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04/30/2026 10:01

5. Mai: Tag des herzkranken Kindes

Anna Reiss Unternehmenskommunikation, Pressestelle
Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen

    Zum bundesweiten Tag des herzkranken Kindes macht das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, auf die Spezialversorgung schwer herzkranker Kinder und Jugendlicher aufmerksam – von der Herzunterstützung bis zur Transplantation zählt das Zentrum für angeborene Herzfehler und Kinderherzzentrum am HDZ NRW zu den Einrichtungen mit der größten Erfahrung.

    Als Frida sechs Jahre alt ist, verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand dramatisch. Mit akuter Herzschwäche muss sie notfallmäßig mit einer lebensrettenden künstlichen Herzunterstützung (VAD-System, engl. ventricular assist device) versorgt werden. Anschließend kann Frida mit dem Herzunterstützungssystem nach Bad Oeynhausen verlegt werden. Das Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler ist das einzige Zentrum in Nordrhein-Westfalen, das Kinderherztransplantationen durchführt.

    In Bad Oeynhausen mussten Frida und ihre Eltern insgesamt 480 Tage auf der Kinderstation auf ein geeignetes Spenderherz warten. In dieser Zeit war ein Elternteil immer in der Nähe, sie erhielt Schulunterricht im Krankenhaus, wurde engmaschig betreut und von einem interdisziplinären Ärzte- und Pflege-Team begleitet.

    „Für die Familie ist eine so lange stationäre Wartezeit eine ganz große Herausforderung. Zudem verlangt eine künstliche Herzunterstützung immer besonderen Aufwand in der medizinischen und pflegerischen Versorgung und Überwachung“, sagt Professor Dr. Stephan Schubert, Direktor der Kinderkardiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen. Mit Unterstützung der Klinik meistern Frida und ihre Familie diese Ausdauerleistung. Fridas VAD-System ist mit einem elektrischen Antrieb verbunden und stabilisiert ihren Kreislauf. Obwohl das Kabel zu diesem Antrieb die Bewegungsfreiheit einschränkt, kann sie mit einem besonderen Dreirad über die Station flitzen.

    Schließlich kommt die erlösende Nachricht: Ein passendes Spenderherz ist gefunden und unter der Leitung von Prof. univ.assoc. Dr. Eugen Sandica, Klinikdirektor der Kinderherzchirurgie und Chirurgie angeborener Herzfehler, wird Frida erfolgreich transplantiert. Wenige Wochen darauf darf sie endlich nach Hause zurückkehren. Um eine mögliche Abstoßungsreaktion frühzeitig zu erkennen und ihre gesundheitliche Entwicklung zu überwachen, ist das Mädchen fortan auf Medikamente angewiesen und muss regelmäßige ärztliche Kontrollen wahrnehmen. „Ohne die rettende künstliche Herzunterstützung hätte Frida die Wartezeit auf ihre Herztransplantation nicht überstanden“, betont Schubert. „Jetzt wird sie ein weitgehend normales Leben führen können.“

    Spezialwissen rund um das kranke Herz

    Das Kinderherzzentrum am Bad Oeynhausener Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) ist die einzige Einrichtung in Nordrhein-Westfalen, in der Herztransplantationen für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden. Das Leistungsspektrum reicht von der Aufnahme und kinderkardiologischen Diagnostik über die intensivmedizinische Betreuung und operative Versorgung bis hin zur langfristigen Nachsorge mit regelmäßigen ambulanten Kontrollen.

    Bis zum Frühjahr dieses Jahres haben bereits sieben Kinder und Jugendliche in Bad Oeynhausen ein Spenderherz erhalten. Der jüngste Patient war sechs Monate alt, der älteste 17 Jahre. Fünf der Transplantierten wurden zuvor mithilfe eines künstlichen Herzunterstützungssystems – eines sogenannten Berlin Heart oder eines VAD-Systems – überbrückt, um die oft lange Wartezeit auf ein geeignetes Spenderorgan überhaupt überstehen zu können.

    „Diese Systeme werden nur eingesetzt, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind“, erklärt Professor Sandica. „Sie ermöglichen es uns, schwer herzkranke Kinder über Wochen oder sogar Monate stabil zu halten, bis ein passendes Spenderherz verfügbar ist.“

    Zeitweise werden in Bad Oeynhausen mehr junge Patientinnen und Patienten gleichzeitig mit künstlichen Herzunterstützungssystemen versorgt als in jeder anderen Einrichtung in Deutschland. Nicht selten müssen mehrere Transplantationen innerhalb weniger Tage koordiniert werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die medizinische und pflegerische Bereitstellung und die entsprechenden Versorgungskapazitäten.

