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Wissenschaft
Die EU hat sich ambitionierte Ziele für Landwirtschaft und Ernährung gesetzt: weniger Pestizide, mehr Ökolandbau, deutlich geringere Emissionen. Doch wie lassen sich diese Ziele wirksam umsetzen? Antworten liefern zwei EU-Forschungsprojekte auf ihrer gemeinsamen Abschlusskonferenz am 16. Juni 2026 in Brüssel. Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) forschte im Projekt VISIONARY an der Steuerung von Lebensmittelsystemen, an Wertschöpfungsketten für Hülsenfrüchte und an Anreizsystemen für die Förderung von Biodiversität in der Landwirtschaft.
Unter dem Motto „From Research to Action“ präsentieren die EU-Projekte VISIONARY und ENFASYS die wichtigsten Erkenntnisse aus vier Jahren Forschung. Im Zentrum stand dabei die Frage, welche Maßnahmen entlang der gesamten Lebensmittelkette wirken – von der Produktion über den Handel bis zum Konsum – und welche Anreize nachhaltiges Verhalten tatsächlich fördern.
Die Herausforderung ist enorm: Rund ein Drittel der globalen Treibhausgasemissionen steht im Zusammenhang mit der Lebensmittelproduktion – zugleich beeinflusst sie Biodiversität, Böden und Wasserressourcen erheblich. Trotz ambitionierter Ziele zeigt die Forschung, dass viele politische Instrumente in der Praxis bislang nur begrenzt Wirkung entfalten.
Forschung trifft Politik
In einer Mischung aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und interaktiven Breakout-Sessions bietet die Konferenz evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Politik und Handel sowie Einblicke in konkrete, EU-übergreifende Interventionen der Projekte – etwa zur Ausgestaltung wirksamer CO₂-Bepreisung, zur Wirkung von Klima-Labels auf Biodiversität oder zur Frage, wie Konsumentinnen und Konsumenten im Supermarkt stärker zu pflanzlichen Alternativen greifen können.
Die Konferenz versteht sich als Plattform, um die Lücke zwischen Forschung und politischer Umsetzung zu schließen und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung europäischer Nachhaltigkeitspolitik zu setzen.
Einladung:
Termin: 16. Juni 2026, 9 – 18:30 Uhr
Ort: Vlaamse Overheid – Herman Teirlinck Building, Brüssel und online
Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.
Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung:
https://visionary-project.eu/events/from-research-to-action-visionary-enfasys-fi...
Kontakt: Eva Schellenbeck, Global Nature Fund, schellenbeck@globalnature.org
Über VISIONARY:
VISIONARY ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt, das über vier Jahre hinweg untersucht hat, wie nachhaltige Transformationen entlang der Lebensmittelkette gestaltet werden können. Beteiligt waren zwölf Forschungseinrichtungen und NGOs aus acht europäischen Ländern. Deutsche Projektpartner sind das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), das ZALF (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung) sowie der Global Nature Fund.
Das ZALF im Projekt VISIONARY
Forschende des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) brachten Fachwissen in den Bereichen Systemansätze, Verhaltens- und Experimentelle Ökonomie sowie Politikanalyse zur Steuerung von Lebensmittelsystemen in das VISIONARY-Projekt ein.
Insbesondere steuerte das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) seine Expertise zu institutionellen Hürden und Hebeln in Wertschöpfungsketten von Hülsenfrüchten zu VISIONARY bei (siehe Studie Rønn et al., 2026).
Zudem untersuchten Forschende des ZALF, wie ein Label, das Biodiversitätsleistungen in der Landwirtschaft sichtbar machen soll, institutionell ausgestaltet werden kann. Der Label-Ansatz könnte Anreize für die Teilnahme von Landwirtinnen und Landwirten an naturschutzfördernden Maßnahmen schaffen.
Über ENFASYS
ENFASYS ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt zur Transformation von Ernährungssystemen hin zu mehr Nachhaltigkeit. Im Fokus steht die Entwicklung und Bewertung politischer Maßnahmen, die nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster fördern. Ziel ist es, evidenzbasierte Empfehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger bereitzustellen und die Umsetzung nachhaltiger Ernährungssysteme in Europa zu beschleunigen.
Projektpartner:
• Cooperativas Agro-alimentarias de España Unión de Cooperativas Sociedad Cooperativa (CCAE), Spanien
• Copenhagen Business School (CBS), Dänemark
• Global Nature Fund (GNF), Deutschland
• Highclere Consulting (HCC), Rumänien
• Agrárközgazdasági Intézet (AKI), Ungarn
• Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF), Deutschland
• Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Deutschland
• Polytechnische Universität Valencia (UPV), Spanien (Koordinator)
• Universität Aberdeen (UNIABDN), Vereinigtes Königreich
• Universität Kopenhagen (UCPH), Dänemark
• Universität Exeter (UNEXE), Vereinigtes Königreich
• Universität Trient (UniTrento), Italien
• Universität Warschau (UW / UNIWARSAW), Polen
Förderhinweis:
Finanziert von der Europäischen Union im Rahmen der Fördervereinbarung Nr. 101060538.
Dr. Christoph Schulz
Arbeitsgruppe: Governance von Ökosystemleistungen
Programmbereich 2 „Landnutzung und Governance“
https://www.zalf.de/de/ueber_uns/mitarbeiter/Seiten/schulze_c.aspx
Rønn, T. H., Schulze, C., Czajkowski, M., Matzdorf, B., Moreno-Pérez, O. M., Olsen, S. B., … & Zawadzki, W. (2026). Weak pulse: A Q-methodology study of stakeholder viewpoints on barriers in European food legume value chains. Food Policy, 139, 103033. https://doi.org/10.1016/j.foodpol.2025.103033
https://visionary-project.eu/ VISIONARY website
Projekt VISIONARY: Wie kann die Lebensmittelversorgung nachhaltiger werden?
Copyright: Pixabay
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Students
Environment / ecology, Nutrition / healthcare / nursing, Zoology / agricultural and forest sciences
transregional, national
Press events, Scientific conferences
German

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