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05/04/2026 10:00

Inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs: Partizipatives Projekt gestartet

Clara Teich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Krebsgesellschaft e. V.

    Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam. Mit dem gemeinsamen Projekt „SeiTeil“ setzen sich beide Organisationen dafür ein, die Versorgung von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung im Leben mit und nach Krebs zu verbessern.

    Im neuen Projekt „SeiTeil“ werden die Erfahrungen und Bedarfe von Betroffenen sowie ihrer Angehörigen und Unterstützer*innen erstmals systematisch untersucht. Ziel ist es, konkrete Empfehlungen für eine inklusivere Versorgung nach einer Krebserkrankung zu entwickeln.

    Denn Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung erkranken ähnlich häufig an Krebs wie die Allgemeinbevölkerung. Gleichzeitig stoßen sie im Gesundheitssystem zu oft auf Versorgungsstrukturen, die nicht ausreichend auf ihre spezifischen Bedarfe ausgerichtet sind, beispielsweise in Bezug auf Zeit für Aufklärung und Diagnostik, die Einbindung von Angehörigen und Unterstützer*innen oder angepasste Kommunikations- und Behandlungsprozesse. Dies kann dazu führen, dass Diagnosen zu spät gestellt werden und Therapien unzureichend sind, weil notwendige Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Eine bedarfsgerechte Versorgung – einschließlich Diagnostik, Behandlung, Nachsorge, Rehabilitation und psychosozialer Begleitung – ist jedoch für jeden Menschen entscheidend für Lebensqualität und langfristige Gesundheit.

    Person mit Unterstützungsbedarf als Co-Forscher*in

    Besonders wichtig: Eine Person mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung wird aktiv als Co-Forscher*in in alle Projektphasen eingebunden. „Um das Angebot wirklich inklusiv und an den Bedarfen der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung ausgerichtet gestalten zu können, müssen wir sie auch einbinden. Ihre Erfahrungen und Perspektiven sind für das Projekt unverzichtbar“, sagt Professorin Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe.

    Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um onkologische Einrichtungen bei der inklusiven Gestaltung von Angeboten zu unterstützen.
    „Obwohl medizinische Fortschritte die Überlebenschancen von Krebsbetroffenen verbessern, fehlen bislang passgenaue Angebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung. Daher freuen wird uns, mit dem Projekt dazu beizutragen, die Versorgungslücke stückweise zu schließen. Denn Teilhabe bedeutet auch Teilhabe an medizinischer Versorgung. Niemand darf nach einer Krebserkrankung aufgrund von Barrieren von Nachsorgeangeboten ausgeschlossen sein“, so Dr. Konstanze Blatt, designierte Generalsekretärin der DKG.

    Mit den Ergebnissen von „SeiTeil“ wird zudem die Grundlage geschaffen, in einem Folgeprojekt Informationsmaterialien in Leichter Sprache zu entwickeln.

    Weitere Informationen:
    „SeiTeil“ wird von der Abteilung Versorgungsforschung der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. geleitet und in enger Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. durchgeführt. Das Projekt wird finanziell von der Deutschen Krebsstiftung gefördert und läuft bis März 2028.

    Projektseite: https://krebsgesellschaft.de/projekte/seiteil

    Die Deutsche Krebsgesellschaft
    Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) – eine Nachfolgeorganisation des 1900 gegründeten „Comité für Krebssammelforschung“ – ist die größte wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum. Die rund 8.100 Einzelmitglieder in 25 Arbeitsgemeinschaften, die 16 Landeskrebsgesellschaften und 35 Fördermitglieder sind in der Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen tätig. Die DKG engagiert sich für eine Krebsversorgung auf Basis von evidenzbasierter Medizin, Interdisziplinarität und konsequenten Qualitätsstandards, ist Mitinitiatorin des Nationalen Krebsplans und Partnerin der „Nationalen Dekade gegen Krebs“.
    https://krebsgesellschaft.de

    Die Bundesvereinigung Lebenshilfe
    Die Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V. setzt sich seit über 65 Jahren als Selbsthilfevereinigung, Eltern- und Fachverband für Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung und ihre Familien ein. In knapp 500 Orts- und Kreisvereinigungen, 16 Landesverbänden und rund 4.500 Diensten und Einrichtungen der Lebenshilfe sind etwa 112.000 Mitglieder aktiv. Die Ziele der Lebenshilfe sind umfassende Teilhabe und Inklusion sowie die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland.
    https://lebenshilfe.de

    Die Deutsche Krebsstiftung
    Die Deutsche Krebsstiftung ist eine Stiftung der Deutschen Krebsgesellschaft; sie setzt sich für Krebsprävention und die Belange derer ein, die mit Krebs leben. Sie bietet Aktionen und Infos für alle, die vor der Aufgabe stehen, die Krankheit Krebs in ihren Alltag zu integrieren. Darüber hinaus hat sie sich zum Ziel gesetzt, über die Erkrankung und ihre sozialen Folgen aufzuklären.
    Mehr Infos: https://deutsche-krebsstiftung.de

    Pressekontakt Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
    Clara Teich und Angelina Gromes
    Kuno-Fischer-Straße 8
    14057 Berlin
    Tel: 030 3229329-16/60
    presse@krebsgesellschaft.de

    Pressekontakt Bundesvereinigung Lebenshilfe e. V.
    Peer Brocke
    Hermann-Blankenstein-Straße 30
    10249 Berlin
    Telefon 030 / 20 64 11 -140
    E-Mail: peer.brocke@lebenshilfe.de

    Pressekontakt Deutsche Krebsstiftung
    Dr. Katrin Mugele
    Kuno-Fischer-Straße 8
    14057 Berlin
    Tel: 030 3229323-19
    E-Mail: presse@deutsche-krebsstiftung.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Research projects
    German


     

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