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Wissenschaft
Die Entwicklung der Welt ist kein geradliniger Fortschritt, sondern eher eine Serie von Reparaturen. Mit dieser These startet das neue internationale Graduiertenkolleg „Cultures of Repair“ an der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit der Faculty of Arts an der University of Melbourne. Im Zentrum des Kollegs steht der Begriff der „Reparatur“ als alternatives Paradigma gesellschaftlicher und kultureller Veränderung.
Er beschreibt Praktiken, die sich mit beschädigten sozialen, technischen und ökologischen Zusammenhängen auseinandersetzen – von alltäglicher Fürsorge und Instandhaltung bis hin zu politischen und kreativen Formen der Neugestaltung von Beziehungen, Materialien und Wissensordnungen. Reparatur wird dabei als zukunftsorientierte Praxis verstanden, die sowohl auf Erhalt als auch auf Veränderung abzielt und neue Möglichkeiten des Zusammenlebens in einer „beschädigten Welt“ eröffnet. Das Graduiertenkolleg wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für fünf Jahre gefördert und startet am 1. Februar 2027.
Das Graduiertenkolleg geht von der Beobachtung aus, dass die Welt sich in einem permanenten Zustand von „Reparatur“ befindet. Dieser Ansatz stellt das zentrale Fortschritts- und Innovationsnarrativ der Moderne infrage, das häufig die mit ihr verbundenen Geschichten von Gewalt, Ausbeutung und Umweltzerstörung ausblendet. Stattdessen versteht das Kolleg Krisen, Brüche und Störungen nicht als Endpunkte, sondern als Ausgangspunkte für neue Formen des Handelns und Denkens.
„Wir freuen uns sehr, die Partnerschaft mit den Kolleg:innen von der University of Melbourne fortzusetzen, mit denen wir bereits im Rahmen des Graduiertenkollegs minor cosmopolitanisms mit viel Freude und erfolgreich zusammen gearbeitet haben“, sagt die Sprecherin des Kollegs Prof. Dr. Anja Schwarz, Professorin für British Cultural Studies an der Universität Potsdam. „Die University of Melbourne wird regelmäßig als die beste Universität Australiens eingestuft und gehört weltweit zu den Top 40 Universitäten.“
In der bewilligten ersten Förderphase werden zwei Kohorten von Doktorand:innen ausgebildet, die einen gemeinsamen Abschluss (Joint Degree) erwerben sollen. Jede Kohorte umfasst zwölf Promovierende: Sechs werden für 3,5 Jahre durch die DFG finanziert und an der Universität Potsdam angestellt, sechs erhalten für denselben Zeitraum Promotionsstipendien an der University of Melbourne. Die Promovierenden beginnen und beenden ihre Promotion jeweils an ihrer Heimatuniversität. Im Verlauf des Programms verbringen sie jedoch zwei vollständige Ausbildungsjahre gemeinsam – ein Jahr an der University of Melbourne und ein Jahr an der Universität Potsdam.
Kontakt: Prof. Dr. Anja Schwarz, Institut für Anglistik und Amerikanistik
Telefon: 0331 977-1046
E-Mail: anja.schwarz@uni-potsdam.de
Medieninformation 01-06-2026 / Nr. 044
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Language / literature
transregional, national
Research projects, Transfer of Science or Research
German

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