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05/04/2026 18:24

Zukunft des Juridicums verdient mehr Sachlichkeit

Claudia Staat Kommunikation
Frankfurt University of Applied Sciences

    Breite Diskussion in Frankfurt am Main: Interdisziplinär besetztes Gremium erarbeitet Empfehlung für den Umgang mit dem Gebäude aus den 1960er Jahren - Expert*innen verweisen in einer Stellungnahme auf den ergebnisoffenen Prozess und fordern eine faktenbasierte Debatte

    Das „Zukunftslabor Juridicum“, moderiert vom Frankfurter Forschungsinstitut FFin der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), entwickelt am konkreten Beispiel des gleichnamigen Bauwerks der späten 1960er Jahre ein Modell für den Umgang mit dem gebauten Bestand in unseren Städten.

    Angesichts der in Frankfurt am Main und darüber hinaus breit geführten Diskussion über Abriss, Teilerhalt, Umbau und zukünftige Nutzung des Gebäudes verweisen die sechs im Zukunftslabor engagierten Expert*innen auf den noch laufenden Prozess und plädieren in einer Stellungnahme für eine ausschließlich offene, datenbasierte Debatte, die mögliche Entscheidungen nicht vorwegnimmt.

    Beispielhaftes Verfahren über den Einzelfall hinaus

    Mit dem „Zukunftslabor Juridicum“ hat der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main einen ergebnisoffenen, interdisziplinären Prozess auf den Weg gebracht, der die Weiterentwicklung des Juridicums vor dem Hintergrund einer veränderten Baukultur und einer wachsenden Sensibilität für Ressourcen, Energieeinsatz und den Wert des baulichen Bestands fachlich begleitet und eine ganzheitliche Entscheidungsgrundlage für Politik und die Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding GmbH als zukünftige Eigentümerin des Gebäudes erarbeitet.

    Ziel des Zukunftslabors ist es, am Beispiel des Juridicums grundlegende Fragen zum Umgang mit dem Gebäudebestand zu klären und ein beispielhaftes Verfahren zu entwickeln, das auch über den Einzelfall hinaus Orientierungswissen für vergleichbare Planungs- und Entscheidungsprozesse bereitstellt. Hierfür erarbeitet ein interdisziplinär besetztes Gremium aus sechs Expert*innen eine Empfehlung für den Umgang mit dem Gebäude.

    Erste Erkenntnisse

    Aus den ersten Sitzungen liegen bereits Erkenntnisse vor. Dazu gehört die Einschätzung, dass Juridicum und Tiefgarage als eigenständige Baukörper getrennt voneinander betrachtet werden müssen. In diesem Zusammenhang ist zu untersuchen, welche Auswirkungen die Grundwasserstände u.a. auf die Abdichtung des Juridicums haben.

    Ebenso wurde festgestellt, dass die Tragstruktur des Juridicums insgesamt in einem guten Zustand ist und für unterschiedliche Nutzungsoptionen Potenziale bietet. Hervorgehoben wurden zudem die Umnutzbarkeit des Bestands und die vorhandenen Lastreserven. Diese Feststellung ist im Gutachten des Ingenieurbüros bauart ausführlich untermauert.¹

    Untersuchung der Fassade notwendig

    Zugleich wurde deutlich, dass einzelne Bauteile – insbesondere die bestehende Fassade – den Anforderungen zukünftiger Nutzungen nicht entsprechen, aber ihr Potenzial zur Wiederverwendung als Materialressourcen geprüft werden muss. Auch funktionale und stadtklimatische Fragen, etwa zur Rolle des Gebäudes als Lärmschutz und als Frischluftbarriere, erfordern eine weitere Prüfung.

    Sachliche Prüfung unterschiedlicher Szenarien

    „Aus wissenschaftlicher Perspektive ist es eine zentrale Aufgabe des Zukunftslabors, den Ist-Zustand des Gebäudes faktenbasiert und transparent darzustellen. Damit legen wir die Grundlage für den von uns moderierten ergebnisoffenen Prozess, der unterschiedliche Szenarien sachlich prüft und Empfehlungen zur weiteren Entwicklung des Juridicums nachvollziehbar macht”, sagt Dr. Stefan Staehle von der Frankfurt UAS, Projektmitarbeiter des Zukunftslabors Juridicum.

    Ergebnisse werden im September 2026 vorgestellt

    Ziel des Zukunftslabors bleibt es, ökologische, soziale, funktionale und wirtschaftliche Aspekte so zusammenzuführen, dass eine tragfähige Entscheidungsgrundlage für die Zukunft dieses städtebaulich prominenten Ortes entstehen kann.

    Im vierten Workshop am 7. Mai 2026 richtet sich der Blick nach vorn: Ausgehend von den bisherigen Erkenntnissen des Zukunftslabors Juridicum soll diskutiert werden, wie ein tragfähiger Prozess hin zu einer baulichen Lösung aussehen kann. Die erarbeiteten Inhalte bilden die Grundlage für die anschließende Arbeitsphase, in der die Diskussionsergebnisse zu Empfehlungen an die Stadt Frankfurt und die ABG als zukünftige Eigentümerin des Gebäudes verdichtet werden.

    Die Ergebnisse aus dem Prozess „Zukunftslabor Juridicum” werden im September 2026 im Rahmen einer öffentlichen Abschlussveranstaltung vorgestellt.

    Die Mitglieder des Expert*innengremiums:
    • Nicolas Schneider, Vorstand der Lang & Cie. Real Estate AG
    • Gabu Heindl, Professorin an der Universität Kassel und Leiterin von GABU Heindl Architektur
    • Nicole Zahner, Studio C, Berlin
    • Horst Peseke, Bollinger + Grohmann Ingenieure
    • Verena Brehm, Professorin an der Universität Kassel und Partnerin von CITYFÖRSTER
    • Thomas Meurer, Professor an der Technischen Hochschule Mittelhessen und Meurer Architekten

    ¹ siehe: https://www.stvv.frankfurt.de/parlisobj/B_231_2025_AN1_technische_Bewertung.pdf


    Contact for scientific information:

    Frankfurt University of Applied Sciences, Zukunftslabor Juridicum, Ruth Schlögl, Telefon: +49 69 1533-2772, E-Mail: ruth.schloegl@fra-uas.de


    More information:

    https://www.frankfurt-university.de/zukunftslabor (Informationen zum Zukunftslabor Juridicum)


    Images

    Das Juridicum mit der unverkennbaren gläsernen Außenfassade an der Senckenberg-Anlage in Frankfurt-Bockenheim
    Das Juridicum mit der unverkennbaren gläsernen Außenfassade an der Senckenberg-Anlage in Frankfurt-B ...
    Source: Florian Mähl
    Copyright: Florian Mähl/Frankfurt UAS


    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Construction / architecture
    regional
    Miscellaneous scientific news/publications
    German


     

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