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04/30/2026 14:31

Kurz und kompakt: Forschungsneuigkeiten der Uni Hamburg

Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Abteilung 2
Universität Hamburg

    Klimaresistene Aufforstung, die Rotation der Erde, internationale Nachwuchstalente in der Klimawissenschaft, wissenschaftliche Karrierewege und zwei Humboldt-Forschungsstipendien: Mit diesem Service geben wir Ihnen Informationen zu fünf neuen Projekten und Förderungen an der Universität Hamburg. Wenn Sie mehr zu den einzelnen Vorhaben erfahren möchten, kontaktieren Sie gerne direkt die verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

    „ART for LIFE“: 1,1 Millionen Euro für Projekt zur klimaresistenten Aufforstung von Fichtenwäldern

    Europäische Fichtenwälder sind äußerst anfällig für den Klimawandel und auch der wiederkehrende Befall durch Schädlinge wie den Buchdrucker-Käfer (Ips typographus) oder den Borkenkäfer setzen ihnen zu. An vielen Stellen sind die Waldbestände stark gefährdet. Wie eine großflächige Wiederherstellung nach ökologisch sinnvollen und wirtschaftlich tragfähigen Strategien gelingen kann, wollen Forschende im Projekt „ART for LIFE“ herausfinden. Es erhält im Rahmen des europäischen LIFE-Förderprogramms rund 5,7 Millionen Euro und rund 1,1 Millionen gehen an das Team um Dr. Elke Fischer aus dem Fachbereich Erdsystemwissenschaften der Universität Hamburg.

    Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus insgesamt fünf Partnereinrichtungen wird sie untersuchen, wie sich Fichtenwälder zum Beispiel im Apennin durch gezielte Anpflanzungen etwa von Weißtanne und Buche in Mischwälder umwandeln lassen, wie sich das auf die Ökosysteme vor Ort auswirkt und wie man die Akzeptanz für diese Maßnahmen in der Forstwirtschaft steigern kann. Fischer, die am Earth and Society Research Hub der UHH forscht, wird sich vor allem mit der Analyse von Stoffen im Waldboden sowie deren Zusammensetzung und Veränderung durch die neue Bewirtschaftung beschäftigen.

    Das Projekt wird über die Modelregionen hinaus mithilfe von digitalen Zwillingen zudem die Auswirkungen verschiedener Bewirtschaftungsstrategien simulieren und im engen Austausch mit der Forstwirtschaft praktische Handlungsleitfäden erarbeiten.

    Kontakt: Dr. Elke Fischer, Universität Hamburg, Fachbereich Erdsystemwissenschaften, Tel.: +49 40 2395-27419, E-Mail: elke.fischer@uni-hamburg.de

    RING: Vier Millionen Euro für Forschung zu Rotationsbewegungen der Erde

    Die Erde rotiert um die eigene Achse – doch nicht so gleichmäßig, wie man denken könnte. Veränderungen der Masse auf und innerhalb des Planeten – etwa die Verlagerung von Wassermassen durch die Gezeiten oder das Abschmelzen der Eisschilde an den Polen – beeinflussen die Rotation. Diese Schwankungen zu messen, ist das Ziel einer neuen Forschungsgruppe, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den kommenden vier Jahren rund vier Millionen Euro erhält. Gemeinsam sollen hochpräzise Sensoren zur Messung der Erdrotation entwickelt werden. An „RING: Rotationsbewegungen in der Physik, Geophysik und Geodäsie“ – geleitet von Prof. Dr. Heiner Igel an der LMU München – sind durch Prof. Dr. Celine Hadziioannou und Prof. Dr. Oliver Gerberding auch zwei Arbeitsgruppen der Universität Hamburg beteiligt.

    Sie werden daran mitarbeiten, die Ringlaser genannten optischen Messinstrumente mit- und weiterzuentwickeln und deren Nutzung zu erforschen. Die Erkenntnisse über die Erdrotation haben direkte Auswirkungen auf die Wissenschaft. „In Kombination mit anderen seismischen Messungen sind diese Sensoren wie ein Stethoskop für unseren Planeten und ermöglichen es uns, nachzuvollziehen, wie klimabedingte Veränderungen – etwa Verschiebungen im Grundwasser – die Erdkruste subtil verändern und können so neue Erkenntnisse über die Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten liefern“, sagt Hadziioannou, die auf dem Gebiet der Umweltseismologie forscht.

    Gerberding ergänzt: „Die Technologie der Ringlaser hat viele Gemeinsamkeiten mit Gravitationswellen-Detektoren und kompakte Ringlaser haben auch das Potenzial, Rauschen in Observatorien wie dem zukünftigen Einstein Teleskop zu reduzieren. Hier gemeinsam zu forschen, ist eine Win-Win-Situation.“ Der Physiker forscht im Exzellenzcluster „Quantum Universe“ zu Gravitationswellen. Das Projekt bildet damit eine interdisziplinäre Verbindung zwischen dem Fachbereich für Erdsystemwissenschaften und dem Fachbereich für Physik.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Celine Hadziioannou, Universität Hamburg, Fachbereich für Erdsystemwissenschaften, Tel. +49 40 2395-22980, E-Mail: celine.hadziioannou@uni-hamburg.de

    Prof. Dr. Oliver Gerberding, Universität Hamburg, Fachbereich Physik, Tel.: +49 40 2395-26080, E-Mail: oliver.gerberding@uni-hamburg.de

    „Global Climate Minds“: Förderung von Masterstudierenden der Klimawissenschaften

    Im Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change and Society“ (CLICCS) wird Klimaforschung auf Weltniveau betrieben. Um internationale Masterstudierende in klimarelevanten Studienfächern frühzeitig zu gewinnen, interdisziplinär auszubilden und gezielt auf Karrierewege in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorzubereiten, entsteht hier ein neues innovatives Qualifizierungsprogramm. Das entsprechende Projekt „Climate Knowledges in Context: Studying Climate Futures“ (CKIC) wird in den kommenden drei Jahren vom Deutschen Akademischen Austauschdienst mit bis zu 750.000 Euro gefördert. Es verbindet strukturierte Rekrutierungs- und Auswahlverfahren mit einem umfassenden Onboarding-, Mentoring- und Career-Programm.

