künftige Heimat des Clusters bildet. Dort ist das Ergebnis von Co-Design im Betonbau sichtbar, entstanden unter der Leitung von Prof. Lucio Blandini vom Institut für Leichtbau Entwerfen Konstruieren (ILEK). Die Fundamentplatte ist nicht massiv, wie im konventionellen Bau bislang üblich, sondern enthält 3000 Hohlkugeln an den Stellen, wo geringere Lasten auftreten. Dadurch wird nur dort Beton eingesetzt, wo er statisch erforderlich ist.
Das Gebäudefundament wurde am Computer so entworfen, dass Maschinen es später direkt nach diesem digitalen Modell herstellen können. So entsteht eine neue Bauweise, bei der digitale Planung bestimmt, wie viel Material wo im Bauwerk eingesetzt wird.
Zweite Förderphase: Weiterentwicklung zu Co-Agency
In der zweiten Förderphase entwickelt IntCDC seinen Ansatz des Co-Designs weiter in Richtung Co-Agency. Dabei werden digitale Systeme, einschließlich KI-gestützter Verfahren, sowie robotische Prozesse und Materialien nicht mehr nur als unterstützende Werkzeuge verstanden, sondern zunehmend als aktive Elemente des Entwurfs- und Bauprozesses. Es ist beispielsweise geplant, die computerbasierte Planung durch Methoden der künstlichen Intelligenz noch zielgerichteter auf ressourceneffiziente und kreislaufgerechte Bauweisen auszurichten, das robotergestützte Bauen über die Automatisierung hinaus in Richtung autonomer, adaptiver und kollaborativer Robotersysteme voranzutreiben, und die Zusammenarbeit in Mensch-Maschine-Teams zu intensivieren.
Ziel ist es, Planen und Bauen so weiterzuentwickeln, dass sich Entwurfs- und Bauprozesse im Verlauf eines Projekts dynamisch an neue Informationen und Bedingungen anpassen können. Menschliche Akteure, digitale Systeme und Materialien sind dabei eng miteinander gekoppelt und beeinflussen sich wechselseitig, wodurch Bauprozesse entstehen, die flexibler, reaktionsfähiger, stärker integriert und nachhaltiger sind als bisherige Ansätze.
Über IntCDC
Der Exzellenzcluster „Integrative Computational Design and Construction for Transformative Architecture“ (IntCDC) ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund der Universität Stuttgart in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und Bauhaus Erde. Gefördert wird IntCDC von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder in einer ersten Förderphase von 2019 bis 2025 sowie in einer zweiten Förderphase bis 2032. Ziel des Clusters ist es, die methodischen Grundlagen für eine ressourceneffiziente, klimafreundliche und zukunftsfähige Transformation des Planens und Bauens zu entwickeln.
Die IntCDC Spring Conference am Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme bot hochkarätige Refere ...
Copyright: Universität Stuttgart / IntCDC / Jürgen Altmann
Blick von oben auf das entstehende Gradientenbeton-Fundament des IntCDC-Gebäudes: Gut zu erkennen: d ...
Copyright: Universität Stuttgart / ILEK / Daria Kovaleva, Olga Miller, Carl Niklas Haufe
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
Construction / architecture, Environment / ecology
transregional, national
Research projects, Scientific conferences
German

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