idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo


Instance:
Share on: 
06/23/2026 15:25

Nachwuchsforschungsgruppe MUBARES forscht zu Bauwerken als Teil der Energiewende

Josefina Peisl Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

    Wie können Gebäude und Infrastrukturen aktiv zur Energieerzeugung beitragen? Die Nachwuchsforschungsgruppe MUBARES der HTW Dresden untersucht, wie sich Bauwerke multifunktional für erneuerbare Energiesysteme nutzen lassen.

    Welche Möglichkeiten eröffnen Bauwerke durch ihre baulichen und funktionalen Eigenschaften für die Integration erneuerbarer Energiesysteme?

    Dieser Fragestellung widmet sich die Nachwuchsforschungsgruppe MUBARES. Im Fokus steht die Entwicklung von Konzepten, mit denen Gebäude und Infrastrukturen als Teil einer dezentralen Energieerzeugung multifunktional genutzt werden können. Ziel der Forschung ist es, Klimaresilienz, Systemintegration, Wirtschaftlichkeit und die Nutzung erneuerbarer Energien in Sachsen gemeinsam zu denken.
    „Wir wollen Bauwerke nicht mehr nur als passive Infrastruktur betrachten, sondern als aktive Bestandteile zukünftiger Energiesysteme“, erklärt Gruppenleiterin Carolin Fischer. „Gerade bestehende Gebäude und Infrastrukturen bieten großes Potenzial, erneuerbare Energien effizient in den urbanen Raum zu integrieren.“

    Interdisziplinäre Forschung an der HTW Dresden
    Die Nachwuchsforschungsgruppe MUBARES vereint Fachwissen aus Bauingenieurwesen, Elektrotechnik, Wirtschaftswissenschaften und Gebäudetechnik. Neben dem Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Holger Flederer begleiten fünf weitere Professoren verschiedener Lehrstühle der HTW Dresden die Gruppe. Abseits der Forschung spielt auch die Integration gewonnener Erkenntnisse in die Lehre eine Rolle: Die jungen Forschenden betreuen studentische Arbeiten und entwickeln neue Lehrinhalte zur Integration erneuerbarer Energiesysteme in Bauwerke.

    Von Lärmschutzwand bis Campusgebäude
    Nach einer ersten Phase der Grundlagenrecherche liegt der Schwerpunkt der Nachwuchsforschenden auf der Bearbeitung konkreter Anwendungsfälle. Im Bereich der Ingenieurbauwerke untersucht die Gruppe um Teamleiterin Carolin Fischer unter anderem Lärmschutzwände und Brücken hinsichtlich der Integration von Photovoltaik. Für Gebäude konnten bereits erste Erkenntnisse am Beispiel des Parkhauses am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gewonnen werden. Zur systematischen Analyse und Bewertung der energetischen Potenziale kommt das eigens entwickelte Potenzialanalyse-Tool (SPAATA) für die Energieträger Sonne und Wind zum Einsatz. Es wird begleitend zur Projektarbeit genutzt und im Zuge dessen kontinuierlich weiterentwickelt. Ziel ist es, SPAATA als Open Source Lösung zu veröffentlichen.

    Aktuell befasst sich die Forschungsgruppe mit der Analyse des A-Gebäudes als Teil des HTW Dresden Campus. Dort entwickelt die Forschungsgruppe ein vorfertigbares Fassadenelement in Holzständerbauweise mit Zellulosedämmung. Untersucht wird dabei die Integration von Photovoltaikmodulen, Verschattungselementen und einer dezentralen Teilklimaanlage in die Gebäudehülle. Die Heizwärmebereitstellung erfolgt über eine Luft-Wärmepumpe. Ergänzend werden eine Windmessstation auf dem Dach zur Abschätzung des innerstädtischen Windenergiepotenzials sowie ein Stromverbrauchsmesssystem betrieben.

    Fokus auf Nachhaltigkeit und Resilienz
    Im letzten Projektjahr steht die abschließende Bearbeitung und Auswertung weiterer praxisnaher Fallbeispiele im Mittelpunkt. Dazu zählen unter anderem Untersuchungen zum Windertrag an Tankanlagen und Funkmasten. Mit der Feldschlösschen Brauerei konnte hierfür bereits ein Praxisstandort gewonnen werden. Die unterschiedlichen Fallstudien werden anschließend im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Resilienz systematisch bewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Erstellung praxisorientierter Leitfäden ein.

    Die bisherigen Ergebnisse skizzieren eine vielversprechende Richtung für die Nutzung von bauwerksintegrierter Energieerzeugung. Welche weiterführenden Erkenntnisse sich daraus noch ableiten lassen, wird die abschließende Projektphase zeigen.

    Gefördert wird MUBARES von 2024 bis 2026 durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), der damit gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs unterstützt und einen strukturierten Einstieg in die Forschung ermöglicht sowie durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr.-Ing. Holger Flederer
    holger.flederer@htw-dresden.de

    M.Sc. Carolin Fischer
    carolin.fischer2@htw-dresden.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists
    Construction / architecture, Economics / business administration, Electrical engineering, Energy
    transregional, national
    Research projects, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).