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06/29/2026 11:16

Machtmissbrauch erkennen und verhindern: Jetzt für das Zertifikatsprogramm bewerben

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Ob in Kirchen, Vereinen oder beim Film – Menschen missbrauchen ihre Macht in vielen Settings. Um die Strukturen, die dahinter stecken, geht es im Zertifikatsprogramm "Machtmissbrauch erkennen und verhindern" der Uni Würzburg. Es dauert zwei Semester und richtet sich an Berufstätige sowie an Studierende der Uni Würzburg. Bewerbungsende für das Wintersemester ist der 15. Juli 2026.

    Die erste Runde des Zertifikatsprogramms „Machtmissbrauch erkennen und verhindern“ (MEV) der Uni Würzburg geht im Juli 2026 zu Ende. Nach einem erfolgreichen Start wird das zwei Semester umfassende Programm im Winter fortgesetzt.

    Der Pilot-Jahrgang bestand aus 115 Teilnehmenden. Etwa die Hälfte davon waren Studierende der JMU. Dazu kamen Berufstätige aus pädagogischen, psychologischen, medizinischen, kirchlichen, kulturellen und politischen Arbeitsfeldern, die MEV als weiterbildendes Studium besuchten. In all diesen Arbeitsbereichen gibt es Organisationen mit ausgeprägten Hierarchien, die immer das Risiko für Machtmissbrauch beinhalten.

    Das Zertifikatsprogramm MEV vermittelt den Teilnehmenden eine Grundlage, auf der sie mögliche Grenzüberschreitungen frühzeitig erkennen und ihnen gegensteuern können. Und auf der sie Schutzkonzepte planen können, die missbräuchliches Verhalten gar nicht erst ermöglichen.

    Theorie, Praxis und die Perspektive von Betroffenen

    MEV besteht aus zwei Phasen.

    Das Wintersemester legt mit Theorien und Definitionen von Macht das wissenschaftliche Fundament. Die Teilnehmenden erfahren, wie Psychologie, Philosophie und Sozialethik Macht und Machtmissbrauch definieren. So lernen sie, Machtmissbrauch zu erkennen, zu benennen und zu analysieren. Im Lauf des Semesters werden die Lehrveranstaltungen zunehmend praxisorientierter.

    Ein Highlight des Wintersemesters war ein Gesprächsabend mit zwei Mitgliedern des Betroffenenbeirats und der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg. Die Perspektive von Betroffenen gehört maßgeblich dazu, wenn man sich um Prävention bemühen möchte: Erst durch ihre Erzählungen werden auch die kleinen, meist unsichtbaren Mechanismen und Auswirkungen von Macht konkret.

    Im Sommersemester wird die im Wintersemester gelernte Theorie angewendet. Die Teilnehmenden bekommen die unterschiedlichsten Handlungssettings vorgestellt: von Kita, Schule und Hochschule über kulturell- gesellschaftliche Bereiche wie Musik, Kirche und Sport bis hin zu Klinik, Heim und Ehrenamt.

    Herzstücke des Sommersemesters waren Veranstaltungen mit Dr. Ulrike Hoffmann, die sich um den Kinderschutz in der Medizin verdient gemacht hat, und mit Professorin Barbara Kavemann, die über sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche forscht. Außerdem konnten die Teilnehmenden mit Regisseur Christoph Röhl, der einen Film über den institutionellen Missbrauch an der Odenwaldschule („Die Auserwählten“, D 2014) gedreht hat, und mit dem Generalvikar des Bistums Würzburg, Dr. Jürgen Vorndran, diskutieren.

    Feedback von Teilnehmenden

    Schon während des Pilot-Kurses meldeten Teilnehmende immer wieder zurück, dass das Programm direkt ihre Arbeit beeinflusse. Ein Teilnehmer, der im kirchlichen Kontext als Ausbilder arbeitet, konnte die theoretischen Inhalte direkt in einen Ausbildungs-Workshop einarbeiten.

    Eine Teilnehmerin, die eine Ombudsstelle leitet: „Die Inhalte vermitteln nicht nur relevantes theoretisches Wissen, sondern regen zugleich dazu an, Fälle, Kommunikationssituationen und institutionelle Prozesse differenziert zu reflektieren. Ich habe den Studiengang insgesamt als fachlich anspruchsvoll und gleichzeitig sehr praxisorientiert, und unterstützend erlebt. Er stärkt nicht nur das Wissen, sondern auch die eigene Handlungssicherheit im Umgang mit sensiblen Situationen und institutionellen Herausforderungen.“

    Bewerbung für die nächste Runde läuft

    Die zweite Runde des Zertifikatsprogramms „Machtmissbrauch erkennen und verhindern“ startet im Wintersemester 2026/27. MEV richtet sich an Studierende der JMU sowie an Berufstätige aus allen Bereichen mit hierarchischen Strukturen und Kontakt zu Schutzbefohlenen.

    Interessierte können sich bis 15. Juli 2026 über ein Onlineformular auf der Homepage des Zertifikatsprogramms (https://go.uniwue.de/mev) bewerben.

    Die Teilnehmenden können den Kurs an ihre individuellen Lebenssituationen anpassen: Die meisten Lehrinhalte stehen als asynchrone Einheiten online zur Verfügung, nur wenige Termine finden in Präsenz (als Zoom-Kolloquium und als Workshop) statt.

    Wer einen Einblick in die Entstehung, Motivation und Ziele von MEV erhalten möchte, kann sich auf YouTube die feierliche MEV-Eröffnung vom 30. September 2025 mit dem Festvortrag von Professor Jörg Fegert (Uniklinikum Ulm) ansehen. https://www.youtube.com/live/kHN0R2w6sCA


    Contact for scientific information:

    Für Fragen steht das MEV-Team per E-Mail zur Verfügung, jmu-mev@uni-wuerzburg.de


    More information:

    https://Interessierte können sich bis 15. Juli 2026 über ein Onlineformular auf der Homepage des Zertifikatsprogramms (https://go.uniwue.de/mev) bewerben.


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Teachers and pupils, all interested persons
    Economics / business administration, Psychology, Social studies, Teaching / education
    transregional, national
    Studies and teaching
    German


     

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