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Wissenschaft
Mit dem Ausbau alternativer Energien müssen Strom-, Gas- und Wärmeinfrastrukturen zuverlässig miteinander verbunden werden. Dazu tragen neuartige Energiespeicher und ein breites Spektrum an thermodynamischen Wandlern bei. Anlagenkomponenten und -systeme mit hoher Effizienz und niedrigen Kosten sorgen für eine wettbewerbsfähige Wärmeversorgung. Hocheffiziente Wärme- und Speichertechnologien leisten zudem einen Beitrag zur Ressourcenschonung und CO2-Reduktion. Dies ist das Aufgabenfeld von Prof. Dr. Clemens Schneider, der an der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG forscht. Im März 2026 erhielt er zusätzlich einen Ruf an die Hochschule Zittau/Görlitz.
»Die Entwicklung integrierter Energieversorgungssysteme ist entscheidend, um die Anforderungen der Energiewende zu erfüllen«, betont Prof. Dr. Clemens Schneider. Am Fraunhofer IEG hat er die wissenschaftliche Leitung des Competence Centers »Prozessintegration von Energieanlagen« in Zittau inne. In dieser Funktion hat der Wissenschaftler verschiedene Projekte vorangetrieben. Etwa die Großversuchsanlage »La-SeVe« im H2Giga-Projekt »IntegrH2ate« zusammen mit den Partnern Linde GmbH und den Stadtwerken Zittau. Dazu koppelt er bewährte Technologien wie PEM-Elektrolyse, Wärmepumpe und Wärmenetz zu einem harmonischen Ganzen.
Sektorenkopplung zur Steigerung der Effizienz
Neben IntegrH2ate hat Clemens Schneider auch das Projekt AQVA-Heat gemeinsam mit der Hochschule Zittau/Görlitz und dem ILK-Dresden vorangetrieben, das Wärme aus stehenden und fließenden Gewässern mithilfe von Vakuumdirektverdampfer nutzbar macht. Diese Technologie ermöglicht einen Betrieb über das ganze Jahr und erfordert weniger Wasser und Strom. Aktuell untersucht der Wissenschaftler das Zusammenspiel von Elektrolyseuren mit Kläranlagen: »Große Kläranlagen benötigen künftig eine vierte Reinigungsstufe. Ozonierungsanlagen können Arzneimittelrückstände oder Hormone aus dem Wasser filtern«, so Prof. Dr. Clemens Schneider. Dafür will er den Sauerstoff aus der Elektrolyse nutzen. Aus dem Abflusswasser der Kläranlage soll gleichzeitig Wärme ausgekoppelt werden, die gemeinsam mit der Abwärme aus dem Elektrolyseur ins Fernwärmenetz geleitet wird. Das anfallende Kondensat wiederum versorgt den Elektrolyseur mit Wasser und reduziert den Trinkwasserbedarf.
Schwerpunkt der Forschung
An der Hochschule Zittau/Görlitz übernimmt Prof. Dr. Clemens Schneider ab dem 1. Mai eine Professur an der Fakultät für Maschinenwesen. Er vertritt dort das Lehr- und Forschungsgebiet »Nachhaltige Wärmeversorgung«. Forschungsthemen werden u. a. die Nutzung und Aufwertung von Niedertemperaturpotentialen aus natürlichen und künstlichen Wärmequellen oder auch die Systemintegration von Technologien zur Sektorenkopplung in den Bereichen Strom/Wärme/ Kälte und stoffliche Nutzung sein. Sein Ziel: Studierenden zu befähigen, eigenständig Wärmeversorgungskonzepte für Liegenschaften, Kommunen oder Regionen, unter Berücksichtigung standortspezifischer Anforderungen, zu erstellen.
Beruflicher Werdegang
Prof. Dr. Clemens Schneiders Weg in die Forschung war nicht vorgezeichnet: Nach dem Schulabschluss machte zunächst eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Erst danach kam er zum Studium der Energie- und Umwelttechnik an die Hochschule Zittau/Görlitz. Im Jahr 2015 promovierte er mit der Arbeit »Experimentelle Untersuchung von Siedevorgängen in Druckwasserreaktoren«. Nach über einem Jahrzehnt am Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik, wechselte er 2020 zum Fraunhofer IEG, wo er den Standort Zittau aufbaute.
Über das Fraunhofer IEG
Das Fraunhofer IEG gestaltet die klimaneutralen Energiesysteme der Zukunft. Seit seiner Gründung im Jahre 2019 unterstützt das Institut Energieversorger, Netzbetreiber, Industrieunternehmen, Technologieanbieter, Wohnungsbaugesellschaften und Kommunen bei der Transformation der Energieinfrastrukturen mit markt- und anwendungsnaher Forschung. Seine Themenfelder sind sektorengekoppelte Strom-, Gas- und Wärmenetze, Bohr- und Geotechnologien, Energie- und Verfahrenstechnik, Energiewirtschaft, Georessourcen und Geowissenschaften, Speichersysteme und Wasserstoffinfrastrukturen.
Nationale und internationale Großprojekte, etwa zum Aufbau einer globalen Wasserstoffwirtschaft, zur Tiefengeothermie oder zu integrierten Energiesystemen spielen für das Fraunhofer IEG genauso eine Rolle wie konkrete Umsetzungsprojekte in der Region, etwa zur Transformation der Wärmeversorgung von Kommunen, zur energetischen Quartiersentwicklung und zum Einsatz von Geo- und Seethermie sowie Großwärmepumpen für vom Braunkohleausstieg betroffene Nah- und Fernwärmenetze in der Lausitz. Diese Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit hoher Bedeutung für die Gesellschaft im Rahmen der Energiewende bearbeitet das Fraunhofer IEG in einem großen Partnernetzwerk aus Wissenschaft, Wirtschaft und öffentlicher Hand.
Prof. Dr.-Ing. Clemens Schneider, Clemens.Schneider@ieg.fraunhofer.de
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Clemens Schneider ist auf die Professur »Nachhaltige Wärmeversorgung« an der Hochschule Zittau/Görli ...
Source: Christiane Schleifenbaum
Copyright: © Christiane Schleifenbaum / Fraunhofer IEG
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars
Energy, Environment / ecology, Mechanical engineering
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