    Studierende erhalten bereits vor Studienbeginn Orientierung und Begleitung, werden in interdisziplinäre Klimaforschung eingebunden und über Netzwerkformate und Career-Angebote langfristig an den Wissenschafts- und Innovationsstandort Hamburg gebunden. Damit stärkt das Projekt die internationale Sichtbarkeit Hamburgs als führenden Standort für klimaorientierte Forschung und Ausbildung und trägt zur nachhaltigen Sicherung wissenschaftlicher Exzellenz im Bereich der Klimawissenschaft bei.

    Gefördert wird CKIC im Rahmen von „Academic Horizons – Attracting Global Minds“. Das Programm unterstützt deutsche Hochschulen dabei, die weltweit vielversprechendsten Talente für ein Masterstudium oder eine Promotion in Schlüsseltechnologien und strategisch relevanten Forschungsfeldern der Hightech-Agenda Deutschland zu gewinnen. Die Förderung ist Teil des „1.000-Köpfe-Plus“-Programms des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

    Kontakt: Dr. Alexandra Franzke, Universität Hamburg, Exzellenzcluster CLICCS, Tel.: +49 40 2395-27599, E-Mail: alexandra.franzke@uni-hamburg.de

    445.500 Euro für die Förderung wissenschaftlicher Karrierewege

    Um das deutsche Wissenschaftssystem zukunftsfähig zu gestalten, müssen Talente aus dem In- und Ausland nicht nur gewonnen, sondern auch gefördert und dauerhaft gebunden werden. Dafür braucht es gute Arbeitsbedingungen – auch jenseits der Professur. Die Exzellenzuniversität Hamburg setzt sich bereits seit 2014 in verschiedenen Kontexten und Initiativen für die Förderung von Early Career Researchern ein.

    Um neue, nachhaltige und flexible wissenschaftliche Stellenmodelle zu etablieren, erhält Dr. Linda Jauch, Leiterin des Hub of Academic Career & Research Culture an der UHH, für ihr Strukturprojekt in den kommenden 36 Monaten 445.500 Euro von der VolkswagenStiftung. Das Vorhaben wird sich mit der rechtssicheren Einführung von (Senior) Researcher- und (Senior) Lecturer-Stellen im deutschen Wissenschaftssystem beschäftigen und ist Teil des Profilbereichs „Wissen über Wissen ‒ Reflexion und Praxis der Wissenschaft“ der VolkswagenStiftung. An der Universität Hamburg wurden bereits im April 2025 die ersten beiden Senior Lecturer eingestellt.

    Im Rahmen des Projektes werden – in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sowie der German U15 e. V. – die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen sowohl im Landeshochschulgesetz als auch in der Lehrverpflichtungsordnung entwickelt, um Karrierewege auf Dauer neben der Professur rechtssicher und bürokratiearm zu gestalten. Ziel ist es, diese Erfahrungen und Strukturen auch deutschlandweit zu etablieren und so eine akademische Karriere über Bundesländergrenzen hinweg zu ermöglichen.

    Kontakt: Dr. Linda Jauch, Universität Hamburg, Hub of Academic Career & Research Culture, Tel.: +49 40 2395-25287, E-Mail: linda.jauch@uni-hamburg.de

    Humboldt-Forschungsstipendien für Postdoktoranden

    Im Februar 2026 ist Dr. Marco Pelucchi im Rahmen eines Humboldt-Forschungsstipendiums für Postdocs an die Universität Hamburg gekommen. Er wird bei Prof. Dr. Christian Brockmann am Institut für Griechische und Lateinische Philologie an der Fakultät für Geisteswissenschaften forschen. Ein weiterer Humboldt-Forschungsstipendiat ist Dr. Francesco Binotto. Er ist im April von der Universita degli Studi di Parma gekommen und arbeitet bei Prof. Dr. Stephan Schmid am Institut für Philosophie zur mittelalterlichen Philosophie.

    Mit diesen Stipendien unterstützt die Alexander von Humboldt‐Stiftung überdurchschnittlich qualifizierte Early Career Researcher aus der ganzen Welt. Sie können ihr Forschungsvorhaben in Deutschland verwirklichen, wobei die Förderdauer zwischen sechs und 24 Monaten betragen kann.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Christian Brockmann, Universität Hamburg, Fachbereich Sprache, Literatur, Medien II, Tel.: +49 40 2395-24913, E-Mail: christian.brockmann@uni-hamburg.de

    Prof. Dr. Stephan Schmid, Universität Hamburg, Fachbereich Philosophie, Tel.: +49 40 2397-27446, E-Mail: stephan.schmid@uni-hamburg.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    interdisciplinary
    transregional, national
    Research projects, Science policy
    German


     

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