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Wie erkennt man auf hunderttausenden Wildkamera-Aufnahmen einzelne Leoparden? Oder wertet automatisch aus, welcher Vogel wo singt? Forschende der Hochschule Darmstadt (h_da) entwickeln dafür Künstliche Intelligenz (KI), die Bild- und Audiodaten aus der Wildtierforschung schneller analysieren und automatisch klassifizieren kann. Ziel ist es, Biodiversität weltweit effizienter zu überwachen und bedrohte Arten besser zu schützen.
Im Forschungsprojekt „AI4WildLIVE“ arbeitet der Fachbereich Informatik der h_da gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt zusammen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund zwei Millionen Euro.
Wildkameras liefern enorme Mengen an Daten – oft verwackelt, schlecht beleuchtet oder durch Pflanzen verdeckt. Bislang mussten Biologinnen und Biologen diese Aufnahmen mühsam von Hand auswerten. Hier setzt die Darmstädter KI an: Sie sortiert unbrauchbare Bilder aus, erkennt Tierarten automatisch und soll künftig sogar individuelle Tiere identifizieren können. „Künstliche Intelligenz bewältigt gigantische Datenmengen in Sekunden, für deren Auswertung Biologeninnen und Biologen von Hand Jahre brauchen würden“, sagt Prof. Dr. Elke Hergenröther vom Fachbereich Informatik der h_da. „Das ist gar nicht zu schaffen.“
Die KI wird mit Bild- und Audiodaten aus unterschiedlichen Regionen der Welt trainiert – unter anderem aus Südafrika und Südamerika. In Südafrika verbrachte h_da-Promovendin Vanessa Süßle mehrere Monate in der Feldforschung, um die Bedingungen der Datenerhebung kennenzulernen. „Wildtierdaten sehen sehr, sehr wild aus“, berichtet sie. „Es braucht viel Datenbereinigung.“ Bereits heute helfen die entwickelten Modelle Forschenden in Südafrika bei der Auswertung großer Datenmengen. Perspektivisch soll die KI direkt auf Wildkameras laufen und Daten schon vor Ort vorsortieren. Langfristig wollen die Forschenden die Systeme außerdem darauf trainieren, Tierverhalten automatisch zu analysieren – etwa ob ein Tier jagt, frisst oder schläft.
Neben dem Nutzen für Natur- und Artenschutz sehen die Forschenden auch Potenzial für industrielle Anwendungen. „Übertragbar wären die entwickelten Prozessketten in nahezu identischer Form auch auf industrielle Fragestellungen, bei denen es entweder um die automatisierte Erkennung kleinster Unterschiede oder um den Umgang mit ungünstigen Bild- und Tonaufnahmen geht“, erklärt Prof. Dr. Elke Hergenröther.
Ausführlicher Artikel zum Thema im h_da-Wissenschaftsmagazin impact: https://impact.h-da.de/ki-fuer-den-artenschutz
Fachliche Ansprechpartnerin für die Medien
Hochschule Darmstadt
Fachbereich Informatik
Prof. Dr. Elke Hergenröther
Birkenweg 7 – 64295 Darmstadt
Tel +49.6151.533-68421
Mail elke.hergenroether@h-da.de
Hochschule Darmstadt (h_da)
Die Hochschule Darmstadt (h_da) ist eine der größten deutschen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs). Sie bietet ihren aktuell 14.000 Studierenden ein praxisnahes und anwendungsorientiertes Studium in den Bereichen MINT, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Architektur, Medien und Design. Viele Projekte und Inhalte in Studium, Forschung und gesellschaftlichem Transfer beschäftigen sich mit den Zukunftsthemen Nachhaltige Entwicklung, Mobilität und Digitalisierung. Die h_da betreibt ein eigenes Promotionszentrum Nachhaltigkeitswissenschaften und vergibt als erste und einzige deutsche Hochschule den akademischen Grad eines Doktors der Nachhaltigkeitswissenschaften. Visionär ist die europäische Hochschulallianz „European University of Technology (EUT+)“, der die h_da angehört: Gemeinsam mit acht weiteren Hochschulpartnern und gefördert von der EU-Kommission möchte die h_da zu einem neuen Hochschultyp zusammenwachsen – zur „Europäischen Universität“.
Website h_da: https://h-da.de
Website EUT+: https://www.univ-tech.eu
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Beispielhafte Aufnahme aus einer Wildtierkamera.
Source: h_da
Copyright: h_da
h_da-Promovendin Vanessa Süßle (links) auf einer Exkursion im Rahmen des Projekts "AI4WildLIVE" mit ...
Source: h_da
Copyright: h_da
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Information technology, Zoology / agricultural and forest sciences
transregional, national
Research projects
German

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