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Wissenschaft
Studie der Uni Hohenheim: Nicht nur die Entwicklung von Holz, sondern die Art, wie Pflanzen ihr Wasserleitungssystem organisiert haben, könnte entscheidend sein.
Bäume wurden nicht allein durch Holz groß – sondern durch die Fähigkeit, ihre Wasserversorgung gegen Ausfälle abzusichern. Eine ganz besondere innere Architektur des Wassertransports könnte ein bislang unterschätzter Schlüssel für die Evolution von Bäumen gewesen sein. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart zusammen mit der Cal Poly Humboldt und der Yale University. Der Clou: Eine Unterteilung in einzelne Kompartimente ermöglicht auch großen Pflanzen ein Überleben in Dürreperioden. Publikation: https://doi.org/10.1016/j.cub.2026.04.035
Im Wettbewerb um Licht haben hohe Bäume einen Vorteil. Doch das bringt Herausforderungen mit sich: Sie müssen Wasser von ihren Wurzeln nach weit oben in ihre Stämme, Äste und Blätter befördern. Je größer die Pflanzen im Laufe der Evolution werden, desto schwieriger wird es, Wasser über große Distanzen zu transportieren – insbesondere bei Wasserknappheit.
Gleichzeitig steigt das Risiko sogenannter Embolien: Luftblasen können Wasserleitungsbahnen blockieren und im Extremfall die Versorgung großer Pflanzenteile zusammenbrechen lassen. Das kann die Pflanze zum Absterben bringen.
Die Forschenden verglichen heutige und ausgestorbene große Pflanzenformen – darunter klassische Holzpflanzen, Palmen und Baumfarne. Das überraschende Ergebnis: Trotz sehr unterschiedlicher Entwicklungswege zeigen alle großen Pflanzen ein ähnliches Funktionsprinzip. Ihre Wasserleitungsbahnen sind häufig nicht vollständig miteinander verbunden, sondern in teilweise unabhängige Bereiche gegliedert. Diese räumliche Trennung könnte verhindern, dass lokale Ausfälle das gesamte Versorgungssystem erfassen.
Die Studie schlägt damit auch eine neue Perspektive auf die Frage vor, was einen Baum ausmacht: Nicht allein die Bildung von Holz, sondern die Fähigkeit hydraulische Risiken zu begrenzen. In der Evolution ermöglichte dies den Bäumen, Schäden zu widerstehen und sich im Laufe der Jahrtausende an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.
> Ausführliche Pressemitteilung (englisch): https://t1p.de/kwsei
> Publikation in Current Biology: https://doi.org/10.1016/j.cub.2026.04.035
Zu den Pressemitteilungen der Universität Hohenheim
https://www.uni-hohenheim.de/presse
Text: Elsner
Jun.-Prof. Dr. Martin Bouda, Universität Hohenheim, Fachgebiet Funktionelle Ökophysiologie der Pflanzen
+49 711 459 23922, martin.bouda@uni-hohenheim.de
https://doi.org/10.1016/j.cub.2026.04.035
Bäume wurden nicht allein durch Holz groß.
Copyright: Humboldt State University
Criteria of this press release:
Journalists
Biology, Environment / ecology, Zoology / agricultural and forest sciences
transregional, national
Research results, Scientific Publications
German

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