    Teamleistung

    „Im Vordergrund unseres interdisziplinären Behandlungskonzepts steht immer eine besonders engmaschige, familienorientierte Versorgung, in die zahlreiche Berufsgruppen innerhalb unseres Zentrums eingebunden sind“, betont Professor Schubert „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen in ihren jeweiligen Fachbereichen ein ungemeines Spezialwissen in eine solche, sehr aufwändige Langlieger-Versorgung ein – ob es um die Bereiche Pflege, Intensivpflege, die Koordination einer Transplantation, die operative Versorgung, begleitende Therapieangebote, Physiotherapie, genetische Beratung, Psychologie, Medizintechnik und vieles mehr geht: Der Versorgungsaufwand konzentriert sich immer unmittelbar auf den jungen schwerkranken Menschen mit seiner individuellen Erkrankung, er ist immens hoch.“ Die hohe Bereitschaft dieses besonderen Teams, sich hier mit allem Wissen und Können gemeinsam für das Wohl der ihnen anvertrauten Jungen und Mädchen einzusetzen, wissen die beiden Klinikdirektoren hoch zu schätzen.

    In Bad Oeynhausen begrüße man daher das so wichtige Signal der Landesregierung NRW, genau diese Maximalversorgung im Herzinsuffizienzbereich für Kinder und Jugendliche nun zu stärken. „Wir sind unendlich dankbar für die Chance, im geplanten Klinikanbau künftig weitere dringend benötigte Raum- und OP-Kapazitäten zu erhalten, um der hohen Nachfrage über die Landesgrenzen hinaus auch weiterhin adäquat begegnen zu können.“

    Für Frida beginnt nun ein neues Kapitel. Nach mehr als 16 langen und schwierigen Monaten im Krankenhaus durfte sie endlich wieder nach Hause – mit einem neuen Herzen und der Aussicht auf ein möglichst normales Kinderleben.

    Hintergrundinformation:

    Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördert den Ausbau der Herzinsuffizienzversorgung für Kinder und Jugendliche am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit rund 27 Mio. Euro. Mit der Fertigstellung einer entsprechenden Baumaßnahme in unmittelbarer Nähe des Kinderherzzentrums wird in 2029 gerechnet.

    Der Tag des herzkranken Kindes findet jährlich am 5. Mai statt. Er wurde vom Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (BVHK) ins Leben gerufen und macht als bundesweiter Aktionstag auf die Situation von Kindern mit angeborenen Herzfehlern aufmerksam.

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    Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 43.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr, davon 14.800 in stationärer Behandlung sowie 1.300 ambulanten Operationen zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa. Das HDZ NRW ist bekannt als größtes Herztransplantationszentrum in Deutschland (mehr als 3.000 Herztransplantationen seit 1989).

    Das Kinderherzzentrum und Zentrum für angeborene Herzfehler des HDZ NRW wird gemeinsam von Prof. Dr. Stephan Schubert und Prof. Univ. (assoc) Dr. Eugen Sandica geleitet. Es zählt international zu den führenden Einrichtungen zur Behandlung angeborener Herzfehler und ist als EMAH-Zentrum zertifiziert. Das Team behandelt das gesamte Spektrum angeborener Herzfehlbildungen bei Neugeborenen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Jährlich werden über 1.000 stationäre und 4.250 ambulante Patientinnen und Patienten mit hervorragenden Ergebnissen versorgt. Das langjährige Leistungs- und Erfahrungsspektrum in den Bereichen Herztransplantation (rd. 240 Herztransplantationen bei Kindern und Jugendlichen) und im Einsatz künstlicher Herzunterstützungssysteme ist besonders groß.

    Weitere Informationen:

    Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen
    Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum
    Medizinische Fakultät OWL (Universität Bielefeld)
    Unternehmenskommunikation
    Leitung: Anna Reiss, Pressesprecherin
    Georgstr. 11
    32545 Bad Oeynhausen
    Tel. 05731 97-1955
    Fax 05731 97-2028
    E-Mail: info@hdz-nrw.de
    www.hdz-nrw.de


    Contact for scientific information:

    Univ.-Prof. Dr. med. Stephan Schubert
    Direktor der Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler
    Prof. univ. assoc. Dr. Eugen Sandica
    Direktor der Klinik für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler
    Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen


    More information:

    https://www.hdz-nrw.de


    Images

    Herzchirurg Prof. univ. assoc. Dr. Eugen Sandica (l.) und Kinderkardiologe Prof. Dr. Stephan Schubert leiten das Zentrum für angeborene Herzfehler und Kinderherzzentrum am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
    Herzchirurg Prof. univ. assoc. Dr. Eugen Sandica (l.) und Kinderkardiologe Prof. Dr. Stephan Schuber ...
    Source: (Foto: Peter Hübbe).
    Copyright: HDZ NRW


    Attachment
    attachment icon Pressemitteilung HDZ NRW vom 30.04.2026

    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Social studies
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Transfer of Science or Research
    German


     

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